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Business-blogger mit täglichen Nachrichten und Themenbeiträgen von Industrie-und Handelskammern (IHK ) aus Deutschland und Österreich.

Mittwoch, 5. August 2026

Unverständlich ist es, wenn ausgerechnet jetzt einzelne Bausteine einer ebenfalls notwendigen Rentenreform wieder infrage gestellt werden.




05.08.2026 – Statement des Präsidenten der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen, Torsten Herrmann, zur Kritik der Ost-Ministerpräsidenten an den Plänen zur Rentenreform:

„Deutschland hat erheblichen Reformbedarf. Eine genaue Betrachtung der aktuellen Analysen der Wirtschaftsinstitute lässt wenig Zweifel aufkommen, dass sich die wirtschaftliche Lage nicht verbessert hat, sondern sie wesentlich ernüchternder ist, als es die Deutungen über einen möglichen Aufschwung vermuten lassen. Ausbleibende private Investitionen werden durch hohe Staatsausgaben überdeckt. Gleichzeitig wächst die Verschuldung und damit die Steuer- und Abgabenlast von morgen, während ein immer größerer Teil der Haushaltsmittel in die sozialen Sicherungssysteme statt in Investitionen fließt. Das ist auf Dauer nichts anderes als „Konsum“ auf Pump. Diese Entwicklung ist nicht tragfähig. Umso unverständlicher ist es, wenn ausgerechnet jetzt einzelne Bausteine einer ebenfalls notwendigen Rentenreform wieder infrage gestellt werden. Wer Reformen bereits zu Beginn verwässert, löst die Probleme nicht, sondern verschiebt sie weiter in die Zukunft. Deutschland braucht die Kraft zu strukturellen Reformen und nicht den Reflex, jede Veränderung auszubremsen, die zu mehr Wachstum und gleichzeitig einer langfristig tragfähigen Finanzierung unserer sozialen Sicherungssysteme beitragen kann.“

 


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Berlins Auszubildende sehr zufrieden, viele Plätze trotzdem unbesetzt.



05.08.2026 - IHK-Umfragen zum Ausbildungsstart: Berlins Auszubildende sehr zufrieden, viele Plätze trotzdem unbesetzt, Mangel an Wohnungen verhindert Ausbildungsstarts

Berlins Auszubildende sind happy mit ihrer Berufswahl und in ihrem Ausbildungsbetrieb: 85 Prozent würden ihren Arbeitgeber weiterempfehlen. Gleichzeitig konnten 4 von 10 Ausbildungsbetrieben ihre angebotenen Ausbildungsplätze nicht oder nicht vollständig besetzen. Hauptgrund sind fehlende passende Bewerbungen. Mittlerweile scheitern Ausbildungsverhältnisse allerdings auch, weil Auszubildende in Berlin keine günstige Wohnung finden. Das zeigen die Ergebnisse der Wohnbedarfsstudie des Forschungsinstituts empirica im Auftrag der IHK Berlin sowie zwei IHK-Umfragen, an der sich jeweils mehr als 400 Berliner Auszubildende und Betriebe beteiligten. Mit Blick auf die Wahlen im September fordert die IHK Berlin deshalb von der nächsten Regierung einen massiven Ausbau des Azubi-Werks, die Stärkung der Ausbildungsreife an den Schulen sowie mehr Unterstützung beim Matching zwischen Jugendlichen und Unternehmen durch die Bundesagentur für Arbeit.

Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der IHK Berlin: „Die gute Nachricht ist, dass sich junge Menschen ganz bewusst für die duale Ausbildung entscheiden, überwiegend in ihrem Wunschberuf arbeiten und ihre Ausbildungsbetriebe weiterempfehlen würden. Weniger erfreulich ist die Tatsache, dass Ausbildungsverhältnisse gar nicht erst zustande kommen, weil Azubis keine günstige Wohnung in Berlin finden. Das gerade gegründete Azubiwerk ist deshalb ein wichtiger Schritt, um Auszubildende mit Wohnraum zu versorgen. Wenn allerdings 65 Prozent der Azubis Wohnraum-Bedarf haben, liegt auf der Hand, dass die vorhandenen Plätze nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind. Hier besteht dringender Handlungsbedarf für die nächste Landesregierung. Das Azubiwerk muss zum zentralen Steuerungsinstrument für günstigen Wohnraum für Azubis gemacht werden.“


