Business-blogger

Business-blogger mit täglichen Nachrichten und Themenbeiträgen von Industrie-und Handelskammern (IHK ) aus Deutschland und Österreich.

Mittwoch, 4. Dezember 2019

Steuerrechtsänderungen 2020: Das sollten Steuerzahler wissen.


Bund der Steuerzahler informiert über die wichtigsten Neuerungen -  Steuern, Rente, Unterhalt – der Bund der Steuerzahler macht den Check und zeigt, was sich für Familien, Arbeitnehmer, Unternehmer und Senioren im kommenden Jahr im Steuer- und Sozialversicherungsrecht ändert. Zum Jahreswechsel haben wir mehrere aktuelle Gesetzespakete durchforstet: Von E wie Elektromobilität über K wie Klimapaket bis V wie Versicherungssteuergesetz hat der Bund der Steuerzahler die entscheidenden Steuerrechtsänderungen zusammengetragen.  Ausführliche Zahlen, Daten und Fakten enthält das neue Servicematerial „Steuerrechtsänderungen 2020“.
Zahlreiche Rechengrößen im Steuer- und Sozialversicherungsrecht ändern sich 2020
·         Für Erwachsene werden erst ab einem zu versteuernden Einkommen von 9.408 Euro Einkommensteuern fällig.
·         Beiträge zur Rentenversicherung können besser abgesetzt werden, Neurentner müssen hingegen einen höheren Anteil ihrer Rente versteuern.
·         Für Dienstreisen und Kundenbesuche steigen die Verpflegungspauschbeträge.
·         Unternehmer und Bauherren können womöglich mit besseren Abschreibungsmöglichkeiten rechnen, wenn es um klimafreundliche Investitionen geht.
·         E-Books und Produkte für die Monatshygiene werden billiger, weil dafür künftig der ermäßigte Umsatzsteuersatz gilt.
Diese und viele weitere Änderungen enthält unser neues Servicematerial.
Die „Steuerrechtsänderungen 2020“ können Mitglieder auf www.steuerzahler.de herunterladen. Andere Interessierte erhalten das Material kostenfrei unter info@steuerzahler.de, Medienvertreter wenden sich bitte an presse@steuerzahler.de
Pressekontakt Bund der Steuerzahler Deutschland e.V.

Montag, 25. November 2019

IHK medet - Geschäftslage und Erwartungen an der Saar haben sich stabilisiert


Saarkonjunktur: Abwärtsdynamik vorerst gestoppt - Die Stimmung in der Saarwirtschaft hat sich im November zum ersten Mal seit Monaten nicht weiter verschlechtert. Die derzeitige Lage und die Aussichten werden auf niedrigem Niveau sogar etwas besser eingeschätzt als im Vormonat. Der IHK-Lageindikator ist um einen Punkt auf 18,8 Zähler gestiegen und der Erwartungsindikator kletterte um 2,1 Punkte nach oben. Er liegt mit minus 8,1 Zählern aber nach wie vor tief im negativen Bereich. Ob das der Beginn einer Trendwende ist, muss sich erst noch zeigen. Jedenfalls deutet sich damit eine Bodenbildung an. „Die Abwärtsdynamik hat sich zwar vorläufig abgeschwächt, aber der Druck auf die Unternehmen bleibt. Denn das für die exportorientierte Saarindustrie so wichtige internationale Umfeld bereitet weiterhin Sorgen. Zudem dämpfen Unsicherheiten der automobilen Wende und über die Zukunft der Stahlindustrie die Investitionsbereitschaft der Unternehmen. Positiv ist, dass der Arbeitsmarkt noch relativ stabil ist und so vom privaten Verbrauch weiterhin stützende Impulse kommen.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Heino Klingen die Ergebnisse der November-Umfrage der IHK Saarland, an der sich rund 300 Unternehmen mit 120.000 Beschäftigten beteiligten.

Insgesamt bewerten derzeit 35 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut, 48 Prozent mit befriedigend und 17 Prozent mit schlecht. Gut laufen die Geschäfte nur noch in der Medizintechnik, in der Keramikindustrie und im Stahlbau. Im Ernährungsgewerbe, in der Elektroindustrie, in der Gummi- und Kunststoffindustrie, im Maschinenbau, bei den Herstellern von Metallwaren und in der Bauwirtschaft ist die Lage überwiegend befriedigend. Merklich angespannt ist die Lage im Fahrzeugbau und in der Stahlindustrie. Über alle Industriebranchen gerechnet ist der Umsatz in der Saarindustrie in den ersten acht Monaten dieses Jahres um 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gefallen, während er im Bund mit einem Minus von 0,1 Prozent nahezu unverändert blieb. 
 
Deutlich besser als in der Industrie ist die Stimmung im Dienstleistungssektor. In der IT-Branche wirken sich die digitale Transformation der Wirtschaft und die dadurch steigende Nachfrage nach IT-Dienstleistungen geschäftsbelebend aus. Gute Geschäfte melden zudem die Versicherungswirtschaft sowie die Hotellerie und Gastronomie, während die Lage bei den Banken, im Verkehrsgewerbe sowie bei den sonstigen Dienstleistern überwiegend befriedigend ist. Insgesamt melden 93 Prozent der befragten Unternehmen im Dienstleistungsbereich gute oder befriedigende Geschäfte. 
 
Aussichten weiterhin verhalten
 
Die kommenden Monate dürften für die Saarwirtschaft weiterhin schwierig bleiben. Nur sechs Prozent der Unternehmen rechnen mit besseren Geschäften, während 14 Prozent eine Verschlechterung befürchten. Skeptische Stimmen kommen vor allem aus der Industrie. Hier liegt der Erwartungsindikator trotz eines leichten Anstiegs im November mit minus 15,4 Zählern weiterhin deutlich im negativen Bereich. Ursächlich dafür sind die schwachen Auftragseingänge (minus 8,8 Prozent gegenüber Vorjahr). „Angesichts der schwachen Konjunktur und der trüben Aussichten wird die wachsende Zurückhaltung der Banken bei der Kreditvergabe zunehmend zum Problem der Unternehmen. Um hier Liquiditätsengpässe zu vermeiden, gehört das deutsche Bürgschaftssystem dringend auf den Prüfstand. Ziel muss es sein, die Besicherung von Unternehmenskrediten über Bundesbürgschaften deutlich zu erleichtern“, so Klingen.


IHK Saarland
Franz-Josef-Röder-Straße 9 | 66119 Saarbrücken

Sonntag, 17. November 2019

IHK Berlin ehrt beste Aus- und Weiterbildungsabsolventen.


Am Abend ehrte die Industrie- und Handelskammer Berlins beste Auszubildende und Absolventen der Weiterbildung. Die Laudatio auf die insgesamt 74 besten Absolventen hielt Arndt Kwiatkowski, Geschäftsführer der bettermarks GmbH. Die Urkunden überreichte IHK-Präsidentin Dr. Beatrice Kramm. Zu Berlins besten Azubis gehört, wer in der Abschlussprüfung mindestens 92 von 100 Punkten erreicht. Das haben in diesem Jahr 55 Jugendliche und junge Erwachsene geschafft, der jüngste Beste ist 17 Jahre alt. Insgesamt haben 7.300 Auszubildende in der Winterprüfung 2018/2019 und in der Sommerprüfung 2019 ihren Berufsabschluss erlangt.
Beatrice Kramm, Präsidentin der IHK Berlin: „Unsere Besten sind hervorragend für die Zukunft gerüstet. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels stehen ihnen alle Türen offen. Mein besonderer Respekt und Dank gilt den Weiterbildungsabsolventen. Es ist nicht einfach, neben Arbeit und Familie noch Zeit fürs Lernen aufzubringen. Aber es ist eine lohnende Investition. Denn wer sein Wissensspektrum erweitert, kann wesentlich besser auf die sich ändernde Arbeitswelt reagieren. Das ist ein Gewinn nicht nur für die Absolventen selbst sondern auch für die Unternehmen, die auf Mitarbeiter wie sie angewiesen sind, um Herausforderungen wie die Digitalisierung erfolgreich zu meistern.“
Da die berufliche Weiterbildung berufsbegleitend stattfindet und die Doppelbelastung entsprechend groß ist, werden hier die Absolventen ausgezeichnet, die in ihrer Abschlussprüfung mindestens 82 Punkte erreicht haben. Das waren in diesem Jahr elf Männer und acht Frauen von insgesamt 600 Prüflingen.
Roger Konitzer, bester Geprüfter Bilanzbuchhalter: „Lernen ist wie Schwimmen gegen den Strom – wer damit aufhört, treibt ab. In den Fortbildungen habe ich gemerkt, wie ich geistig wieder flexibler geworden bin. Darüber hinaus hat mir die Weiterbildung ein wesentlich breiteres Berufsangebotsspektrum eröffnet. Man wird definitiv unabhängiger von der Branche, der man sich als relativ unerfahrener Berufsanfänger verschrieben hat und die ja auch unerwartete Entwicklungen nehmen kann.“

IHK Berlin | Fasanenstraße 85 | 10623 Berlin

Mittwoch, 13. November 2019

Gewinner des Südwestfalenawards 2019 - Betriebe im web erfolgreich. - handwerkernachrichten.com




Das Beste im Web - Gewinner des Südwestfalenawards 2019 gekürt -
IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener (2.v.r.) mit den Preisträgern
aus der heimischen Wirtschaft: (v.l.) Simon Florath und Michael Mücher
von der Attendorner Agentur „Des Wahnsinns fette Beute“, die unter
anderem den Internetauftritt der Möbel Leber GmbH & Co. KG aus
Kreuztal-Eichen gestaltet hat, sowie Anne Knour und Thorsten Gödele von
der Tracto-Technik GmbH & Co. KG aus Lennestadt. - Südwestfalen hat
viel mehr zu bieten als grüne Natur oder traditionelle mittelständische
Industrie. Dies zeigte sich erneut bei der Preisverleihung der
Südwestfalenawards in den Räumen der Südwestfälischen Industrie- und
Handelskammer zu Hagen (SIHK). Geradezu ein Feuerwerk an gut gestalteten
Webauftritten führte den zahlreichen Besuchern vor Augen, dass moderne
Zeiten längst Einzug gehalten haben. Bereits zum 20. Mal wurden die
besten Internetseiten der Region von den drei südwestfälischen
Industrie- und Handelskammern Arnsberg, Hagen und Siegen im Rahmen einer
feierlichen Gala ausgezeichnet.




„Bei mehr als 100 Bewerbungen hatte die Jury keine leichte
Aufgabe, die Preisträger in den vier verschiedenen Kategorien zu
ermitteln. Vom großen Industrieunternehmen über Vereine und Verbände bis
hin zu Einzelbewerbungen war alles vertreten“, unterstrich
SIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ralf Geruschkat. Oft stehen heimische
Medienagenturen hinter der Gestaltung der Seiten. Sie belegen damit,
dass Know-how und gute gestalterische Qualität nicht nur in Köln,
Düsseldorf oder Berlin zu finden sind.
Im Bereich Design gewann die Möbel Leber GmbH & Co. KG aus Kreuztal-Eichen für ihren Internetauftritt www.zon-eichen.de,
den die Attendorner Agentur „Des Wahnsinns fette Beute“ gestaltet hat.
Klaus Gräbener, Hautgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer
Siegen, übereichte die Trophäe und betonte in seiner Laudatio: „Ihre
Website ist eine Überraschung für den Auftritt eines
Handwerksunternehmens und sollte anderen Unternehmen Mut machen, aus dem
Brancheneinerlei auszubrechen.“
Der Hagener Künstler Hartmut
Gloger, der auch in diesem Jahr wieder die Gewinnerstelen gestaltet hat,
verlieh anschließend den Social-Media-Award an die Schmale Maschinenbau
GmbH (www.schmale-gmbh.de) aus
Altena. Die Jury zeigte sich insbesondere beeindruckt ob der
zahlreichen professionellen Videos auf YouTube. Zudem sei Schmale
Maschinenbau ein gutes Beispiel dafür, dass soziale Medien nicht nur für
Firmen mit Endkundenkontakt sehr hilfreich sein können.
Doch das
Internet ist nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Vereine,
Kommunen, Organisationen oder Initiativen von großer Bedeutung. Dies
zeigt der Gewinner der Kategorie „Non Profit“ sehr eindrucksvoll: Die
Jury gratulierte dem Verein „In Safe Hands“ für seinen professionellen
Internetauftritt (www.insafehands.de),
der ebenfalls von der Agentur „Des Wahnsinns fette Beute“ stammt. Ganz
besonders wichtig sei der Jury gewesen, dass die ansprechende Oberfläche
die schöne Verpackung für die adäquaten und kontinuierlich gepflegten
Inhalte darstellt.
Wer erreicht seine Zielgruppe am besten und wer
erzeugt Mehrwert auf seiner Internetseite? Kurzum: Wer ist im Internet
für seine Kunden da? Am meisten überzeugte die Jury in der Kategorie
„Kunde“ die Webseite des Lennestädter Unternehmens Tracto-Technik GmbH
& Co. KG (www.tracto-technik.de).
Jury-Mitglied Prof. Dr. Uwe Klug wies in seiner Laudatio insbesondere
auf die zahlreichen Animationen und Videos hin, die selbst Laien dabei
hälfen, die Funktionsweise der angebotenen Maschinen zu verstehen.

