Business-blogger

Business-blogger mit täglichen Nachrichten und Themenbeiträgen von Industrie-und Handelskammern (IHK ) aus Deutschland und Österreich.

Donnerstag, 8. Februar 2024

Untersuchung zu den Chancen und Herausforderungen von Nachfolgerinnen in Familienunternehmen.

08. 02. 2024  - Nachfolgerinnen in Familienunternehmen - Familienunternehmen sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft und ihr langfristiger Erfolg hängt stark von einer effektiven Nachfolgeplanung ab. Das Potential von Frauen als Nachfolgerinnen in Verantwortung von Familienunternehmen ist bei weiten nicht ausgeschöpft. Schon heute spielen Nachfolgerinnen eine immer wichtigere Rolle bei der Sicherung des Fortbestands von Familienunternehmen als Stabilitätsanker der Wohlstandssicherung Deutschlands. Mit den richtigen Rahmenbedingungen kann es gelingen, das Potential von Nachfolgerinnen weiter zu aktivieren. Der Verband deutscher Unternehmerinnen hat gemeinsam mit der Friedrich-Naumann-Stiftung eine Untersuchung zu Nachfolgerinnen in Familienunternehmen beauftragt, die das Institut für Familienunternehmen und Management der WHU - Otto Beisheim School of Management durchgeführt hat.

Mit den Fokusthemen Kinderbetreuung, Vereinbarkeit von Familie und Unternehmen und ländlicher Standort schließt die Studie eine wissenschaftliche Lücke und bietet ein umfassendes Verständnis darüber, mit welchen Herausforderungen sie in diesen Bereichen konfrontiert werden. Anhand dessen werden konkrete politische Empfehlungen abgeleitet.
Kinderbetreuung
Mit einer betrieblichen Kinderbetreuung wird der begrenzten Verfügbarkeit von Betreuungsmöglichkeiten entgegengewirkt und weiteren Beschäftigten die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtert. Politik kann hier Anreize schaffen und für eine Vereinfachung von Genehmigungsverfahren bei der betrieblichen Kinderbetreuung sorgen.
Vereinbarkeit von Familie und Unternehmertum
Bürokratische Hürden in Unternehmen binden zeitliche Kapazitäten und erschweren damit die Vereinbarkeit von Familie und Unternehmen. Gezielte Entbürokratisierungsmaßnahmen für mittelständische Unternehmen können hier Abhilfe schaffen und Nachfolgerinnen entlasten.
Ländlicher Raum
Der ländliche Raum bietet Freiräume und Gestaltungsmöglichkeiten für das familiäre Zusammenleben, dabei stellt die infrastrukturelle Anbindung eine zentrale Herausforderung dar. Eine Einführung und Förderung von „Kindertaxis“ wird als vielversprechende Maßnahme beschrieben, um Nachfolgerinnen zeitlich und mental zu entlasten.

Jasmin Arbabian-Vogel, Präsidentin des Verbands deutscher Unternehmerinnen:
„Dem deutschen Mittelstand fehlt es an Nachfolgerinnen. Das muss nicht sein: Wenn es gelingt, pragmatische und vor allem ganztagsflächendeckende Kinderbetreuung zu gewährleisten und überbordende Bürokratie abzubauen, wird Frauen der Weg ins Unternehmertum erleichtert und Nachfolge als Karriereoption attraktiv – damit wäre potenziellen Unternehmerinnen und nicht zuletzt dem Mittelstand geholfen!“
Maren Jasper-Winter, Vorstandsmitglied der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit:
„Frauen können Unternehmensführung! Sie können einen entscheidenden Beitrag zur Entschärfung des Nachfolgeproblems leisten – ohne ihr Potential wird es in den nächsten Jahren schwierig. Damit sich mehr potentielle Nachfolgerinnen für die Übernahme von Verantwortung entscheiden, müssen wir sie aber besser unterstützen. Die Kinderbetreuungsmöglichkeiten müssen beispielsweise weiter ausgebaut und qualitativ verbessert werden.“
Die Studie gibt es hier zum Download.
 