Tanja Schirmann, Geschäftsleiterin von Plischka Möbeltransporte: „Wie viele andere Unternehmen investieren wir viel Zeit und Ressourcen, um junge Menschen für eine Ausbildung zu gewinnen und im Betrieb zu unterstützen. In der Praxis erleben wir jedoch, dass passende Bewerbungen fehlen oder Ausbildungsverhältnisse an Rahmenbedingungen scheitern, die Betriebe allein nicht lösen können. Dazu gehört zunehmend auch das Thema Wohnen. Wenn Auszubildende keinen Wohnraum finden, gehen uns wichtige Nachwuchskräfte verloren.“


Rund 80 Prozent der Berliner Auszubildenden geben an, sich trotz vorhandener Alternativen bewusst für den dualen Ausbildungsweg entschieden zu haben. Es mangelt dabei nicht an Ausbildungsstellen, im Gegenteil: In Berlin sind allein laut der Bundesagentur für Arbeit noch mehr als 5.000 Ausbildungsplätze frei. Zudem melden laut IHK-Umfrage 44 Prozent der Befragten freie Ausbildungsplätze gar nicht oder nur gelegentlich an die Bundesagentur. Das heißt, die tatsächliche Zahl verfügbarer Ausbildungsplätze ist erheblich höher.


Größte Herausforderung bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen bleibt das Matching. 42 Prozent der Unternehmen können Ausbildungsplätze nicht oder nicht vollständig besetzen. Als Hauptgrund nennen die betroffenen Unternehmen das Fehlen passender Bewerbungen (95 Prozent, ein Anstieg um zehn Prozentpunkte im Vergleich zu 2025.)


Gleichzeitig gerät der Ausbildungsmarkt wegen des angespannten Berliner Wohnungsmarkts unter Druck: Drei von zehn Unternehmen berichten, dass Jugendliche ihre Stelle in den vergangenen fünf Jahren wegen einer fehlenden Unterkunft nicht angetreten haben. Fast jeder sechste Betrieb meldete Kündigungen aus genau diesem Grund. Das belegt die neue IHK-Wohnbedarfserhebung, die das Forschungsinstitut empirica durchgeführt hat, und die zeigt, dass der Bedarf weiterwächst: Rund 65 Prozent aller Ausbildungsanfängerinnen und Ausbildungsanfänger in Berlin wünschen sich eigenen Wohnraum. Bis zum Jahr 2040 werden jährlich allein rund 3.400 zusätzliche Wohnplätze für Azubis benötigt, die von außerhalb nach Berlin ziehen.

 


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Dienstag, 4. August 2026

Warnung vor Phishing-Mails im Namen des Transparenzregisters



04.08.2026 - Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen weist auf eine aktuelle Warnung des Transparenzregisters hin. Derzeit sind Phishing-E-Mails im Umlauf, welche den Eindruck erwecken, vom Transparenzregister zu stammen.

Die Nachrichten tragen beispielsweise den Betreff „Wichtige Mitteilung: Ausstehende Erstattung Ihrer Transparenzregistergebühren (Az.: TR-2025-84912)“. Darin wird behauptet, Gebühren seien versehentlich doppelt erhoben worden. Um eine angebliche Erstattung zu erhalten, sollen Empfänger über einen Link ein Auszahlungskonto angeben.

Die IHK Südthüringen empfiehlt, den enthaltenen Link keinesfalls anzuklicken und keine persönlichen oder bankbezogenen Daten zu übermitteln. Unternehmen sollten derartige Nachrichten löschen und ausschließlich die offiziellen Kommunikationswege des Transparenzregisters nutzen.

Das Transparenzregister dient der Bekämpfung von Geldwäsche und erfasst die wirtschaftlich Berechtigten von Unternehmen und anderen juristischen Personen. Für die Führung des Registers werden Gebühren erhoben. Rückerstattungen werden jedoch nicht über E-Mails mit entsprechenden Links abgewickelt.

 

Unternehmen sollten derartige E-Mails sorgfältig prüfen und im Zweifel ausschließlich über die offizielle Internetseite des Transparenzregisters Kontakt aufnehmen.

 

Für Rückfragen steht Holger Fischer seitens der IHK Südthüringen unter der Telefonnummer 03681 362-114 oder per E-Mail an fischer@suhl.ihk.de zur Verfügung.

 

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Sonntag, 5. April 2026

Staatliche Verteuerung von Brenn- und Kraftstoffen beenden und CO2-Mautkomponente streichen.