Den Schlusspunkt bildete die Südwestfalen Agentur, die bereits seit 2009
einen eigenen Sonderpreis verleiht. Den Award überreichte Marie Ting,
Leiterin des Regionalmarketings, an Martin Schrodt aus Hemer für seine
Webseite www.icefactum.com. Mit
dem Sonderpreis werden handwerklich gut gemachte Internetseiten
gewürdigt, die die Stärken Südwestfalens in außergewöhnlicher oder
kreativer Weise veranschaulichen, indem sie die innovative
Wirtschaftsregion hervorheben und die Südwestfalen-DNA – digital,
nachhaltig, authentisch – beispielhaft verdeutlichen.
Dass indes
unter den Preisträgern des Tages gleich drei Akteure aus
Siegen-Wittgenstein und Olpe waren, stimmte IHK-Hauptgeschäftsführer
Klaus Gräbener sehr zufrieden: „Das ist ein toller Erfolg für unsere
Region. Die Verleihung zeigt einmal mehr, dass zahlreiche Unternehmen in
unserem Kammerbezirk sehr zielgerichtet mit den Möglichkeiten des
Internets umgehen und die Potenziale erkennen.“


Industrie- und Handelskammer Siegen
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Koblenzer Straße 121
57072 Siegen

IHK-Ausbildungsforum rückte Digitalisierung in den Fokus. - handwerkernachrichten.com




IHK-Geschäftsführer Klaus Fenster warb für die betriebliche Ausbildung.-
„Erwartungshaltung hat sich geändert - Der eigentliche Auftrag ist bis
heute unverändert: Es geht darum, die berufliche Handlungskompetenz des
Nachwuchses zu fördern. Durch den fortschreitenden technologischen
Wandel ergeben sich dennoch ganz neue Herausforderungen für die
Ausbildungsverantwortlichen“, unterstrich Michael Härtel vom
Bundesinstitut für Berufsbildung im Zuge des 5. Ausbildungsforums der
Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) in der Siegerlandhalle. Den
rund 180 Besuchern verdeutlichte er, dass es inzwischen nicht mehr
genüge, Experte im eigenen Fachgebiet zu sein. Mindestens ebenso wichtig
sei es, souverän und zielgerichtet mit den digitalen Medien umzugehen
und die Auszubildenden bestmöglich zu verstehen.



„Die Erwartungshaltung der Jugendlichen hat sich im Verlaufe der
letzten zehn bis 15 Jahre deutlich verändert“, ordnete der Referent ein.
Seit der Einführung des ersten Smartphones habe sich die Affinität
junger Menschen zu modernen Medien sukzessiv verstärkt. Das bleibe nicht
ohne Folgen. Nur wer als Betrieb über die Social-Media-Kanäle
kommuniziere und beispielsweise sein Ausbildungsangebot auf diesem Wege
vorstelle, könne letztlich die relevante Zielgruppe für sich begeistern.
Auf welche Formate und Optionen ein Unternehmen dabei zurückgreifen
solle, müsse es hingegen individuell entscheiden. In sogenannten
Anwender-Workshops des Bundesinstituts für Berufsbildung können
Ausbilder ihre Medienkompetenz schulen und sich somit besser auf die
Interaktion mit den Jugendlichen vorbereiten. Die Digitalisierung spiele
aber natürlich nicht nur bei der Akquise neuer Mitarbeiter eine große
Rolle, sondern auch bei der täglichen Arbeit in den Firmen. Entscheidend
sei die Erkenntnis, dass damit neben den Schwierigkeiten vor allem jede
Menge Chancen und Potenziale einhergehen.



IHK-Geschäftsführer Klaus Fenster warb anschließend dafür, die
gesellschaftliche Bedeutung der betrieblichen Ausbildung zu stärken. Im
heimischen Kammerbezirk weise die Statistik in diesem Punkt
beeindruckende Werte auf. So sei die Zahl der jährlich in den Kreisen
Siegen-Wittgenstein und Olpe abgeschlossenen Lehrverträge während der
letzten 25 Jahre um mehr als 50 % angestiegen. Besonders beeindruckend:
Die Hälfte der Auszubildenden, die 2019 ihre Unterschrift unter den
Kontrakt gesetzt haben, ist dem gewerblich-technischen Bereich
zuzuordnen. Eine solche Quote sei in Nordrhein-Westfalen einzigartig,
konstatierte Fenster.


Langfristig gelte es, die duale berufliche Ausbildung verstärkt als
„Community“ zu strukturieren und die Angebote der einzelnen Unternehmen
noch übersichtlicher für die Zielgruppe aufzubereiten. Ein
entsprechender, im Rahmen der Regionale 2025 erstellter Projektantrag
mit dem Titel „Vernetzte Lernwelt Siegen-Wittgenstein“ setzt an diesem
Punkt an. Betriebe sollen dabei auf einer gemeinsamen Plattform ihre
Inhalte präsentieren und für andere am Projekt beteiligte Unternehmen
öffnen können. Darüber hinaus sei es erstrebenswert, neue Konzepte zu
erarbeiten und etwa die Universität Siegen in die berufliche Ausbildung
zu integrieren: „Warum sollte ein gewerblich-technischer Auszubildender
eines hiesigen Unternehmens nicht zum Beispiel für
Maschinenbau-Vorlesungen an der Uni freigestellt werden, um dort
wichtige Erkenntnisse zu gewinnen, die ihn wiederum im Beruf
weiterbringen?“, regte Fenster an.



Im Anschluss an die Vorträge fanden sich die Teilnehmer der
Veranstaltung in verschiedenen Workshops zusammen. Sie diskutierten
darin über Themen wie Azubi-Recruiting, die Transformation vom Ausbilder
zum Lernbegleiter, eine erfolgreiche Ausbildung geflüchteter Menschen
und die Frage, wie sich Streitigkeiten im Berufsalltag beheben lassen.




Industrie- und Handelskammer Siegen
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Koblenzer Straße 121
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Montag, 4. November 2019

VhU übt scharfe Kritik am unverhältnismäßigen Busfahrer-Streik


Pollert:  „Hessen einen Tag lahmzulegen schadet den auf ÖPNV angewiesenen Pendlern und der Wirtschaft.“ - Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) übt scharfe Kritik an dem von der Gewerkschaft Ver.di veranlassten neuen Streik bei den privaten Busunternehmen. VhU-Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert: „Damit wird erneut ein zentraler Verkehrsträger in unserem Land für einen ganzen Tag lahmgelegt. Das hat gravierende Folgen für unsere auf Mobilität angewiesene Gesellschaft und für die hessische Wirtschaft insgesamt.“ Er forderte die Verantwortlichen bei Ver.di auf, an den Verhandlungstisch mit dem Verband privater Busunternehmen zurückzukehren. Nur durch Verhandlungen könnten im Tarifkonflikt Lösungen gefunden werden.
In Hessen und im Rhein-Main-Gebiet sind viele Menschen auf den Busverkehr angewiesen: Schüler und Studenten, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. „Wer rechtschaffenen Beschäftigten den Weg zur Arbeit und von ihr zurück abschneidet und Schüler und Studenten von der Schule oder der Universität fernhält, wahrt keinerlei Verhältnismäßigkeit mehr. Auch führen zu spät kommende oder gar nicht am Arbeitsplatz erscheinende Beschäftigte zu Störungen oder gar Ausfällen im Produktionsablauf. Dies schadet auch der Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen erheblich“, so Pollert weiter.

Verkehrsträger seien anders als andere Wirtschaftssektoren Anbieter von Infrastrukturleistungen, die wirtschaftliche Prozesse aller anderen Branchen entscheidend beeinflussten. „Deshalb verbietet sich mit Blick auf den über den Einflussbereich hinausreichenden Schaden ein leichtfertiger Umgang mit Streiks. Die heutigen Streiks im Busverkehr sind überzogen und unangemessen“, so der VhU-Hauptgeschäftsführer.

Außerdem erwartet die VhU, dass der Bundesgesetzgeber das Arbeitskampfrecht endlich umfassend gesetzlich so regelt, das Streikaktionen, solange Verhandlungen noch laufen, verboten sind. Erst wenn die Verhandlungen wirklich gescheitert sind und eine durchgeführte Urabstimmung einen Streik legitimiert, darf aus Sicht der VhU gestreikt werden.

Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e. V. (VhU)

Sonntag, 6. Oktober 2019

Sehr gutes Lehrstellenergebnis der IHK Siegen.











Die Situation auf dem heimischen Lehrstellenmarkt stellt sich erneut
sehr positiv dar. - 2.246 Lehrverträge schlossen die IHK-zugehörigen
Unternehmen in Siegen-Wittgenstein und Olpe in den ersten neun Monaten
des laufenden Jahres mit jungen Menschen ab. Das hohe Ausbildungsvolumen
des Vorjahres wurde damit nur knapp verfehlt. Der Rückgang beläuft sich
auf 2,3 %. „Dass wir dieses sehr zufriedenstellende Ergebnis erreichen
würden, zeichnete sich in den vergangenen Monaten bereits ab und ist
abermals ein wichtiges Signal sowohl für die Betriebe als auch für die
jungen Menschen. Allerdings klagen etliche Unternehmen über zunehmende
Probleme, ihre Lehrstellen überhaupt noch besetzen zu können.
Wahrscheinlich wäre daher sogar noch mehr ,drin‘ gewesen“, kommentierte
IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener die aktuellen Daten zur
Lehrstellenstatistik.