 

Über den Verband deutscher Unternehmerinnen
Der Verband deutscher Unternehmerinnen e. V. (VdU) vertritt seit 1954 als Wirtschaftsverband branchenübergreifend die Interessen von Unternehmerinnen in Politik und Gesellschaft. Seit 70 Jahren setzt sich der VdU für mehr weibliches Unternehmertum, mehr Frauen in Führungspositionen und bessere Bedingungen für Frauen in der Wirtschaft ein. In besonderem Maße zeichnet uns die Verbindung von unternehmerischer Interessenvertretung und gleichstellungspolitischer Lobby aus.

Über die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit
Anliegen und Verpflichtung zugleich: Seit 2007 ist der Zusatz „für die Freiheit“ Bestandteil unseres Namens: In mehr als 60 Ländern setzen wir uns als Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit für Menschenrechte und Demokratie ein, indem wir Politikdialog und Politikberatung unterstützen. Wir bieten liberale Angebote zur Politischen Bildung und ermöglichen damit dem Einzelnen, sich aktiv und informiert ins politische Geschehen einzumischen.

Über das Institut für Familienunternehmen und Mittelstand der WHU
Das Institut für Familienunternehmen und Mittelstand der WHU ist ein Vordenker im Bereich der Familienunternehmen und des Mittelstandes. Sie sind ein engagiertes Team von Wissenschaftlern und Praktikern und untersuchen verschiedene Aspekte von Familienunternehmen, Hidden Champions sowie kleinen und mittleren Unternehmen. Ihre aktuellen Forschungsprojekte zielen beispielsweise darauf ab, unser Verständnis von Innovation, Führung und Mitarbeiterzufriedenheit, Nachfolge, Nachhaltigkeit und Finanzierung von Familienunternehmen sowie Family Offices zu vertiefen.

 

Verband deutscher Unternehmerinnen e.V.

Glinkastraße 32

10117 Berlin

Groß- und Einzelhändlerin fordert von Kaffeeherstellerin Kartellschadenersatz.

08.02.2024 - Der 6. Kartellsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf verhandelt am 14. Februar 2024 um 9.30 Uhr im Saal BZ5, Cecilienallee 3 in Düsseldorf eine Klage der Bartels-Langness Handelsgesellschaft mbH & Co.KG (Klägerin) gegen die Melitta Europa GmbH & Co. KG (Beklagte). Die Klä- gerin,  die Famila-Warenhäuser, Markant-Märkte und Bäckereien in Deutschland betreibt, fordert Schadenersatz in Millionenhöhe, weil sie kartellbedingt überhöhte Kaffeepreise habe zahlen müssen. Die Verhandlung leitet der Vorsitzende Richter am Oberlandesgericht Prof. Dr. Ulrich Egger. Das Aktenzeichen des Verfahrens lautet VI-6 U 6/22 (Kart).

Die Klägerin behauptet, die beklagte Kaffeeherstellerin sei an einem deutschlandweiten Kaffeeröster-Kartell beteiligt gewesen, an dem sich neben ihr auch die Alois Dallmayr Kaffee OHG, die Kraft Foods Deutschland GmbH (jetzt Mondelez Deutschland GmbH) sowie die Tchibo GmbH beteiligt hätten. Sie habe im Kartellzeitraum von 2002 bis März 2008 von Melitta, der Alois Dallmayr Kaffee OHG und der Kraft Foods Deutschland GmbH Kaffee bezogen. Die ihr gezahlten Preise seien im Kartellzeitraum um ca. 11% und danach bis September 2009 um ca. 4% kartellbedingt überhöht gewesen, so dass ihr ein Kartellschaden in Millionenhöhe entstanden sei. Der Kartellverstoß von Melitta stehe aufgrund des Urteils des 4. Kartellsenats des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 10. April 2014, Az. V-4 Kart 5/11 (OWi), fest. Das Gericht habe die Beklagte damals wegen der kartellrechtswidrigen Absprache zu einer Geldbuße in Höhe von 55 Millionen Euro verurteilt.

Die Beklagte behauptet, die Klägerin sei Teil des Kartells gewesen. Kaffeeröster, Groß- und Einzelhändler hätten im Rahmen eines einheitlichen Horizontal-/Vertikalkartells, eines sogenannten „Hub-and-Spoke-Kartells“, die Endverkaufspreise zulasten der Endkunden abgesprochen. Die Klägerin habe die zwischen den Kaffeeröstern vereinbarten Preiserhöhungen wissentlich umgesetzt, an die Endkunden weitergegeben und so ihrerseits von dem Kartell profitiert. Ein Schaden sei ihr daher nicht entstanden. Die Klägerin bestreitet dagegen, an dem von Melitta behaupteten „Hub-and-Spoke“-Kartell beteiligt gewesen zu sein.