07.04.2026 - Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) lehnt die Einführung eines Tankrabatts, Preisdeckel oder ähnlicher kurzfristiger Instrumente anlässlich der jüngsten krisenbedingten Preissprünge ab und fordert stattdessen, die strukturelle staatliche Verteuerung von Treib- und Brennstoffen dauerhaft zu beenden. Bis zum Start des zweiten europäischen Emissionshandels (ETS 2) sollten die nationale CO₂-Abgabe für Verkehr, Gebäude und kleinere Betriebe sowie der CO₂-Aufschlag bei der Lkw-Maut gestrichen werden. Beide Instrumente verteuern Energie und Mobilität erheblich, ohne die Emissionen wirksam zu senken, und schwächen einseitig die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Standorts.

„Bürger und Betriebe in Hessen brauchen keine kurzfristigen Placebos, sondern eine strukturelle und dauerhafte Entlastung, um wirtschaftlich wieder in die Erfolgsspur zu kommen. Der europäische Emissionshandel (ETS 1) ist marktwirtschaftlich und kosteneffizient ausgerichtet für den Klimaschutz. Ein klarer Emissionsdeckel und handelbare Zertifikate sorgen dafür, dass CO₂ dort eingespart wird, wo es am günstigsten ist – diesen Ansatz unterstützt die hessische Wirtschaft ausdrücklich. Mit dem nationalen Emissionshandelssystem (nEHS) für Verkehr, Gebäude und kleinere Industriebetriebe ist Deutschland jedoch im Alleingang ohne die europäischen Partner vorgeprescht und hat faktisch eine nationale CO₂-Steuer eingeführt. Dieses System trägt den Emissionshandel nur im Namen. Es gibt beim nEHS weder einen Emissionsdeckel noch eine echte Handelbarkeit. Das nEHS treibt die Spritpreise für alle Verbraucher, ist ein Wettbewerbsnachteil für den Standort mit höchst fraglicher Klimaschutzwirkung und muss dringend abgeschafft werden“, sagte Dr. Birgit Ortlieb, Vorsitzende des VhU-Energieausschusses.

Eine weitere, zusätzliche versteckte CO2-Steuer sei die seit dem 1. Dezember 2023 geltende CO₂-Komponente bei der Lkw-Maut, kritisiert die VhU. „Sie verteuert den Straßengüterverkehr unter dem Deckmantel des Klimaschutzes unnötig. Dadurch haben sich die bisherigen Mautsätze um bis zu 83 Prozent erhöht. Eine klimapolitische Lenkungswirkung hin zu CO2-emissionsfreien Fahrzeugen ist nicht festzustellen – vor allem deshalb, weil praxistaugliche Alternativen für leistungsstarke Diesel-LKW bislang fehlen. Mit CO2-Mautaufschlag und CO2-Steuer auf Kraftstoffe werden Transportunternehmen aktuell für ein und denselben CO2-Ausstoß sogar doppelt zur Kasse gebeten. Das verteuert die Logistik massiv, schwächt die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und führt am Ende auch zu höheren Preisen an der Supermarktkasse. Die Abschaffung der CO₂-Mautkomponente würde den Anstieg der Verbraucherpreise abdämpfen, den Konsum ankurbeln und den Wirtschaftsstandort wettbewerbsfähiger im internationalen Vergleich machen“, ergänzte Christoph Schäfer, Vorsitzender des VhU-Verkehrsausschusses.

Die ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage hat sich durch den Konflikt im Nahen Osten und Störungen im internationalen Öl- und Gastransport zusätzlich verschärft. In Europa schlagen die steigenden Öl- und Gaspreise direkt auf die Strom-, Heiz- und Produktionskosten durch. Vor allem in Deutschland verstärken die nationalen CO₂-Abgaben diese Belastung weiter. Während Kraftstoff Anfang März 2026 hierzulande bei über 2 Euro pro Liter lag, waren die Preise in Ländern ohne vergleichbare staatliche Aufschläge um 40 bis 60 Cent pro Liter niedriger.
Die VhU lehnt deshalb kurzfristigen Aktionismus wie Tankrabatte oder Preisdeckel ab und fordert stattdessen dauerhaft verlässliche wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Die nationalen CO₂-Aufschläge durch das Emissionshandelssystem (EU-ETS) und die Lkw-Maut sollten bis zum Start des europäischen ETS 2 abgeschafft werden, um Wettbewerbsnachteile zu vermeiden und Unternehmen sowie Verbraucher nachhaltig zu entlasten.


VhU
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