Der große Einbruch sei jedoch nach wie vor ausgeblieben. Dies liege
in erster Linie daran, dass die heimischen Industriebetriebe abermals
„deutlich zugelangt“ hätten. Bemerkenswert sei, dass die
gewerblich-technischen Berufe mit 1.126 eingetragenen
Ausbildungsverträgen knapp vor den kaufmännischen rangierten. Klaus
Gräbener: „Dies ist landesweit einmalig und verdeutlicht sehr
anschaulich, wo auf dem heimischen Lehrstellenmarkt vor allem die Musik
spielt.“
Im Kreis Siegen-Wittgenstein wurden in den ersten neun
Monaten des laufenden Jahres 1.466 Lehrverträge eingetragen. Exakt ein
Vertrag weniger als im Vorjahr. 709 Ausbildungsverträge in den
gewerblich-technischen Berufen bedeuteten hier ein Plus von 1,6 %. Die
757 kaufmännischen Ausbildungsverträge waren gleichbedeutend mit einem
Minus von 1,6 %. IHK-Geschäftsführer Klaus Fenster: „Besonders
erfreulich sind aus unserer Sicht die Zuwächse in den für die heimische
Wirtschaft so wichtigen industriellen Metall- und Elektroberufen. Hier
liegt das Plus bei knapp 4 %.“ Im Kreis Olpe lag das Gesamtvolumen bei
780 eingetragenen Verträgen ebenfalls fast exakt auf Vorjahresniveau.
Das Minus betrug hier 0,9 %. Das Volumen der kaufmännischen Berufe sank
ebenfalls um 1,6 %, das der gewerblich-technischen um 0,2 %.
Für
die jungen Menschen besonders attraktiv waren in diesem Jahr im
kaufmännischen Bereich die Berufsbilder der Industriekaufleute (238
Verträge), Verkäufer/-in (118) sowie die Kaufleute für Büromanagement
(103 Verträge). Dem gegenüber hatten in dem gewerblich-technischen
Bereich die Industriemechaniker mit 135 abgeschlossenen Lehrverträgen
die Nase vorn, dicht gefolgt von den Zerspanungsmechanikern (124) sowie
den Maschinen- und Anlagenführern (113). Klaus Fenster betonte, dass es
in beiden Kreise naturgemäß zum Teil deutliche Verschiebungen zwischen
den einzelnen Kommunen gegeben habe: „Im Kreis Olpe gab es Zuwächse bei
den Lehrverträgen in Drolshagen (+ 8,3 %), Kirchhundem (+ 10,5 %) und
Olpe (+ 16 %). Rückgänge verzeichneten wir in Wenden (- 10,9 %),
Lennestadt (- 3,3 %) und Attendorn (- 8 %). Das Lehrstellenvolumen in
Finnentrop blieb nahezu konstant.“ Im Altkreis Siegen stieg das
Lehrstellenvolumen in Wilnsdorf (+ 5,4 %), Siegen (+ 8,7 %) und
Hilchenbach (+ 8,1 %). In Kreuztal betrug das Minus 8,2 %, in
Freudenberg 6,6 %. Nahezu identisch blieb das Ausbildungsvolumen in
Netphen. In Wittgenstein wurden in den ersten neun Monaten des laufenden
Jahres 179 Verträge abgeschlossen. Dies entsprach einem Minus von 12 %.
Während das Lehrstellenvolumen in Erndtebrück und in Bad Laasphe nahezu
identisch blieb, verzeichnete die IHK in Bad Berleburg deutliche
Rückgänge. Hier schlossen die Unternehmen 98 Lehrverträge mit jungen
Menschen ab gegenüber 126 im Vorjahr.



Industrie- und Handelskammer Siegen
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Koblenzer Straße 121
57072 Siegen

Freitag, 4. Oktober 2019

IHK Saarland ehrte 200 neue Industriemeister










In diesem Jahr haben rund 200 Industriemeister ihre Prüfung
erfolgreich abgelegt. Sie wurden am 2. Oktober 2019 in den Räumen der
IHK Saarland im Rahmen der IHK-Meisterfeier von IHK-Präsident Dr. Hanno
Dornseifer und IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Heino Klingen geehrt.
IHK-Präsident Dr. Hanno Dornseifer betonte die Anerkennung, die dem
Abschluss Industriemeister mittlerweile zuteil wird: “Wir brauchen
technisch versierte Fachkräfte, die in unseren Unternehmen die
Herausforderungen einer digitalen Zukunft meistern. Unsere
Absolventinnen und Absolventen sind dafür bestens gerüstet“.




Die Weiterbildung zum Industriemeister läuft berufsbegleitend
über zweieinhalb Jahre. Sie wird in den Fachrichtungen Elektrotechnik,
Hüttentechnik, Kraftverkehr, Kunststoff und Kautschuk, Logistik,
Mechatronik und Metall angeboten. Mit ihrer großen praktischen Erfahrung
und den im Rahmen ihrer Ausbildung erworbenen theoretischen Kenntnisse
übernehmen Industriemeister in der Produktion, aber auch in vielen
anderen Unternehmensbereichen zentrale Aufgaben. Sie sind heute in der
Hierarchie vieler Unternehmen fest etabliert. Gleichzeitig dankte der
IHK-Präsident den über 100 ehrenamtlichen Prüfern der
Meisterprüfungsausschüsse für ihr großes Engagement.

Als die Besten in ihrer Fachrichtung wurden ausgezeichnet:
-        Jan Wagner, Industriemeister Elektrotechnik
-        Alexander Spies, Industriemeister Hüttentechnik
-        Felix Kuntz, Industriemeister Kunststoff und Kautschuk
-        Stefan Lorscheter, Industriemeister Mechatronik
-        Emily Geier, Industriemeister Metall
-        Lena Eisenhut und Justin Rupp, Logistikmeister und
-        Christian Meiser, Meister für Kraftverkehr.










IHK Saarland
Franz-Josef-Röder-Straße 9 | 66119 Saarbrücken

Donnerstag, 26. September 2019

Grundsteuer sollte in Hessen unbürokratisch als Flächensteuer ohne Mehrbelastung von Bürgern und Betrieben erhoben werden.



Landtagsdebatte zu Grundsteuer  - Reimann: „Hessen sollte einfaches Flächenmodell einführen, sobald die Länder eine eigene Regelungskompetenz nach der Grundsteuerreform haben.“ - Die Grundsteuer sollte in Hessen unbürokratisch als Flächensteuer ohne Mehrbelastung von Bürgern und Betrieben erhoben werden, sobald die Länder eine eigene Regelungskompetenz nach der Grundsteuerreform haben. Das fordert die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) anlässlich der heutigen Landtagsdebatte.

„Je einfacher die Steuer erhoben wird, desto besser ist sie. Wir werben dafür, dass in Hessen ein unbürokratisches und aufkommensneutrales Flächenmodell einführt wird“, erklärte Thomas Reimann, Vorsitzender des Bau- und Immobilienausschusses der VhU und Vorstandsvorsitzender der mittelständischen Bauunternehmung ALEA AG in Frankfurt.

Die VhU begrüßt, dass der Bundesrat in seiner Sitzung am vergangenen Freitag (20.09.2019) für eine umfassende Regelungskompetenz der Länder bei der Erhebung der Grundsteuer votiert hat. Reimann: „Eine solche Länderöffnungsklausel gehört ins neue Grundsteuergesetz! Bundestag und Bundesregierung sollten dem zustimmen.
Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e. V. (VhU)

Mittwoch, 25. September 2019

Negative Entwicklung der saarländischen Wirtschaft hält an.


IHK zu den Wachstumszahlen im ersten Halbjahr 2019 - Statement von IHK-Hauptgeschäftsführer Heino Klingen: „Die negative Entwicklung der saarländischen Wirtschaft zeichnete sich bereits seit dem Frühsommer ab, als die Saarindustrie immer stärker in den Sog der weltweiten Konjunkturschwäche geriet. Solange der Handelskonflikt zwischen den USA und China nicht beigelegt wird, dürfte sich daran auch wenig ändern.
Deshalb sollte die Politik im Bund auch nicht länger die Augen davor verschließen, dass Deutschland eine veritable Wachstumskrise droht. Aus Sicht der IHK ist es deshalb an der Zeit, die konjunkturellen Binnenkräfte zu stärken. Ansatzpunkte hierfür wären eine umfassende Investitions- und Innovationsoffensive sowie weitere vertrauensbildende Maßnahmen im steuerlichen Bereich – etwa die Wiedereinführung der degressiven Abschreibung.
IHK Saarland
Franz-Josef-Röder-Straße 9 | 66119 Saarbrücken

Montag, 23. September 2019

Klimapaket nur halb gepackt - Wie handlungsfähig ist diese Regierung noch?


Die Beschlüsse des Klimakabinetts sind leider nicht der erhoffte große Wurf. Trotz einer Vielzahl sinnvoller Ansätze und einiger richtiger Instrumente fehlt ein schlüssiges Gesamtkonzept, das marktwirtschaftliche Möglichkeiten zielgerichtet und effizient für den Klimaschutz nutzt und zugleich Fehlentwicklungen der Energiewende mutig begegnet. Wir befürchten, dass so die Komplexität der Energie- und Klimapolitik noch größer, damit noch störanfälliger und voraussichtlich auch teurer wird....Hier die Stellungnahmen von Verbänden und Kammern...
„Dass die Bundesregierung nun endlich die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung in Angriff nimmt, ist ein gutes Zeichen“, kommentiert Dieter Babiel, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, das Klimaschutzpaket der Bundesregierung. „Besonders erfreulich ist die Förderung der seriellen Sanierung, denn um die notwendige Erhöhung der Sanierungsquote unseres Gebäudebestands zu erreichen, braucht es attraktive, effiziente und vor allem großmaßstäbliche Lösungsansätze. Serielle und industrielle Bauweisen können hier einen wichtigen Beitrag leisten“, so Babiel weiter. „Die Bundesregierung muss jetzt schnell die entsprechenden Rahmen-bedingungen schaffen. Ein wichtiger Schritt wäre, den Quartiersansatz auf einen Portfolioansatz zu erweitern, der die gemeinsame Bearbeitung auch nicht räumlich zusammenhängenden Gebäudebeständen ermöglicht“, sagt Babiel. „Der Fokus muss endlich vom Wohnungsbau auf alle anderen Gebäudetypologien erweitert werden.
Umfassende Servicepakete könnten die komplette Projektabwicklung von der Bestandsaufnahme über das Mietermanagement bis zur Betriebsaufnahme beinhalten. Hierfür hat die BAUINDUSTRIE Lösungen parat“, fügt Babiel hinzu.
Zu bedauern sei, dass keine steuerliche Förderung für kommerziell genutzte bzw. vermietete Gebäude vorgesehen ist. „Hier lässt die Bundesregierung Einsparpotenzial liegen. Der benötigte Sanierungsschub auch bei Nicht-Wohngebäuden bleibt damit aus“, so Babiel abschließend.
 
Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V.
Kurfürstenstraße 129, 10785 Berlin
www.bauindustrie.de
Schwannecke: Beschlüsse des Klimakabinetts nicht der erhoffte große Wurf
Zu den vom Klimakabinett getroffenen Beschlüssen erklärt Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH): Die Beschlüsse des Klimakabinetts sind leider nicht der erhoffte große Wurf. Trotz einer Vielzahl sinnvoller Ansätze und einiger richtiger Instrumente fehlt ein schlüssiges Gesamtkonzept, das marktwirtschaftliche Möglichkeiten zielgerichtet und effizient für den Klimaschutz nutzt und zugleich Fehlentwicklungen der Energiewende mutig begegnet. Wir befürchten, dass so die Komplexität der Energie- und Klimapolitik noch größer, damit noch störanfälliger und voraussichtlich auch teurer wird.
Mit der Entscheidung für eine Mengensteuerung von CO2 mit Zertifikatehandel – nun auch im Gebäude- und Verkehrsbereich – wird im Grundsatz der richtige Weg eingeschlagen. Durch die engen Vorgaben für den Zertifikatepreis werden sich die marktwirtschaftlichen Steuerungspotenziale dieses Ansatzes jedoch nicht entfalten können. Absehbar wird die neue CO2-Bepreisung vor allem als Finanzierungsquelle dienen, um Klimaaktionismus fortzusetzen.  Die vorgesehenen geringfügigen Reduzierungsschritte für die EEG-Umlage ändern hieran nichts.
Das für 2026 angekündigte Ende für den Einbau neuer Ölheizungen ist das Gegenteil einer auf Innovationen, Technologieoffenheit und Wettbewerb beruhenden Klimapolitik. Auch im Lichte der vorgesehenen Austauschförderung ist dieses Technologieverbot grundsätzlich falsch.
Demgegenüber begrüßen wir, dass nun endlich eine steuerliche Förderung der Gebäudesanierung eingeführt werden soll. Sie ist ein wichtiges Anreizinstrument. Ein Großteil der CO2 Emissionen kommt aus dem Gebäudebereich. In diesem Sektor mit Innovations- und Investitionsimpulsen anzusetzen ist richtig. Insbesondere hier liegt auch der Beitrag, den das Handwerk zum wirksamen Klimaschutz leisten kann und mit seiner Kompetenz leisten will. Wichtig ist, dass die energetische Sanierungsförderung jetzt zügig, wirkmächtig und mit verlässlicher langfristiger Perspektive eingeführt wird. Sonst droht Attentismus – und damit weiterer Stillstand bei der Gebäudeeffizienz.
Zentralverband des Deutschen Handwerks
Mohrenstr. 20/21
10117 Berlin

Mang: „Klimapaket bietet Einstieg in marktwirtschaftlichen und ökologisch wirksamen Klimaschutz. Gut, dass CO2-Deckel statt CO2-Steuer kommt.“

Als „Einstieg in einen marktwirtschaftlich ausgerichteten und ökologisch wirksamen Klimaschutz“ hat die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) die heutigen klimapolitischen Beschlüsse von CDU/CSU und SPD im Bund bezeichnet. „Das Klimaschutzpaket der Koalition ist besser als noch vor Wochen gedacht, aber es beinhaltet leider auch Widersprüche und unnötige Belastungen für Bürger und Betriebe“, sagte VhU-Präsident Wolf Matthias Mang.