Zum Verhandlungstermin sind mehrere Zeugen geladen, um ggfs. den Ablauf der Verhandlungen zwischen der Klägerin und den Kaffeeröstern zu klären.

Christina Klein Reesink - Richterin am Oberlandesgericht 

Oberlandesgericht Düsseldorf

Cecilienallee 3

 

40474 Düsseldorf  

www.olg-duesseldorf.nrw.de 

Ab 19. August 2024 Meisterkurse für Tischler und Metallbauer.

08.02.2024 - Das Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer Halle bietet im laufenden Jahr Meistervorbereitungslehrgänge im Tischler- sowie Metallbauhandwerk an. Der Vollzeit-Lehrgang für Tischler startet am 19. August 2024. Ab dem 4. Oktober 2024 kann berufsbegleitend im Metallbau ein Meisterkurs absolviert werden.

Der erfolgreiche Abschluss mit dem Meisterbrief verbessert die Karrieremöglichkeiten und eröffnet den Absolventen die Möglichkeit zur Gründung eines eigenen Betriebs oder zur Übernahme einer Handwerksfirma. Die Lehrgänge werden von erfahrenen Dozenten und Praktikern geleitet und bieten eine praxisnahe Vorbereitung auf die Meisterprüfung. Eine Förderung mit dem Aufstiegs-BAföG ist möglich. 

Weitere Informationen zu den Meisterkursen sind online unter www.hwkhalle.de/meisterund per Telefon unter 0345 7798-700 erhältlich.

Bildungs- und Technologiezentrum (BTZ) der Handwerkskammer Halle (Saale)
Straße der Handwerker 2
06132 Halle

Freitag, 2. Februar 2024

Sachsens Handwerk feiert erstklassigen Berufsnachwuchs



02. Februar 2024  -  Neun Erstplatzierte aus Sachsen beim Endausscheid der Deutschen Meisterschaft im Handwerk 2023 -  1. Festveranstaltung in Chemnitz. -  Mit einer Festveranstaltung hat das sächsische Handwerk die besten Gesellinnen und Gesellen des Jahrgangs 2023 geehrt. Im Beisein von Ehrengästen aus Politik und Wirtschaft erhielten die pro Beruf bestplatzierten sächsischen Teilnehmer der „Deutschen Meisterschaft im Handwerk - German Craft Skills" am Freitag in Chemnitz Blumen, Urkunden und Preisgelder in Höhe von 150 bzw. 300 Euro.  Für die sächsische Landesregierung gratulierte Wirtschaftsstaatssekretär Thomas Kralinski (SPD) der Berufsnachwuchs-Elite und wünschte für die Zukunft weiterhin viel Erfolg. „Wirtschaftliche Transformation gelingt nur mit einem starken Handwerk. Die Ausgezeichneten leisten dazu einen unverzichtbaren Beitrag. Ich danke dem Handwerk für sein großes Engagement bei der Ausbildung des Nachwuchses", sagte der Staatssekretär. 

Glückwünsche an die Ausnahmetalente richteten ebenso Handwerkstag-Prä- sident Jörg Dittrich sowie der Beiratsvorsitzende der „Stiftung zur Förderung der Berufsbildung und Innovation im sächsischen Handwerk", Frank Wagner. Beide Handwerksvertreter würdigten zugleich den Beitrag der Ausbilder, Lehr- meister und Berufsschullehrer bei der Heranbildung eines qualifizierten und hochmotivierten Berufsnachwuchses. 

Von den 58 sächsischen Handwerkerinnen und Handwerkern, die sich als Landessieger für den bundesweiten Endausscheid qualifiziert hatten, erzielten im Finale von Europas größtem Berufswettbewerb neun Aktive den Spitzenplatz. Im Einzelnen sind dies: 

■   aus dem Bezirk Chemnitz 

Buchbinderin Tabea Petry, Hildesheim - Ausbilder: Buchbinderei Heinz Meyer GmbH, Lichtenau; 

Gerüstbauer Joel Mann, Annaberg-Buchholz — Ausbilder: Andreas Süß Gerüstbau GmbH, Schwarzenberg; 

Handzuginstrumentenmacher Vincent Wolfgang Hünefeld, Grünhain- Beierfeld — Ausbilder: Weltmeister Akkordeon Manufaktur GmbH, Klin- genthal; 

Holzspielzeugmacher Robbie Thomas Schalling, Kurort Seiffen — Aus- bilder: Drechsler- und Holzspielzeugmachermeister Thomas Schalling, Kurort Seifen; 

Malerin und Lackiererin (Fachrichtung Kirchenmalerei) Mara Emily Dehling, Öhningen — Ausbilder: Stuck & Malerei Lange UG, Limbach- Oberfrohna; 

Sattlerin (Fachrichtung Reitsportsattlerei) Lisa Bilgmann, St. Egidien — Ausbilder: Polsterermeister Hartmut Fiedler, St. Egidien; 

■  aus dem Bezirk Dresden 

Augenoptiker Rudolf Amm, Ostritz - Ausbilder: Fielmann AG & Co. OHG, Zittau; 

Automobilkaufmann Marco Schlencker, Glashütte — Ausbilder: Auto- haus Adler GmbH & Co. KG, Pirna; 

■  aus  dem Bezirk Leipzig 

Ofen- und Luftheizungsbauer Liam Mechsener, Leipzig — Ausbilder: Ofenbauermeister Wolfgang Parnow, Leipzig. 

Insgesamt waren 2023 in der Finalrunde 900 Landessiegerinnen und -sieger aus allen Bundesländern an den Start gegangen, um sich in mehr als 100 Wettbewerbsberufen (inklusive Fachrichtungen) auf Bundesebene zu mes- sen. 

Von den sächsischen Landessiegern belegten im bundesweiten Endaus- scheid — neben den neun ersten Spitzenplätzen — neun Gesellen einen Platz 2 und drei Gesellen einen Platz 3. 

 

Hintergrund: Deutsche Meisterschaft im Handwerk — German Craft Skills 

Die 58 an der bundesweiten Finalrunde der Berufsolympiade des Jahrgangs 2023 beteiligten jungen Leute aus Sachsen hatten sich ursprünglich in Regio- nalwettbewerben durchsetzen müssen. Auf dieser Ebene des Berufswettbe- werbs waren im Freistaat insgesamt mehr als 200 junge Mitbewerber ins Ren- nen gegangen. 

Eine wesentliche Teilnahmevoraussetzung war der Abschluss der Gesellen- prüfung mindestens mit der Note „gut". In die Bewertung flossen Arbeitspro- ben und Gesellenprüfungsarbeiten ein. Deutschlands „Wirtschaftsmacht von nebenan" kürt seit 1951 die besten jun- gen Gesellinnen und Gesellen eines jeden Jahrgangs, seit Anfang der 1990er-Jahre auch die im Osten Deutschlands. 

Insofern ist der von Anbeginn mehrstufig aufgebaute Leistungsvergleich auch ein Schaufenster für exzellente Ausbildungsleistungen innerhalb der Wirt- schaftsgruppe Handwerk. Für die Preisträger gilt der Wettbewerb als Sprung- brett für die weitere berufliche Karriere. 

Sächsischer Handwerkstag

Am Lagerplatz 8

 

01099 Dresden

 

 www.handwerkstag-sachsen.de 

Ausbildungsleistung der Bauhandwerk im Abwärtstrend.



02.02.2024 - Zahl der Auszubildenden sinkt um 3,7 Prozent, Frauenanteil steigt. Nach stark positiven Zahlen im 3. Quartal 2023 verzeichnet die Bauwirtschaft über das gesamte Bundesgebiet einen merklichen Rückgang. Über alle Ausbildungsjahre hinweg sank die Zahl junger Nachwuchskräfte laut Zahlen der SOKA-BAU zum Jahresende 2023 um über 1.500 (-3,7 Prozent) auf 40.300. Der Rückgang im 1. Ausbildungsjahr bewegt sich mit einem Minus von 2 Prozent auf knapp 13.000 Auszubildende nur unwesentlich darunter. „Die sich abschwächende Baukonjunktur sowie der allgemeine Rückgang an Nachwuchskräften scheint sich bedauerlicherweise auch auf die Ausbildungszahlen in der Bauwirtschaft niederzuschlagen“, konstatiert BAUINDUSTRIE-Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller. „Nach einem langen Aufwärtstrend mit stetigen Zuwächsen seit 2016 müssen die deutschen Bauunternehmen nun im zweiten Jahr in Folge mit einer rückläufigen Zahl an Ausbildungsverträgen umgehen.