Mang: „Es ist sehr gut, dass ein nationaler CO2-Deckel mit Zertifikatehandel für Verkehr und Gebäude kommt und keine CO2-Steuer mit ungewisser ökologischer Wirkung. Ein schrittweise sinkender CO2-Deckel garantiert, dass weniger CO2 ausgestoßen wird. Der Zertifikatehandel sorgt für Kosteneffizienz und Technologieoffenheit. Die VhU hat seit Jahren für genau diesen Klimaschutzansatz geworben.“

„Auch die Bekenntnisse zu marktwirtschaftlichen Instrumenten und Technologieoffenheit sind richtig. Aber die Koalition hält sich leider nicht konsequent daran: Die Anhebung der Luftverkehrsteuer, das Verbot neuer Ölheizungen und die Ausweitung der LKW-Maut sind klimapolitisch nicht zu rechtfertigen, wenn es CO2-Deckel gibt, die Kerosin sowie Heizöl und Diesel erfassen. Einzelne Techniken zu verteuern oder gar zu verbieten, bringt dem Klima nichts, widerspricht dem Prinzip der Technologieoffenheit und verteuert den heimischen Wirtschaftsstandort. Auch die anfänglichen Festpreise im Zertifikatehandel machen Klimaschutz unnötig unflexibel und eventuell sogar teurer“, sagte der VhU-Präsident. Er bedauerte, dass das Paket streckenweise ein „widersprüchlicher und nicht technologieoffener Maßnahmendschungel“ sei.

Mang begrüßte die angekündigte, moderate Senkung der EEG-Umlage. Er lobte ferner die Absicht, die Pendlerpauschale anzuheben, um Berufspendler zu entlasten, da mit einem leichten Anstieg der Preise für Benzin und Diesel zu rechnen sei. Zudem zeigte er sich zufrieden, dass die Koalition keine neuen Schulden machen wolle.

Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e. V. (VhU)

Licht und Schatten beim Klimakompromiss

Statement von IHK-Präsident Dr. Hanno Dornseifer zu den Entscheidungen des Klimakabinetts: Die IHK begrüßt, dass die Bundesregierung ein Emissionshandelssystem für den Verkehrs- und Gebäudebereich einführen will. Damit macht Deutschland einen ersten Schritt, um seine Klimaschutzziele in diesen Bereichen zu erreichen. Ein Hemmnis auf diesem Weg ist allerdings die Ausgabe der Zertifikate zu Festpreisen. Damit wird die Wirksamkeit des Systems stark beschnitten, da es kaum zu Innovationen bei den Unternehmen und Verhaltensänderungen bei den Bürgern anreizt.

Positiv ist auch, dass die EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms abgesenkt werden soll. Wir hätten uns hier aber mehr Mut gewünscht. Schließlich stehen gerade unsere saarländischen Unternehmen im internationalen Wettbewerb und zahlen mit die höchsten Strompreise in ganz Europa. Insofern sind eine Absenkung der Stromsteuer und eine vollständige Befreiung der Eigenstromproduktion von der EEG-Umlage dringend geboten.

IHK Saarland
Franz-Josef-Röder-Straße 9 | 66119 Saarbrücken

„Klimakompromiss weist insgesamt in die richtige Richtung“
Brossardt: „Echtes Emissionshandelssystem für Gebäude und Verkehr bringt effektiven Klimaschutz“. - Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. sieht die Eckpunkte des Klimakabinetts im Grunde positiv. „Der Klimakompromiss der Bundesregierung weist alles in allem in die richtige Richtung – für das Klima und für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Es ist richtig, dass ein Emissionshandelssystem für Gebäude und Verkehr statt einer CO2-Steuer eingeführt werden soll, allerdings erst 2026. Bis dahin garantiert ein Festpreissystem immerhin Planungssicherheit für die Unternehmen. Die vorgesehenen CO2-Preise bewegen sich dabei auf einem wirtschaftlich vertretbaren Niveau“, so vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Mindestpreise seien dagegen der falsche Weg. Er stellt zudem klar, dass es mit einer CO2-Bepreisung allein nicht getan ist: „Je später in eine echte Mengensteuerung eingestiegen wird, desto wirksamer müssen die positiven Anreize sein, weniger CO2 zu emittieren. Wir begrüßen die Einführung der steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung und die Absenkung der EEG-Umlage. Das reicht aber noch nicht. Eine Minderung der Stromsteuer auf das europarechtliche Minimum ist dringend erforderlich. Beim Heizungsaustausch und der Förderung der kommerziell genutzten und vermieteten Gebäude bleibt das Programm hinter unseren Erwartungen zurück.“

Zentral für einen effektiven Klimaschutz ist, dass wir eine Vereinbarkeit von Ökonomie, Ökologie und sozialer Verträglichkeit sicherstellen, unsere Industrie vor Ort in Bayern erhalten und Arbeitsplätze sichern. Neben einem positiven Anreizsystem für Treibhausgasreduktion und Kompensationsmaßnahmen für die Industrie beim Strompreis sind auch zusätzliche Investitionen in Infrastruktur und Forschung notwendig. „Der Klimaschutz muss als Infrastruktur- und Modernisierungsprojekt für Bayern und Deutschland verstanden werden. Insbesondere der geplante Ausbau der Ladeinfrastruktur ist für unsere Automobilindustrie in Bayern besonders wichtig, damit klimafreundliche Antriebsarten auf unseren Straßen überhaupt genutzt werden können. Klimafreundlichkeit muss allerdings technologieoffen gewährleistet werden“, betont Brossardt. Im Bereich synthetischer Kraftstoffe bleiben die Eckpunkte beispielsweise noch sehr vage. Positiv sieht die vbw, dass unter anderem das Thema Green IT in der Forschung aufgegriffen werden soll.
Das separate Emissionshandelssystem für Gebäude und Verkehr national zu beginnen, ist laut Brossardt natürlich nicht ideal und kann nur der Anfang sein. „Die Bundesregierung muss umgehend Gespräche mit anderen EU-Ländern über die Mitwirkung in diesem System aufnehmen und auf eine anschlussfähige Lösung setzen. Je mehr Staaten sich beteiligen, desto größer ist die Klimawirkung“, so Brossardt. Nach dem nun vorgelegten Modell wären Zertifikate auf absehbare Zeit nicht direkt zwischen europäischen Unternehmen handelbar.
ibw – Informationszentrale der Bayerischen Wirtschaft e. V.
Max-Joseph-Straße 5
80333 München


Erweiterter Emissionshandel ist das A und O!
Bund der Steuerzahler zu den Ergebnissen des Klimakabinetts. -  Der Bund der Steuerzahler (BdSt) begrüßt ausdrücklich die geplante Einführung eines nationalen Emissionshandels für den Verkehrs- und Wärmebereich. Wichtig ist jetzt, dass sich die Bundesregierung parallel und schnell für die Ausweitung des Emissionshandels in der gesamten Europäischen Union einsetzt. Dazu sollte die Regierung ihren Vorsitz im EU-Rat kommendes Jahr nutzen. Ein EU-weiter Handel bietet die Chance, dass die Preisaufschläge für Kraft- und Heizstoffe geringer ausfallen als bei dem jetzt geplanten deutschlandweiten Emissionshandel. „Der Königsweg für einen effektiven Klimaschutz zu vertretbaren Kosten ist und bleibt die Ausweitung des bestehenden Zertifikatehandels – das muss die Leitlinie unserer Klimapolitik werden. Die jetzt beschlossene nationale Ausweitung ist ein gutes Signal“, betont BdSt-Präsident Reiner Holznagel. „Erfreulich ist, dass die ursprünglich erwogene CO2-Steuer vom Tisch ist. Eine CO2-Steuer hätte nur hohe Kosten für Bürger und Betriebe ohne großen Nutzen für das Klima bedeutet.“
So bewertet der BdSt weitere Ergebnisse des Klimakabinetts:
·         Die Erhöhung der Pendlerpauschale war überfällig. Statt der jetzt geplanten 35 Cent pro Kilometer wären mindestens 40 Cent angemessen. Dafür setzen wir uns seit Jahren ein.
·         Die geplante Senkung des Mehrwertsteuersatzes für Bahnfahrten ist positiv zu bewerten, reicht aber nicht aus. Erstens sollten auch Fernbusreisende in den Genuss der Steuersenkung kommen – denn faire Wettbewerbsbedingungen sind wichtig. Zweitens brauchen wir eine Bahnreform, bei der das Schienennetz in Staatsbesitz bleibt, aber mehr Wettbewerb um die Schienennutzung entsteht. Auf der Fernstrecke ist die Bahn immer noch Quasimonopolist.
·         Das Verbot von Ölheizungen sieht der BdSt kritisch: Eine Abwrackprämie führt zu Mitnahmeeffekten. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Prämie zu Heizungspreiserhöhungen führt. Dann landet die vom Steuerzahler finanzierte Prämie nicht nur beim Käufer, sondern auch beim Verkäufer. Außerdem könnte ein Ölheizungsverbot verhindern, dass je nach Wohnsituation effizientere Lösungen wie zum Beispiel Hybridsysteme gewählt werden.
Bund der Steuerzahler Deutschland e.V.

Zum  Klimapaket der Großen Koalition sagt Henrik Vagt, Geschäftsführer Wirtschaft und Politik der IHK Berlin:
„Dass die Koalition sich auf einen Klimakompromiss geeinigt hat, ist ein gutes Signal. Viele Berliner Unternehmen haben sich an den Protesten beteiligt und damit gezeigt, dass sie den Weg zu einer ambitionierteren Klimapolitik mitgehen. Der Einstieg in eine CO2-Bepreisung mit gleichzeitiger Absenkung der EEG-Umlage ist ein sinnvoller erster Schritt. Lange überfällig ist die ebenfalls angekündigte steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung. Die Kunst besteht jedoch nicht darin, einen CO2-Preis festzulegen. Sondern diesen Preis in ein konsistentes marktwirtschaftliches System einzubetten, das unbürokratisch ist und keine Fehlanreize setzt. Davon ist auch das jetzt vorliegende Klimapaket noch weit entfernt.“

IHK Berlin | Fasanenstraße 85 | 10623 Berlin

Freitag, 13. September 2019

CO2-Bepreisung: Berliner Wirtschaft für mehr marktwirtschaftliche Instrumente beim Klimaschutz.


Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte über die Energie- und Klimapolitik in Deutschland und Berlin und der bevorstehenden Sitzung des Klimakabinetts am 20. September setzt die Berliner Wirtschaft ein klares Signal für eine ambitionierte Klimapolitik mit marktwirtschaftlichen Instrumenten. Mit der Position „Berliner Wirtschaft für Klimaschutz: Zehn Leitgedanken für eine CO2-Bepreisung“ bekennt sich die Berliner Wirtschaft ausdrücklich zum Umwelt- und Klimaschutz. Die IHK Berlin spricht sich dafür aus, die Klimapolitik auf Basis eines effizienten und technologieoffenen CO2-Bepreisungsmodell neu zu justieren.
Zentrales Instrument einer Neuausrichtung der Klimapolitik ist aus Sicht der IHK Berlin ein CO2-Preis, der einer effektive und effiziente Steuerung der Klimaschutzziele zu volkswirtschaftlich geringstmöglichen Kosten ermöglicht. Ergänzt werden muss dieser Baustein um einen klugen Mix aus Förderung, öffentlichen Investitionen sowie einer Entbürokratisierung des bestehenden ordnungsrechtlichen Rahmens sowie des Abgabe- und Umlagesystems.
In ihrem Positionspapier „Berliner Wirtschaft für Klimaschutz: Zehn Leitgedanken für eine CO2-Bepreisung“ fordert die IHK Berlin eine Neujustierung der Klimapolitik mit mehr marktwirtschaftlichen Instrumenten. Das Papier wurde am 11. September einstimmig von den Unternehmern der Vollversammlung, dem höchsten Beschlussgremium der IHK Berlin, verabschiedet.
Beatrice Kramm, Präsidentin der IHK Berlin: „Die Bundesregierung sollte sich sowohl auf europäischer als auch auf internationaler Ebene für die Einführung einer einheitlichen Bepreisung von CO2 auf der Grundlage internationaler Klimaschutzvereinbarungen einsetzen. Voraussetzung für einen solchen CO2-Preis ist, dass damit ein grundsätzlicher Systemwechsel im energie- und klimapolitischen Instrumentenmix verbunden ist - weg von einem ineffizienten und kostenintensiven System aus Umlagen und Abgaben, hin zu einem effektiven, marktwirtschaftlichen Rahmen.
Viele Berliner Unternehmen haben nicht zuletzt mit dem Blick auf die Fridays for Future-Bewegung ihre eigenen Klimaschutzaktivitäten ausgeweitet. Diesen Impuls greifen wir mit unserer Positionierung auf und senden ein klares Signal an die Politik: Ambitionierter Klimaschutz und wirtschaftliches Wachstum passen zusammen.
Lutz Wedegärtner, Vorsitzender des Ausschusses Umwelt und Energie der IHK Berlin: „Das zentrale Element einer effektiven und effizienten Klimapolitik sollte aus Sicht der Berliner Wirtschaft ein CO2-Preis sein. In einem Gesamtmodell mit begleitenden Maßnahmen können die Klimaziele am besten mit marktwirtschaftlichen Instrumenten erreicht werden. Dazu gehört eine zielorientierte Förderung über Beratungsangebote ebenso wie die notwendige Entschlackung des Abgabe- und Umlagesystems. Die Einnahmen aus einer CO2-Steuer dürfen dabei nicht im Staatshaushalt verbleiben, sondern müssen zeitnah auch an die Unternehmen rückverteilt werden.“
Deutschland verfehlt laut aktuellem Klimaschutzbericht 2018 seine unverbindlichen, nationalen Klimaziele für das Jahr 2020 deutlich. Statt der angestrebten 40 Prozent weniger Treibhausgase als 1990 beträgt die Verringerung der Emissionen in Deutschland lediglich etwa 32 Prozent.
Die europarechtlich verbindlichen Ziele in Höhe von minus 14 Prozent bis 2020 bzw. minus 38 Prozent bis 2030 (gegenüber 2005), die nicht vom EU-Emissionshandel erfasst sind (Gebäude, Verkehr und Landwirtschaft), werden ebenfalls stark verfehlt. Ende 2017 lagen diese nur um 3 Prozent niedriger als 2005. Strafzahlungen drohen – mit erheblichen Risiken für den Bundeshaushalt, denn vom Emissionsbudget nicht gedeckte Emissionsberechtigungen müssen von anderen EU-Mitgliedstaaten angekauft werden.
Vor diesem Hintergrund hat die Bundesregierung im April dieses Jahres das sog. Klimakabinett eingesetzt und für den 20. September richtungsweisende Entscheidungen u. a. eine Grundsatzentscheidung zu einer CO2-Bepreisung angekündigt, die bis zum Ende des Jahres verabschiedet werden sollen.
Das ausführliche Positionspapier finden Sie hier:  www.ihk-berlin.de/co2-bepreisung
IHK Berlin | Fasanenstraße 85 | 10623 Berlin

Wirtschaft gegen Tourismusbeitrag und Tourismusabgabe im Saarland.


Keine weiteren Belastungen: Finanzierung der Tourismusinfrastruktur ist gesamtgesellschaftliche Aufgabe - „Die Finanzierung der touristischen Infrastruktur ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und darf nicht zu einer weiteren Sonderlast für einzelne Branchen und  Unternehmen führen. Bereits heute ist das Saarland Hochsteuerland. Die finanzielle Belastung der Unternehmen durch Steuern und Beiträge ist im Bundesvergleich überdurchschnittlich. Wird nun auch noch ein Tourismusbeitrag eingeführt, schadet dies dem Wirtschaftsstandort Saarland gleich in mehrfacher Hinsicht: Er verringert die Chancen auf Ansiedlungen neuer Betriebe, schwächt die Investitionskraft bestehender Unternehmen und belastet deren Wettbewerbsfähigkeit.
Die Kommunen sollten stattdessen Einnahmen dort generieren, wo die Belastung im Saarland nur unterdurchschnittlich ist – etwa die Grundsteuer B.“ So kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Heino Klingen im Vorfeld der Anhörung im Landtag am 12. September die von der Landesregierung geplante Einführung einer Tourismusabgabe und eines Tourismusbeitrags im Saarland.

Tourismusbeitrag belastet insbesondere kleine und mittlere Unternehmen

Zusammen mit der IHK sprechen sich auch die Handwerkskammer des Saarlandes (HWK), die Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU), der Dehoga Saarland und der Handelsverband Saar gegen zusätzliche Belastungen der Wirtschaft aus. Sie weisen insbesondere darauf hin, dass die Kommunen bereits über die Gewerbebesteuer an der Wertschöpfung im touristischen Sektor partizipieren. Insgesamt beläuft sich die finanzielle Mehrbelastung der Unternehmen der Saarwirtschaft gegenüber dem Bundesschnitt auf inzwischen fast 60 Millionen Euro jährlich. Darüber hinaus können einzelne Kommunen unter engen Voraussetzungen Kurbeiträge erheben. Die nun geplante Änderung des Kommunalen Abgabengesetzes (KAG) weitet den Kreis dieser Gemeinden erheblich aus. Die Zahl der beitragspflichtigen Unternehmen wird dadurch größer, so dass zukünftig alle Unternehmen beitragspflichtig werden, denen durch den Tourismus vermeintliche Vorteile entstehen.
Aus Sicht der Verbände läuft ein derartiger neuer Beitrag auf eine doppelte Finanzierung hinaus, da der Betrieb und die Instandhaltung der touristischen Infrastruktur heute bereits aus dem Gewerbesteueraufkommen geleistet werden können. Mit anderen Worten: Kommunen, die eine solche Abgabe einführen, müssen die Gewerbesteuer entsprechend reduzieren. Nach Auffassung der Wirtschaft wird ein Tourismusbeitrag vor allem kleine und mittlere Unternehmen belasten. Sollte er eingeführt werden, stehen die Unternehmen vor der Notwendigkeit, entweder Preiserhöhungen durchzusetzen oder die Mehrbelastung selbst zu tragen.

Gleiches gilt für die Einführung einer Tourismusabgabe, mit der die Übernachtungsgäste belastet werden sollen. Der gestiegene Wettbewerb und die hohe Preistransparenz werden in vielen Fällen dazu führen, dass sich die ohnehin unterdurchschnittliche Gewinnmarge der Hotelbetriebe weiter verschlechtert. Darüber hinaus würden sowohl eine Tourismusabgabe als auch ein Tourismusbeitrag die bereits hohe Bürokratielast nochmals deutlich erhöhen.  

Erheblicher Nachbesserungsbedarf

Zudem sehen die Kammern und Verbände erheblichen Nachbesserungsbedarf bei der Formulierung der Gesetzesvorlage, um die negativen Folgen für die Wirtschaft in Grenzen zu halten. Besonders die im Gesetzentwurf vorgesehene Option, dass die Gemeinden ohne  eine verbindliche Kopplung an die Ziele der Tourismusstrategie touristische Mittel generieren können, stößt in der Wirtschaft auf Kritik. „Das halten wir für den falschen Weg. Investitionen in die touristische Infrastruktur verlangen ein abgestimmtes interkommunales Engagement. Es ist daher sicherzustellen, dass die betroffenen Betriebe und die touristischen Akteure bei der Entscheidung zur Verwendung der Gelder eingebunden werden“, so Klingen.

Aus Sicht der Wirtschaft sollten Unternehmer, die zur Finanzierung touristischer Einrichtungen und Veranstaltungen herangezogen werden, gegenüber der Kommune auch ein Mitspracherecht hinsichtlich der zielgerichteten Verwendung der eingenommenen Mittel haben. Die Aufnahme eines derartigen Mitbestimmungsrechts in die Gesetzesvorlage würde diesem Ansinnen Rechnung tragen.
IHK Saarland
Franz-Josef-Röder-Straße 9 | 66119 Saarbrücken

IHK Saarland
Franz-Josef-Röder-Straße 9 | 66119 Saarbrücken

Donnerstag, 5. September 2019


Angekommen, herausgefordert, angepackt! - Stand und Perspektiven der Arbeitsmarktintegration im Saarland. -  Wie ist der Stand der Arbeitsmarktintegration in Deutschland und im Saarland? Was läuft gut und wo gibt es noch Defizite und Herausforderungen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer Informations- und Diskussionsveranstaltung des Vereins „Saarwirtschaft hilft Flüchtlingen“ in der IHK Saarland. Mit von der Partie war auch die Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit, die ebenso wie der Verein ein positives Resümee des bisher Erreichten zog.

Heino Klingen, Vorsitzender von Saarwirtschaft hilft Flüchtlingen e.V. und IHK-Hauptgeschäftsführer betonte: „Die Integration der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt hat im Saarland besser funktioniert als in vielen anderen Bundesländern. Ursächlich dafür sind sicherlich die Kleinheit unseres Bundeslandes und die damit verbundenen kurzen Wege. Es ist aber vor allem auch darauf zurückzuführen, dass die politischen Verantwortlichen frühzeitig die richtigen Weichen gestellt haben und alle wichtigen Akteure zusammengebracht wurden. Positiv hervorzuheben ist zudem, dass sehr viele saarländische Unternehmen bereit waren und weiterhin bereit sind, Geflüchtete in ihren Betrieben aufzunehmen, sie auszubilden und ihnen mit einem Arbeitsplatz eine Perspektive zu bieten.“

Heidrun Schulz, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit untermauerte mit aktuellen Zahlen zur derzeitigen Situation von Geflüchteten auf dem saarländischen Arbeitsmarkt das Geleistete: „Nach den aktuellen Daten sind 4.500 geflüchtete Frauen und Männer in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung tätig. Dies sind 1.700 oder 60 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der größte Teil der Beschäftigten arbeitet in der Zeitarbeit, im Gastgewerbe und im Verarbeitenden Gewerbe. Nach wie vor sind gute Sprachkenntnisse der wichtigste Erfolgsfaktor für eine Arbeitsaufnahme.
IHK Saarland
Franz-Josef-Röder-Straße 9 | 66119 Saarbrücken

Montag, 12. August 2019

Feuer und Flamme für mein Handwerk - anmelden und Zippo gewinnen - vom 12. August bis zum 30. September 2019.