Die positive Nachricht ist die, dass wir bei den Erstausbildungen mit einem Minus von 2,1 Prozent relativ zum Vorjahr wieder besser da stehen. Hier war 2022 noch ein Rückgang von 10,8 Prozent zu verzeichnen. Trotz aller widrigen Umstände zeigen sich die Bauberufe damit robust und attraktiv für Neueinsteiger. Immerhin ist gerade die Bauwirtschaft die Branche mit Zukunft, allein wenn man bedenkt, wie wichtig die Infrastrukturmodernisierung, der Netzausbau oder die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ist.“

Erneut ist bei den Ausbildungstrends ein deutlicher Ost-West-Unterschied festzustellen. Während die Zahl Auszubildender in den alten Bundesländern um 4,4 Prozent sank, hielt sie sich in den neuen Bundesländern auf Vorjahresniveau. Erfreulich ist, dass die Zahl weiblicher Auszubildender weiter steigt und 2023 um 3,2 Prozent über dem Vorjahreswert liegt, wobei der Zuwachs allein im gewerblichen Bereich erfolgte. Der Frauenanteil in der Ausbildung liegt somit bei 12,6 Prozent und bleibt trotz des Positivtrends ausbaufähig.

Als bedenklich ist die weiter rückläufige Zahl an Ausbildungsbetrieben einzuschätzen, die mit 14.555 zum Jahresende 2023 seit Beginn der Statistik den tiefsten Stand aufweist. Ausschlaggebend sind hierfür einerseits die unsicheren politischen und konjunkturellen Rahmenbedingungen, die eine längerfristige Personalplanung erschweren als auch die zunehmende Zahl ausbildungswilliger Betriebe, deren Bemühungen um Nachwuchs erfolglos blieben. „Mit unseren Sozialpartnern sowie als Spitzenverband engagieren wir uns seit Jahren für die Nachwuchskräftesicherung. Mit unserer verbandsweiten Nachwuchskampagne, Fachkräftekooperationen wie mit der Bundeswehr, unserem FrauenNetzwerk-Bau sowie durch die ständige Modernisierung unserer Berufsbilder setzen wir nicht nur branchenweit Maßstäbe. Wir schaffen auch ein gutes Umfeld für unsere Mitgliedsunternehmen und die Branche insgesamt, neue Fachkräfte zu finden. Dies geht aber nur im Einklang mit einem verlässlichen baupolitischen Rahmen, der durch ein hohes Maß an Investitionssicherheit Vertrauen für die Transformationsbranche Bau schafft“, so Müller abschließend. 

  

Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V.

Kurfürstenstraße 129, 10785 Berlin

www.bauindustrie.de

Wirtschaft im Stimmungstief - unvernünftige Politik bringt Unternehmer um ihr Lebenswerk.



02.02.2024 - Nicht ´mal ein Silberstreif am Horizont - Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2024 der IHK Südthüringen. Die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft gibt es nicht zum Nulltarif. Hierbei bildet die laufende Diskussion um öffentliche Ausgaben zur Finanzierung der Transformation nur einen kleinen Teil der Aufgabe ab. Viel größere Herausforderungen bestehen in den Unternehmen. Der Wandel bindet viel Kapital. Dieses fehlt der Südthüringer Wirtschaft jedoch zunehmend, weil sich die Geschäftsbedingungen permanent verschlechtern. Dieses Ergebnis liefert die Konjunkturumfrage Frühsommer 2024 der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen. Seit fünf Jahren befindet sich die Südthüringer Wirtschaft in der Dauerkrise. Auf längere Produktionsunterbrechungen in der Kfz-Industrie 2018/19 folgten die Corona-Einschränkungen 2020/21, gestörte Lieferketten 2021/22 und seit 2022 der Krieg in der Ukraine. Dies ist mit erheblichen wirtschaftlichen Einschnitten verbunden, die durch die Wirtschaftspolitik der Bundesrepublik weiter verschärft werden. Die Folge ist ein neuerliches Stimmungstief in der Südthüringer Wirtschaft.

Der Konjunkturklimaindikator fällt auf 65 Punkte. Vor einem Jahr waren es 75 Punkte, vor fünf Jahren noch 113 Punkte. Der Konjunkturklimaindikator wird von der IHK Südthüringen als geometrischer Mittelwert der Lage- und Erwartungseinschätzungen der Unternehmen ermittelt. Er kann bis zu 200 Punkte erreichen. Werte unter 100 Punkten signalisieren eine Wirtschaftskrise.

Ein Viertel der Unternehmen macht Verluste

Auffallend negativ – und das ist neu – bewerten die Unternehmen die aktuelle Wirtschaftslage. Für 20 Prozent ist die Geschäftslage gut, für 43 Prozent saisonüblich und für 37 Prozent schlecht. Noch vor einem Jahr werteten 32 Prozent die Lage als gut und nur 29 Prozent als schlecht. Innerhalb des letzten Jahres hat sich für 52 Prozent der Unternehmen die Ertragslage verschlechtert. Derzeit erzielen noch 32 Prozent Gewinne, 45 Prozent arbeiten nur noch kostendecken und 23 Prozent machen Verlust. Vor fünf Jahren erzielte noch jedes zweite Unternehmen regelmäßig Gewinne.

„Die Gründer nach 1989 haben große Sorgen, durch unvernünftige Politik um ihr Lebenswerk gebracht zu werden. Die Unternehmen stehen unter erheblichem Kostendruck und müssen Mega-Transformationen zur Dekarbonisierung und Digitalisierung leisten. Außerdem muss auf den demografischen Wandel reagiert werden. Die Geschäftsmodelle müssen weiterentwickelt werden, um auch unter veränderten Rahmenbedingungen erfolgreich zu sein. Dies erfordert über einen längeren Zeitraum Investitionen und kann nur aus den Gewinnen finanziert werden. Wer kein Geld mehr verdient, hat keine Zukunft“, erklärt Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen.

Mehrheit mit Finanzierungsproblemen

Indes bestehen inzwischen in 55 Prozent der Unternehmen Finanzierungsprobleme. 35 Prozent melden einen Rückgang ihres Eigenkapitals und 23 Prozent Liquiditätsengpässe. 21 Prozent berichten, dass ihre Kunden ihrerseits in Schwierigkeiten sind und daher nicht mehr alle Rechnungen bezahlt werden. Im Gastgewerbe, im Verkehrsgewerbe und im Dienstleistungsbereich droht jedem zehnten Unternehmen die Insolvenz.

Daher nehmen die Investitionsplanungen ab. Nur noch 63 Prozent der Unternehmen gehen in diesem Jahr von Investitionen aus. Vor einem Jahr waren es 73 Prozent und vor fünf Jahren 85 Prozent. Hauptmotiv sind Modernisierungs- und Ersatzinvestitionen. Investitionen in Kostensenkung und die Entwicklung neuer Produkte, Verfahren und Dienstleistungen sind hingegen rückläufig, obwohl gerade sie so dringend gebraucht werden.

Als wesentliche Risiken bewerten die Unternehmen die Energiepreise mit einem Anteil von 74 Prozent, die Wirtschaftspolitik mit 62 Prozent, die Arbeitskosten mit 60 Prozent, die Inlandsnachfrage mit 57 Prozent und den Personalmangel mit 55 Prozent.

Blick in die Branchen

Für die Industrie ist die Nachfrage zu gering und die Kosten sind zu hoch. Der Auftragseingang ist für zwei von drei Betrieben im Vergleich zum Vorjahr gesunken, wobei der Rückgang aus dem Inland stärker ausfiel als aus dem Ausland. Den Auftragsbestand beschreiben 57 Prozent als zu klein. Lediglich 43 Prozent weisen größtenteils ausgelastete Kapazitäten aus. Zu kämpfen haben die Betriebe mit den Energiepreisen, der Entwicklung der Arbeitskosten und den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Lediglich der ausgeprägte Fachkräftemangel verhindert Entlassungen wie in der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009.