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handwerkernachrichten
Jack Hauswald

Hirtenpfad 1
26506 Norden /Ns.
redaktion@handwerkernachrichten.de

Mittwoch, 7. August 2019

Kleine Betriebe brauchen deutsch sprechende Mitarbeiter.


Deutsch als Voraussetzung zur Einschulung - Der Landesvorstand der Mittelstands-Union (MU) unterstützt die Forderung des MIT-Bundesvorsitzenden Carsten Linnemann, ein Mindestmaß an Deutschkenntnissen zur Voraussetzung für eine Einschulung zu machen. Er sagte: „Kinder, die kaum Deutsch sprechen, dürfen in der ersten Klasse nicht benachteiligt sein.“ Neben verpflichtenden Sprachtests im 5. Lebensjahr sollen Kinder mit Sprachdefiziten Vorschulkurse besuchen. Der MU-Landesvorsitzende Franz Josef Pschierer hat kein Verständnis für die aktuelle Diskussion und den Vorwurf, Linnemann habe ein Grundschulverbot für ausländische Kinder gefordert. „Ich stimme Carsten Linnemann zu. Mangelnde Sprachkenntnisse schaden nicht nur den Schülern mit schlechten Deutschkenntnissen, sie gefährden auch einen erfolgreichen und effizienten Grundschulunterricht sowie das Gelingen von Integration“, so Pschierer. Darüber hinaus stellte Pschierer fest: „Auch in den kleinen und mittleren Betrieben sind mangelnde Sprachkenntnisse ein ernstzunehmendes Problem. Unsere Betriebe leiden darunter. Neben Sprachkenntnissen mangelt es auch oft an anderen Grundkenntnissen, wie beispielsweise das Beherrschen von Grundrechenarten.“

CSU-Landesleitung, Franz Josef Strauß-Haus, Mies-van-der-Rohe-Straße 1, 80807 München

Info zur Einreise von nigerianischen Migranten >> https://www.welt.de/politik/ausland/article189516909/Nigeria-BND-warnt-vor-brutalen-Mafia-Banden-in-Europa.html

Donnerstag, 11. Juli 2019

Handwerk und IHK Gewerbe News. Über 100 Tsd. Betriebe präsentieren sich hier.

Mitglieder - handwerkernachrichten.com: Handwerk und IHK Gewerbe News. Über 100 Tsd. Betriebe präsentieren sich hier.

Handwerks- und Gewerbebetriebe suchen und finden - Mitgliederpräsentationen kostenlos bei den handwerkernachrichten.

Handwerker, Betriebe und Organisationen suchen - Handwerkskammern und Handwerker-Innungen suchen. Nach Orten und PLZ - Gebieten. - Sind Sie schon mit Ihrem Betrieb dabei? - Alle Betriebe hier in der Übersicht.
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Handwerksbetriebe können sich hier eine Webseite gestalten und hier nach PLZ Gebiet kostenlos eintragen!

Bereits registrierte Betriebe können hier ihre vorhandene Webseite bearbeiten - zur Webseite

Samstag, 6. Juli 2019

„Marktdaten 2019“ für saarländische Gemeinden – Platz 3 im Bundesranking - handwerkernachrichten.com




Saarländischer Einzelhandel profitiert vom Kaufkraftzufluss aus den
Nachbarregionen – Platz 3 im Bundesranking. „Die jüngsten Marktdaten zur
Kaufkraft und Zentralität belegen einmal mehr, in welchem Maße dem
saarländischen Einzelhandel Kaufkraft von außen zufließt – insbesondere
aus Rheinland-Pfalz, Lothringen und Luxemburg. Dies zeugt von der
Attraktivität des saarländischen Einzelhandels, dessen Angebot auch in
Zeiten des zunehmenden Onlinehandels, des demographischen Wandels und
der anhaltenden Flächenexpansion  im Lebensmitteleinzelhandel stimmig
ist. Mit einer Zentralität von 111,1 liegt das Saarland im Ranking der
Bundesländer ganz weit vorne – auf Platz drei hinter Bremen (120,7) und
Hamburg (113,7). Vor allem für Kunden aus Lothringen und Luxemburg sind
das günstige Preisniveau sowie die gute und schnelle Erreichbarkeit
wichtige Argumente für eine Shoppingtour ins Saarland.“ So kommentierte
IHK-Geschäftsführer Dr. Carsten Meier das Ergebnis der MB-Research
„Marktdaten 2019“, die heute (05. Juli)  von der IHK veröffentlicht
wurden.



IHK stellt MB-Research „Marktdaten 2019“ für saarländische Gemeinden vor


Im Jahr 2019 wird der saarländische Einzelhandel der Prognose von
MB-Research zufolge einen Umsatz in Höhe von 6,46 Milliarden Euro Umsatz
erwirtschaften. Einkaufsmagneten sind wie in den Vorjahren vor allem
die Städte Saarbrücken, Saarlouis, Homburg, Neunkirchen und St. Wendel.
Mit einem Einzelhandelsumsatz von 1,56 Milliarden Euro liegt die
Landeshauptstadt unangefochten auf Platz 1, gefolgt von Saarlouis mit
559 Millionen und Homburg mit 439 Millionen Euro.

Stadt/Gemeinde                Zentralitätskennziffer
§        Saarlouis                        266,0
§        St. Wendel                        201,2
§        Homburg                        174,0
§        Losheim am See                167,8
§        Neunkirchen                        167,6
§        Dillingen                        148,6
§ Saarbrücken                        146,4


Elf von 38 Städten und Gemeinden des Saarlandes mit über 10.000
Einwohnern haben eine Zentralität von über 100. Das bedeutet: In diesen
Städten wird mehr Umsatz erzielt, als die dort lebende Bevölkerung an
Kaufkraft zur Verfügung hat. Die übrigen 27 saarländischen Kommunen
weisen eine Zentralität von unter 100 auf. Aus diesen Orten fließt damit
Kaufkraft in andere Kommunen ab. Ursächlich hierfür ist vor allem die
zentralörtliche Gliederung. Demnach sind Gemeinden eingeteilt in
Oberzentren (Saarbrücken), Mittelzentren (fast alle Kreisstädte sowie
Blieskastel, Dillingen, Lebach, Völklingen, St. Ingbert und Wadern)
sowie Grundzentren. Da Grundzentren – entsprechend ihres
Versorgungsauftrages – zu den Versorgungsbereichen der Mittelzentren
bzw. des Oberzentrums gehören, kann nicht jede Kommune die vor Ort
vorhandene Kaufkraft zu 100 Prozent binden. In den Grundzentren geht es
vor allem darum, Güter und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs zur
Verfügung zu stellen und damit die Grundversorgung der Bevölkerung zu
sichern.

Die von der IHK veröffentlichten Zahlen geben einen
Einblick in die Gesamtumsätze und Umsätze pro Einwohner saarländischer
Städte und Gemeinden mit über 10.000 Einwohnern. Die fünf Städte und
Gemeinden mit der höchsten einzelhandelsrelevanten Kaufkraft pro
Einwohner sind:

Stadt/Gemeinde                Euro pro Einwohner
§        St. Wendel                        7.786
§        Kirkel                                7.505
§        Riegelsberg                        7.393
§        Mandelbachtal                7.386
§        St. Ingbert                        7.291


Damit liegen die fünf Spitzenreiter allesamt über dem bundesweiten
Durchschnitt von 7.086 Euro. Die durchschnittliche Kaufkraft rangiert im
Saarland mit 6.720 Euro je Einwohner jedoch um fünf Prozent unter dem
Bundesdurchschnitt.

Ballungsraum Saarbrücken bundesweit als eigenständige Marke positionieren!


Mit seinen 330.000 Einwohnern lebt jeder dritte Saarländer im
Regionalverband Saarbrücken. Sie erwirtschaften zusammen einen
Einzelhandelsumsatz von knapp 2,3 Mrd. Euro und damit rund 35 Prozent
des Gesamteinzelhandelsumsatzes im Saarland.
Damit nimmt der
Regionalverband als Ballungsraum zugleich eine Sonderstellung gegenüber
den anderen Landkreisen im Saarland ein. Darüber hinaus belegt eine
Zentralität von 118,8 für den Regionalverband sehr deutlich, wie stark
der Großraum Saarbrücken als Einkaufsregion eine Sogwirkung auf die
umliegende Region ausübt. Eine vergleichbare Strahlkraft kann unter
allen saarländischen Landkreisen nur noch der Landkreis Saarlouis
entfalten. Dort liegt die Zentralität sogar bei 120,8 – auch wenn sich
der Einzelhandelsumsatz mit 1,4 Milliarden Euro p. a. gemessen an
196.000 Einwohnern auf deutlich niedrigerem Niveau befindet. „Dies
verdeutlicht, wie sinnvoll es wäre, in der Tourismusstrategie der
Landeshauptstadt den Ballungsraum Saarbrücken bundesweit als
eigenständige Marke zu positionieren. Nur so wird es gelingen,
überregional bei den Entscheidern zu punkten und neue Investitionen ins
Land zu holen“, so Meier.

Landkreis                                Zentralitätskennziffer
Saarlouis                                120,8
Regionalverband Saarbrücken        118,8
Saarpfalz-Kreis                        104,5
St. Wendel                                103,9
Merzig-Wadern                        102,5
Neunkirchen                                  96,3

Die komplette Übersicht der MB-Research-Studie „Marktdaten 2019“ für den Einzelhandel im Saarland mit Gemeinden über 10.000 Einwohnern finden Sie hier

Mittwoch, 19. Juni 2019

Grundsteuer - Wirtschaft begrüßt grundsätzliche Einigung im Bund mit Einzelregelungen der Länder.


Reimann: „Hessen soll Grundsteuer als Flächenmodell umsetzen“ - In Hessen soll die Grundsteuer als Flächensteuer erhoben werden, fordert die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), nachdem sich die CDU/CSU-SPD-Koalition im Bund auf eine Reform der Grundsteuer verständigt hat. Der Kompromiss ermöglicht es den Ländern, eigene Regelungen zur Grundsteuer umzusetzen. „Je einfacher die Steuer, desto besser ist sie“, erklärte Thomas Reimann, Vorsitzender des Bau- und Immobilienausschusses der VhU und Vorstandsvorsitzender der mittelständischen Bauunternehmung ALEA AG in Frankfurt. Die VhU unterstützt deshalb die heutige Äußerung von Finanzminister Schäfer, dass er die vorgesehene Verlagerung des Grundsteuerrechts vom Bund auf die Länder nutzen möchte „um in Hessen eine möglichst unbürokratische, an der Grundstücksfläche orientierte Regelung einzuführen.“

Reimann: „Es ist sehr wichtig, dass Bund und Länder mit der Grundsteuer-Reform Bürger und Betriebe nicht zusätzlich belasten, aber zugleich das bisherige Steueraufkommen von 14 Mrd. Euro für die Kommunen sichern. Denn auch die Wirtschaft ist auf handlungsfähige Kommunen und ihre wirtschaftsnahen Investitionen angewiesen.“ Als Ziele der Reform nannte Reimann „Aufkommensneutralität bundesweit und in jeder Gemeinde“ sowie „weniger Bürokratie und Verwaltungsaufwand für Bürger, Betriebe und Behörden.“ Zudem müsse die Möglichkeit zur Umlage der Steuer auf Mieter erhalten bleiben. Schließlich profitierten alle Einwohner einer Kommune von den Leistungen, die durch die Grundsteuer mitfinanziert werden.