Das Baugewerbe meldet einen Nachfragerückgang. Für zwei von drei Betrieben ist der Auftragseingang rückläufig. Die Auftragsreichweite geht von Umfrage zu Umfrage weiter zurück. Ein Drittel der Betriebe verfügt noch über ein großes Auftragspolster, das Beschäftigung für vier und mehr Monate beinhaltet. Ein weiteres Drittel lebt hingegen von der Hand in den Mund mit einer Auftragsreichweite von weniger als einem Monat. Eine Besserung der Geschäfte ist für die Unternehmen nicht in Sicht.

Im Handel berichten 37 Prozent der Unternehmen von Umsatzsteigerungen, 39 Prozent von Umsatzverlusten. Die Ausgabefreudigkeit der Kunden hat nachgelassen. Trotzdem sind die Betriebe mit der aktuellen Situation mehrheitlich zufrieden. Zwar hat sich die Ertragslage verschlechtert, doch erzielen immerhin 46 Prozent der Unternehmen Gewinne. Verluste beschränken sich auf 13 Prozent der Betriebe. Allerdings fallen die Erwartungen auf die nächsten Monate zurückhaltend aus. Die Budgets der Kunden sind beschränkt. Sie können nicht immer mithalten, wenn die Hersteller Kostenerhöhungen über den Preis weitergeben.

Die Lage im Verkehrsgewerbe ist desolat und äußert sich inzwischen auch im Personalabbau. Die rückläufige Industrieproduktion und die schlechten Geschäfte in den meisten Branchen senken das Transportvolumen. Zugleich haben die Mauterhöhung und die Erhöhung des CO2-Preises die Kosten nochmals erhöht. In den kommenden Monaten erwartet jeder zweite Betrieb ein sinkendes Transportvolumen. Auf eine geringere Nachfrage muss man in einer Marktwirtschaft mit Preissenkungen reagieren, wenn man im Geschäft bleiben will. Zunehmende Finanzierungsprobleme sind absehbar.

Im Gastgewerbe ist die Lage verheerend. Die Ursache liegt im Reiseverhalten der Gäste und den Erwartungen für die kommenden Monate. Nach wie vor fehlt ein Zehntel der Übernachtungen der Vor-Corona-Zeit. Die Rücknahme der Umsatzsteuerermäßigung für die Gastronomiebetriebe wird oftmals durch Preiserhöhungen aufgefangen, deren Folge jedoch ein weiterer sein kann. Bereits aktuell betrachten nur noch 14 Prozent der Unternehmen die Finanzlage als unproblematisch. 54 Prozent gehen davon aus, dass sie in diesem Jahr ihre Investitionstätigkeit einstellen müssen.

In der Dienstleistungswirtschaft hat sich in vielen Unternehmen die Stimmung im Vergleich zur Herbstumfrage etwas verbessert. Verhalten positiv ist die Situation im Wirtschaftszweig Information und Kommunikation, der vom verstärkten Einsatz der Informationstechnologien in allen Bereichen der Wirtschaft und Gesellschaft lebt. Insgesamt ist die Branche jedoch angeschlagen. Die Auftragslage verbesserte sich für zehn Prozent und verschlechterte sich für 38 Prozent der Unternehmen. 29 Prozent melden Umsatzsteigerungen, doch 44 Prozent Umsatzverluste. Mit einer schnellen Verbesserung der Geschäfte rechnet die Branche nicht.

Zur Information

Die Konjunkturumfrage der IHK Südthüringen fand vom 18. Dezember 2023 bis 18. Januar 2024 statt. Befragt wurden rund 900 Südthüringer Unternehmen aller Branchen. Weitere Ergebnisse der Konjunkturumfrage liefert der Ergebnisbericht unter: www.suhl.ihk.de/konjunktur.