Die Grundsteuer-Reform bietet aus VhU-Sicht überdies die Chance, die Steuerverwaltung zu digitalisieren. Ziel müsse es sein, die Erklärungs- und Anzeigepflichten der Grundsteuer elektronisch abzuwickeln – und nicht mehr auf Papier.
Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e. V. (VhU)

Mittwoch, 12. Juni 2019

Praktikumsplätze für Flüchtlinge in Handwerksbetrieben gesucht. - handwerkernachrichten.com





Berufsorientierung für Flüchtlinge“ - Seit Ende Mai durchlaufen zehn
junge Männer aus Syrien, Afghanistan und Mali eine „Berufsorientierung
für Flüchtlinge“ (BOF). Teil dieser Orientierungsmaßnahme ist ein
Praktikum in einem Handwerksbetrieb. Dafür werden Handwerksbetriebe aus
verschiedenen Gewerken gesucht, die zwischen dem 15. Juli und dem 23.
August 2019 ein sechswöchiges Praktikum anbieten.
Die
Praktikumsplätze sollten sich in Halle oder Merseburg befinden, da die
Geflüchteten in diesen Städten leben. Die Projektteilnehmer sind
motiviert und verfügen über gute Deutschkenntnisse. Wunschberufe der
Teilnehmer sind Kfz-Mechatroniker, Fahrzeuglackierer, Elektrotechniker
sowie Maler und Lackierer. Auch in anderen Gewerken sind Praktika
möglich.




Während des Praktikums werden die Praktikanten und die
Unternehmen von Projektmitarbeitern begleitet. Handwerksbetriebe können
sich im Bildungs- und Technologiezentrum melden (BOF@hwkhalle.de, Tel. 0345 7798-756). Ziel des Projekts ist die Vermittlung der Teilnehmer in eine duale Ausbildung in einem Handwerksbetrieb.

Über das Projekt „Berufsorientierung für Flüchtlinge“

Das Projekt, das die Handwerkskammer zum achten Mal durchführt, dauert
drei Monate und begleitet die Teilnehmer bei der beruflichen
Orientierung. Im Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer
erproben sich die Teilnehmer in den Bereichen Metall, Kfz-Mechatronik
sowie Maler- und Lackierer. Parallel erhalten sie neunzig Stunden
berufsbezogenen Sprachunterricht. Den Abschluss des Projektes bildet ein
Betriebspraktikum.

Das Projekt zur „Berufsorientierung für
Flüchtlinge“ wird durch Fördermittel des Bundesministeriums für Bildung
und Forschung (BMBF) finanziert. Das BMBF kooperiert dabei mit dem
Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). (See attached file:
45_Praktikumsbetriebe BOF.pdf)


Handwerkskammer Halle (Saale)
Gräfestraße 24
06110 Halle

Dienstag, 11. Juni 2019

Schlaglicht aktuell: Lohnraub-Vorwurf des DGB ist Schlag ins Gesicht von Unternehmern. - handwerkernachrichten.com





Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. weist die
Darstellung des DGB Bayern, die Arbeitgeber in Bayern würden durch
fehlende Tarifbindung „Lohnraub“ begehen, entschieden zurück. „Nach
Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB)
unterlagen 2017 rund 51 Prozent der Beschäftigten in Bayern direkt einem
Flächentarifvertrag, weitere fünf Prozent einem Haustarifvertrag.
Außerdem hat sich die Bezahlung von weiteren 23 Prozent der
Beschäftigten an einem Tarifvertrag orientiert. Somit gelten für rund 80
Prozent der Arbeitnehmer in Bayern direkt oder indirekt Tarifverträge.
Das zeigt: Die Bedeutung von Tarifverträgen in Bayern ist weiterhin hoch
und damit auch die Bezahlung nach Tarif“, sagte vbw
Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. -  Die vbw weist gleichzeitig
darauf hin, dass Tarifbindung kein Selbstzweck ist. „Die
Tarifträgerverbände haben es selbst in der Hand, durch wettbewerbsfähige
Tarifverträge Mitglieder zu gewinnen. Zudem muss die negative
Koalitionsfreiheit beachtet werden: Jedem Unternehmen steht es frei,
darüber zu entscheiden, ob es sich einem Tarifvertrag unterwirft oder
nicht“, sagte Brossardt. Er forderte, dass die Tarifverträge
wettbewerbsfähiger werden müssen: „Erforderlich ist eine moderne
Tarifpolitik, die Unternehmen dabei unterstützt, aktuellen
Herausforderungen wie der Digitalisierung oder der Globalisierung
gerecht zu werden. Für die Gewerkschaften heißt das, von Forderungen
Abstand zu nehmen, mit denen Tarifverträge überfrachtet werden.
Tarifverträge dürfen lediglich Mindeststandards abbilden. Der
Tarifvertrag muss einen Rahmen schaffen, darf aber nicht jedes Detail
regeln. Wenn wir wieder da hinkommen, steigt auch die Akzeptanz von
Tarifverträgen.“



vbw weist Vorwurf des „Lohnraubs“ entschieden zurück


Der Vorwurf des „Lohnraubs“ ist nach Brossardts Worten auch deshalb
absurd, weil die Löhne und Gehälter je Arbeitnehmer in Deutschland in
den vergangenen zehn Jahren um 27 Prozent gestiegen sind. Die Entgelte
in Deutschland liegen um 15 Prozent höher als im Schnitt der Eurozone,
in der Industrie sogar um 22 Prozent. „Diese Daten umfassen die
tarifgebundenen ebenso wie die nicht-tarifgebundenen Arbeitnehmer. Das
zeigt: Deutschland ist und bleibt ein Hochlohnland“, so Brossardt. Auch
insgesamt weist die vbw die Berechnung des DGB als wenig seriös zurück
und fordert den DGB Bayern auf, zu einem auch in der Sprache sachlichen
Ton zurückzukehren.

Die vbw bewertet auch das EuGH-Urteil zur
Arbeitszeit vollkommen anders als der DGB. „Beschäftigte und Unternehmen
wünschen sich neue, flexible Arbeitsformen. Die Entscheidung des EuGH
zur Arbeitszeit geht in die genau entgegengesetzte Richtung. Die Antwort
auf die Digitalisierung und die Arbeitswelt 4.0 kann nicht die
flächendeckende Rückkehr zur Stechuhr und zur Wiedereinführung der
Arbeitszeiterfassung 1.0 sein.“

Die Ausführungen des DGB zu
den Überstunden zeigen laut vbw auch die Dringlichkeit, das
Arbeitszeitgesetz zu reformieren. „Die Begrenzung der täglichen
Arbeitszeit auf maximal zehn Stunden ist nicht mehr zeitgemäß. Wir
brauchen eine flexiblere Verteilung der Arbeitszeit – weg von einer
täglichen hin zu einer wöchentlichen Betrachtung.“





ibw – Informationszentrale der Bayerischen Wirtschaft e. V.
Max-Joseph-Straße 5
80333 München

Berliner Wirtschaft beunruhigt - Konjunktur in Berlin kühlt ab.

Der Geschäftsklimaindex der Berliner Wirtschaft ist zum zweiten Mal in Folge gesunken und liegt jetzt bei 137 Punkten. Das ist das Ergebnis der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage. Im Sommer 2018 lag der Wert noch bei 144 Punkten, Anfang 2019 bei 140 Punkten. Viele Unternehmen bewerten die die Geschäftsaussichten deutlich skeptischer als noch vor einem Jahr. Hauptursachen sind der Fachkräftemangel, die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und die Energiepreise. Der Geschäftsklimaindex setzt sich zusammen aus der aktuellen Geschäftslage und den Geschäftserwartungen. So ist der Geschäftslageindikator von 59 auf 54 Punkte gesunken, der Erwartungsindikator hat seit Jahresbeginn einen Punkt verloren und beträgt nun 23 Zähler. Dies ist der dritte Rückgang in Folge. Auch der Indikator für die Personalplanungen geht zurück, von 24 auf aktuell 22 Punkte. Trotz des Rückgangs bewegt sich der Geschäftsklimaindex jedoch weiterhin auf einem hohen Niveau. In der IHK-Konjunkturumfrage gaben die Unternehmen ebenfalls Auskunft zu den Investitions- und Beschäftigungsplänen sowie zu den aus ihrer Sicht größten Risiken für die Geschäftsentwicklung. Dabei sehen 71 Prozent der Unternehmen das größte wirtschaftliche Risiko im Fachkräftemangel, gefolgt von den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (51 Prozent). In beiden Fällen sind die Werte angestiegen. Auch der Inlandsabsatz bereitet mehr Unternehmern Sorgen als noch vor einem Jahr: Hier sehen 39 Prozent der Befragten ein Risiko für die Geschäftsentwicklung. Noch deutlicher ist der Anstieg beim Thema Energiepreise: Vor einem Jahr spielten die Kosten für Energie für die Geschäftsprognose praktisch keine Rolle. Aktuell liegt der Wert bei 22 Prozent. „In keiner Branche laufen die Geschäfte schlecht. Wir sehen eine Konjunkturdelle, keine konjunkturelle Krise“, so das Fazit von IHK – Hauptgeschäftsführer Jan Eder. „Die starke Binnennachfrage stützt die Konjunktur im Moment noch zuverlässig. Die Berliner Politik ist jedoch gut beraten, die aktuellen Zahlen als das zu sehen, was sie sind: Ein Weckruf, dass die Hochkonjunktur und mit ihr die komfortable Einnahmesituation des Landes keine Selbstverständlichkeiten sind. Jetzt ist die Zeit, die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen zu sichern. Dabei kommt es vor allem auf drei Dinge an: Die Umsetzung des Zukunftspakts Verwaltung muss Fahrt aufnehmen in Richtung digitaler und kundenorientierter Verwaltung, die Vergabereform muss den Investitionsstau bei öffentlichen Aufträgen auflösen und die Berliner Wirtschaftspolitik muss wieder den Geist von Freiheit und privatem Unternehmertum atmen, Unternehmen müssen sich wieder auf die Politik verlassen können. Debatten um Enteignungen privater Unternehmen sind genau das Gegenteil von verlässlichen Rahmenbedingungen. Die unternehmerische Freiheit ist das Fundament unseres Wohlstandes. Angesichts der abnehmenden Konjunkturdynamik muss man diese Freiheit stärken, um die Berliner Unternehmen weiter zu Investitionen, Innovationen und Standorterweiterungen zu ermutigen.“ Den gesamten Konjunkturbericht finden Sie hier: http://www.ihk-berlin.de/konjunktur IHK Berlin | Fasanenstraße 85 | 10623 Berlin

Donnerstag, 6. Juni 2019

Mit Rot-Rot-Grün zurück in DDR-Verhältnisse! - handwerkernachrichten.com




Enteignungsdebatte - Große Mehrheit der Berliner Wirtschaft rechnet
mit deutlich negativen Folgen für Standort Berlin. - Rund 80 Prozent der
Berliner Unternehmen befürchten eine starke Verschlechterung des
Investitionsklimas in Berlin, sollte es in Berlin zu Enteignungen
privater Immobilienunternehmen kommen. Das ist das Ergebnis einer
repräsentativen Umfrage der IHK bei ihren Mitgliedsunternehmen.
Ebenfalls vier von fünf der Befragten sehen in der Enteignung privater
Unternehmen kein geeignetes Mittel, um den Mietmarkt in Berlin zu
entspannen. In einem offenen Brief an den Regierenden Bürgermeister, die
Senatsmitglieder und die Mitglieder des Abgeordnetenhauses fordern die
Spitzen von IHK und VBKI die Politik auf, eindeutig Position für den
Standort Berlin und gegen Enteignungen zu beziehen - darunter die
Präsidentin, Vizepräsidenten und Ausschussvorsitzenden der IHK Berlin
sowie der Präsident, die Vizepräsidenten und Ausschussvorsitzenden des
VBKI.  Die Unterzeichner des Briefes machen deutlich: Mit der
Positionierung der Mehrheit der Senatsmitglieder für die Ziele des
Volksbegehrens „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ haben zwei der den
Senat tragenden Parteien ein fatales Signal gesetzt. Dieses rüttelt an
den Grundfesten der sozialen Marktwirtschaft und schwächt den
Wirtschaftsstandort Berlin und freies Unternehmertum. „Für uns als
Repräsentanten aller wichtigen Branchen dieser Stadt, die in den
vergangenen Jahren Investitionen in den Standort getätigt, Menschen eine
berufliche Perspektive geboten und Wertschöpfung für Berlin erzeugt
haben, ist diese Politik ein schwerer Rückschlag“, so die Unterzeichner.



Diese Einschätzung spiegelt sich auch in den fast 500 persönlichen
Stellungnahmen wieder, die die IHK im Rahmen der aktuellen Umfrage
erreicht haben. Die Befragten sehen sich in ihrer Einschätzung
bestätigt, dass der aktuelle Senat wirtschaftsfern agiert, und
konstatieren enttäuscht die Abkehr von der Marktwirtschaft. Viele
Unternehmer warnen zudem vor einem drohenden Schuldendesaster und dem
Imageschaden für den Standort Berlin. Befragt wurden insgesamt 4500
Mitgliedsunternehmen unterschiedlicher Unternehmensgrößen und aller
Branchen. Das Ergebnis der Umfrage ist dabei in allen Branchen gleich
und ebenfalls unabhängig von der Firmengröße.


Dr. Beatrice Kramm, Präsidentin der IHK Berlin: „Die Berliner Politik
hat noch immer nicht erkannt, dass sie mit ihren Enteignungsplänen dem
Standortklima schadet, keinen Quadratmeter neuen Wohnraum schafft, ein
unkalkulierbares Haushaltsrisiko schafft und die Risiken und
Nebenwirkungen dieser Debatte alle Berliner Unternehmerinnen und
Unternehmer aller Branchen treffen. Die übergroße Mehrheit der Berliner
Unternehmen hält Enteignungen für das falsche Mittel, um den
Wohnungsmarkt zu entspannen und rechnen dadurch mit einer
Verschlechterung des Investitionsklimas. Wir Unternehmen fordern den
Berliner Senat auf, seinen Irrweg jetzt zu verlassen und klar und
geschlossen Position gegen Enteignungen in Berlin zu beziehen.“


Markus Voigt, Präsident des VBKI: „Wachstum bedeutet Veränderung.
Diese Veränderungen sind bezogen auf die gesamte Stadt und ihre Menschen
enorm positiv. Sie stecken voller Chancen, sie stehen für Entwicklungen
und Trends, von denen wir noch vor 15 Jahren nur träumen konnten. Es
gibt auch Kehrseiten, der Wohnungsmangel gehört dazu. Diese sogenannten
Wachstumsschmerzen müssen bekämpft werden, Rezepte dazu gibt es
reichlich. Aber: Das Wachstum als solches zum Feind zu stilisieren und
mit Enteignungen zu kokettieren, führt in die Irre. Das ist
Stimmungsmache in Reinform und hat mit einer verantwortungsvollen
Politik im Sinne des Allgemeinwohls nichts zu tun.“


Den Offenen Brief mit allen Unterzeichnenden finden Sie im Anhang.


IHK Berlin | Fasanenstraße 85 | 10623 Berlin





Anm. der Redaktion:  Was unter Rot-Rot-Grün jetzt
auch in Bremen und bald auch in ganz Deutschland zu erwarten ist, sieht
man bereits in Berlin. Frau Merkel hat als Kanzlerin mit ihrer
Rot-gefärbten Politik das Honecker'sche Erbe angetreten und Deutschland
aus der sozialen Marktwirtschaft schleichend "erfolgreich" in eine
sozialistische Republik a la DDR zurückgeführt - Die Wende rückwärts!
Ihr
Handeln - unabgestimmte Flüchtlingspolitik - überhasteter
Energiewechsel - führungslose Wirtschaftspolitik - hat den Grünen, die
eigentlich rote Fundis sind - in die Hände gespielt. Diese Grünen haben
die Bürger und Wähler eingelullt, sich als die "guten Klima-Deutschen"
hingestellt und nutzen nun jede Chance auf den den Systemwechsel. - Das
Deutschland von Adenauer, Erhardt und Kohl ist endgültig Geschichte. Und
mit AKK ist keine Erneuerung der CDU in Sicht. - Schlimme Zeiten, denen
wir entgegen gehen.


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Offener Brief an den Regierenden Bürgermeister von Berlin, die
Senatorinnen und Senatoren des Senats von Berlin sowie die Mitglieder
des Abgeordnetenhauses von Berlin

Sehr geehrter Herr
Regierender Bürgermeister, sehr geehrte Senatorinnen und Senatoren, 
sehr geehrte Mitglieder des Abgeordnetenhauses von Berlin,

mit
der Positionierung der Mehrheit der Senatsmitglieder für die Ziele des
Volksbegehrens „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ haben zwei der den
Senat tragenden Parteien ein deutliches Signal gesetzt. Als
Repräsentanten großer Teile der Berliner Wirtschaft nehmen wir dieses
Signal zum Anlass, die politischen Entscheidungsträger nachdrücklich an
die Grundlagen des Aufschwungs zu erinnern, den diese Stadt in den
letzten Jahren erlebt hat:  Nach anfänglicher Euphorie nach dem
Mauerfall und dem darauf schnell folgenden Abschwung auf das Niveau vor
der Wende sind die letzten 15 Jahre entscheidend für die wirtschaftliche
Entwicklung Berlins gewesen. 15 Jahre, in denen die Wirtschaft über dem
Bundesdurchschnitt um mehr als 20 Prozent gewachsen ist, in denen
400.000 Menschen in Arbeit gekommen sind und somit die Arbeitslosenquote
von katastrophalen 19 Prozent auf unter 8 Prozent gesunken ist.  Berlin
boomt, ist Start-up-Hauptstadt, Wissenschaftsmetropole, kreativer Hot
Spot und Sehnsuchtsort für Touristen und Menschen, die hier leben,
arbeiten und wohnen wollen. Diese positive Entwicklung macht unser
Berlin von heute aus. Aber nichts an dieser Entwicklung ist
selbstverständlich und der Aufholprozess noch lange nicht beendet.
Berlin weist weiterhin eine geringere Bruttowertschöpfung auf als
vergleichbare Standorte. Die industrielle Basis hält sich konstant,
wächst aber kaum. Die Arbeitslosigkeit liegt immer noch deutlich über
dem Bundesschnitt. Die Stadt bleibt hochverschuldet. In dieser
Gemengelage hat die Berliner Politik vor allem einen Auftrag: Das
Wachstum mit guten Rahmenbedingungen zum Leben und Arbeiten zu fördern,
Berlin als Investitionsstandort zu bewerben und die unternehmerische
Basis der Stadt zu entwickeln.  Diesen Weg haben wesentliche Teile der
Berliner Politik mit ihrer Entscheidung, das Volksbegehren „Deutsche
Wohnen & Co. enteignen“ zu unterstützen, verlassen. Der angespannte
Mietmarkt und die daraus resultierende Wohnungsknappheit ist für alle
Bevölkerungsschichten eine Herausforderung – auch für die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Unternehmen, für potenzielle
Fachkräfte, um die wir mit Konkurrenten an anderen Standorten werben. Es
sind unsere Mitarbeiter, die keine erschwingliche Wohnung finden, weil
zwischen geförderter Wohnung und Luxuspenthouse für die breite
Mittelschicht immer weniger angeboten wird.  Dies rechtfertigt jedoch
nicht den Einsatz eines Mittels, das nicht nur ungeeignet zur
Problemlösung ist, sondern dem Wirtschaftsstandort Berlin insgesamt
schadet. Eine aktuelle IHKMitgliederbefragung verdeutlicht die massive
Kritik der Unternehmen an den Enteignungsplänen. Jeweils 80 Prozent der
befragten Firmen halten das Instrument zum einen für ungeeignet zur
Entspannung des Mietmarktes und rechnen zum anderen mit negativen Folgen
für das unternehmerische Gesamtklima. Enteignungen von großen
Wohnungsunternehmen sind nicht nur verfassungsrechtlich umstritten, sie
schaffen keinen einzigen Quadratmeter neuen Wohnraums. Sie sorgen
darüber hinaus für ein nahezu unkalkulierbares Haushaltsrisiko für die
öffentliche Hand, die im Kernhaushalt und bei den öffentlichen
Unternehmen erheblich belastet ist.  Besonders schwer wiegen jedoch die
„Nebenwirkungen“ dieser Debatte. Es ist kein Wunder, dass die
ausländische Presse sich ausgiebig möglichen Enteignungen in der
Hauptstadt des Landes widmet, in dem die Soziale Marktwirtschaft
erfunden wurde. Sollte sich Berlin tatsächlich für Enteignungen
entscheiden, werden die Folgen gravierend sein. Die Attraktivität des
Standorts wird erheblichen Schaden nehmen, Unternehmen werden ihre
Investitionsentscheidungen auf den Prüfstand stellen. Diese Erfahrung
machen wir bereits heute in Gesprächen mit Vertretern von Unternehmen
in- und außerhalb Berlins. Diese Entwicklung kann und darf niemand
ignorieren, der politische Verantwortung in Berlin übernimmt. Für uns
als Repräsentanten aller wichtigen Branchen dieser Stadt, die in den
vergangenen Jahren Investitionen in den Standort getätigt, Menschen eine
berufliche Perspektive geboten und Wertschöpfung für Berlin erzeugt
haben, ist diese Politik ein schwerer Rückschlag. Wir appellieren daher
nachdrücklich an Sie und alle politischen Entscheidungsträger des Landes
und der Stadt, von diesem Weg entschieden Abstand zu nehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Beatrice Kramm Präsidentin der IHK Berlin
Dr. Eric Schweitzer Vizepräsident der IHK Berlin
Tobias Weber Vizepräsident der IHK Berlin
Ute Witt Vizepräsidentin der IHK Berlin

Uwe Ahrens Vorsitzender des Ausschusses Industrie der IHK Berlin
Markus Deupmann Vorsitzender des Ausschusses Steuerpolitik der IHK Berlin
Daniel-Jan Girl Vorsitzender des Ausschusses Digitale Wirtschaft der IHK Berlin
Jan Gezinus IJspeert Vorsitzender des Ausschusses Internationalisierung der IHK Berlin
Anne-Kathrin Kuhlemann Vorsitzende des Ausschusses Wirtschaftspolitik der IHK Berlin
Jörg R. Lammersen Vorsitzender des Ausschusses Stadtentwicklung und Infrastruktur der IHK Berlin
Matthias Patz Vorsitzender des Ausschusses Innovation & Technologie der IHK Berlin
Günther Pätz Vorsitzender des Ausschusses Gesundheitswirtschaft der IHK Berlin
Andreas Peter Vorsitzender des Ausschusses Verkehr der IHK Berlin
Rupert Reinhardt Vorsitzender des Ausschusses Bau- und Immobilienwirtschaft der IHK Berlin
Mona Rübsamen Vorsitzende des Ausschusses Creative Industries der IHK Berlin
Hans-Jörg Schulze Vorsitzender des Ausschusses Tourismus der IHK Berlin
Stefan Spieker Vorsitzender des Ausschusses Bildung, Fachkräfte und Arbeitsmarkt der IHK Berlin
Sebastian Stietzel Vorsitzender des Kompetenzteams Mittelstand der IHK Berlin
Martina Tittel Vorsitzende des Ausschusses Handel der IHK Berlin
Lutz Wedegärtner Vorsitzender des Ausschusses Energie & Umwelt der IHK Berlin

Markus Voigt Präsident des VBKI
Christian Kloevekorn Vizepräsident des VBKI
Henning Banthien Vorsitzender des Ausschusses für Bildung und Wissenschaft des VBKI
Wolfgang Branoner Vorsitzender des Ausschusses Wirtschaftspolitik des VBKI
Gabor Beyer Vorsitzender des Ausschusses Intelligente Infrastruktur des VBKI
Kai Drabe Vorsitzender des Ausschusses Finanzen des VBKI
Dr. Harald Hasselmann Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit des VBKI
Dirk Luthe Vorsitzender des Ausschusses Mobilität des VBKI
Bettina Stark Vorsitzende des Sportausschusses des VBKI
Bernd Wieczorek  Vorsitzender des Ausschusses für Kultur des VBKI