 

Industrie- und Handelskammer Südthüringen
Hauptgeschäftsstelle
Bahnhofstraße 4 – 8 • 98527 Suhl

 

Ruhr-IHKs: Kommunen müssen mehr tun - Unternehmen im Ruhrgebiet mit trüben Aussichten

Die Stimmung der Wirtschaft im Ruhrgebiet verschlechtert sich weiter. Viele Unternehmen blicken mit Sorge auf das Jahr 2024. Steigende Belastungen durch Steuern und Abgaben sind kaum noch zu stemmen. Zu viel Bürokratie und kaputte Straßen sorgen für Unmut. Hinzu kommt die schwierige Suche nach Personal. Die Themen sind nicht neu, aber die Lage verschärft sich. Deswegen sollten Politik und Verwaltung die Wirtschaft entlasten, so die Ruhr-IHKs.

„Die Politik muss dafür sorgen, dass es sich wieder lohnt, hier zu investieren. Sonst verlieren wir noch mehr Unternehmen ans Ausland“, verdeutlicht Werner Schaurte-Küppers, Präsident der der Niederrheinischen IHK und derzeit Sprecher der Ruhr-IHKs. Rund 60 Prozent der Firmen sehen sich durch das politische Hin und Her belastet. Vor einem Jahr waren es noch 45 Prozent. „Rohstoffe und Energie sind zu teuer. Und wer investieren will, bekommt Steine – oder besser gesagt: Papier – in den Weg gelegt. Die Unternehmen haben keine Zeit, sich durch den Bürokratiewahnsinn zu kämpfen“, kritisiert Schaurte-Küppers.

Alle Branchen sind betroffen

Insgesamt blickt jedes dritte Unternehmen pessimistisch in die Zukunft. Der IHK-Konjunkturklimaindex sinkt auf 94 Zähler. Er hat damit den niedrigsten Stand seit 15 Jahren erreicht. Nur auf dem Höhepunkt der Energiekriese 2022 lag er noch darunter. Die Aufträge in der Industrie gehen weiter zurück – im In- und im Ausland. Die Logistik leidet unter den verschärften Maut- und Abgasregeln. Gastronomen blicken besorgt auf die erhöhte Mehrwertsteuer, die seit Anfang 2024 wieder bei 19 Prozent liegt. Besonders negativ blicken die Händler auf 2024. Grund ist die Zurückhaltung der Konsumenten. Viele halten ihr Geld derzeit lieber zusammen, statt es auszugeben. Die Folgen der Inflation beeinflussen Einzel- und Großhandel.

Ruhrwirtschaft investiert weniger

Die Betriebe sind sparsamer. Die meisten reparieren oder ersetzen nur den Bestand. „Viele sind vorsichtig geworden und warten ab. Hier müssen Berlin und Düsseldorf verlässliche Perspektiven geben. Aber auch unsere Kommunen können viel tun, damit unsere Unternehmen schneller aus der Rezession kommen“, betont der IHK-Präsident.

Sechs Punkte für ein starkes Ruhrgebiet

Die Umfrage ist laut Ruhr-IHKs ein Hilferuf der Wirtschaft. Die Kammern fordern ein Wachstumspaket von Bund, Land und Kommunen. „Unsere Region ist ein wichtiger Ballungsraum in Europa. Wir brauchen deshalb intakte Straßen und Brücken. Wir müssen innovativer und mutiger werden und neue Konzepte testen“, sagt Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK. Er nennt sechs Forderungen: „Wenn die Kommunen attraktiver werden wollen, müssen sie die Infrastruktur schneller sanieren, Steuern senken, Flächen bereithalten und Bürokratie abbauen.“ Von Bund und Land fordern die IHKs „one in, two out“. Für jedes neue Gesetz müssen zwei abgeschafft werden. Außerdem müsse mehr getan werden, um die Energie und Rohstoffpreise bezahlbar zu halten.

Info:

 

Der Konjunkturklimaindex fasst die Bewertung der Geschäftslage und die Erwartungen zusammen. Zwei Mal im Jahr befragen die Ruhr-IHKs die Unternehmen, seit fast sechzig Jahren. In der aktuellen Umfrage haben sie 850 Unternehmen mit rund 165.000 Beschäftigten befragt. Die Ergebnisse wurden am 2. Februar bei der Niederrheinische IHK in Duisburg vorgestellt.

Niederrheinische Industrie- und Handelskammer
Duisburg - Wesel - Kleve zu Duisburg
Mercatorstr. 22-24 | D-47051 Duisburg