Business-blogger

Business-blogger mit täglichen Nachrichten und Themenbeiträgen von Industrie-und Handelskammern (IHK ) aus Deutschland und Österreich.

Dienstag, 7. Juni 2022

Fachkräftemangel auf besorgniserregendem Niveau - Arbeitsmarktzahlen im Mai 2022

31.05.2022 -  Zentrale Ausländerbehörde für beschleunigte Fachkräfteverfahren jetzt auch in Hessen schaffen.Die Zahl der Arbeitslosen ist von April auf Mai um 3.600 auf rund 152.600 gesunken. Die Zahl der offiziell gemeldeten offenen Stellen in Hessen hat mit derzeit rund 54.000 um mehr als 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert zugelegt. Einschließlich der nicht bei den Arbeitsagenturen gemeldeten Stellen sind rund 120.000 Stellen in Hessen zu besetzen. „Wenn wir den Fachkräftemangel nicht in den Griff kriegen, wird dies zu einer dauerhaften Aufschwungbremse. Bereits jetzt klagt fast die Hälfte aller Unternehmen darüber, dass ihre Geschäfte durch den Fachkräftemangel ausgebremst werden. Die Fachkräftelücke in den MINT-Fächern Mathematik, IT, Naturwissenschaften und Technik liegt auf dem höchsten Niveau seit Beginn der Aufzeichnung 2011. Vor dieser Entwicklung haben wir lange gewarnt. Leider wurden diese Warnungen von Teilen der Politik aber genauso lange nicht nur in den Wind geschlagen, sondern mit der Frührente ab 63 sogar noch verschärft. Wenn hier nicht schnell ein Kurswechsel stattfindet, wird sich die Lage weiter verschlechtern, mit massiven negativen gesamtwirtschaftlichen Folgen“, sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU).

„Um den Brain Drain erfahrener Arbeitskräfte zu stoppen, fordere ich die Landesregierung auf, sich für ein Ende der Rente mit 63 einzusetzen. Allen sollte aber auch klar sein, dass wir viel mehr qualifizierte Zuwanderung brauchen, insbesondere aus Nicht-EU-Ländern. Die Probleme zeigen sich vor allem in einer schleppenden Verwaltungspraxis: Monatelange Wartezeiten bei Visastellen und langwierige und komplizierte Anerkennungsverfahren von beruflichen Qualifikationen sind eher die Regel als die Ausnahme. Hinzu kommen im internationalen Vergleich sehr hohe Steuern und Sozialabgaben. Das alles macht unseren Standort im Vergleich zu anderen Einwanderungsländern unattraktiver und muss sich dringend ändern“, so Pollert weiter.

Als „etwas unverständlich“ bezeichnete Pollert die Abwehrhaltung der hessischen Landesregierung gegen eine Zentrale Ausländerbehörde speziell für das neue beschleunigte Fachkräfteverfahren. „Für das sogenannte beschleunigte Fachkräfteverfahren sind in Hessen weiterhin die 31 kommunalen Ausländerbehörden zuständig, die aber auch noch viele andere Aufgabenbereiche betreuen müssen. Die guten Erfahrungen aus anderen Bundesländern mit einer zentralen Behörde sollten uns hier Vorbild sein, denn die Erreichbarkeit, fachliche Expertise und der Austausch mit anderen Behörden wären in einer zentralen Behörde besser aufgehoben. Die Landesregierung sollte ihre Position hier dringend überdenken“, so Pollert abschließend.


Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e. V.
Emil-von-Behring-Straße 4
60439 Frankfurt

 

Dienstag, 24. Mai 2022

IHK erwartet hohes Tempo nicht nur bei Erdgasterminals - „Keine Zweiklassen-Beschleunigung!“

24.05.2022 - Beim Neubau der Talbrücke Rahmede ist aus Sicht der IHK Siegen höchstes Tempo gefragt. ( foto) „Um den Einsatz von verflüssigtem Erdgas auf den Weg zu bringen, legt die Bundesregierung vor dem Hintergrund des Russland-Ukraine-Krieges ein beeindruckendes Tempo vor. In Rekordzeit wurde das ‚LNG-Beschleunigungsgesetz‘ in die politische Beratung gebracht. Wir würden uns wünschen, dass man mit solchem Vollgas auch den Neubau der A45-Talbrücke Rahmede gesetzlich absichert!“ Für IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener droht hier eine „Zweiklassen-Beschleunigung“. Im Koalitionsvertrag hätten sich die Regierungsparteien auf umfangreiche und politisch weitgehend unstrittige Maßnahmen zur Beschleunigung von Infrastrukturvorhaben verständigt. Wenn das LNG-Beschleunigungsgesetz nun richtigerweise mit einer besonderen Dringlichkeit begründet werde, stelle sich die Frage, warum dies bei nicht mehr befahrbaren Verkehrswegen mit überragender Bedeutung nicht auch erfolge.
IHK-Geschäftsführer Hans-Peter Langer: „Wir brauchen auch bei maroden Autobahnbrücken genau das Tempo, das Wirtschaftsminister Robert Habeck beim Flüssiggas vorlegt. Warum nur dort, nicht aber bei überregional wirkenden Notlagen wie in Lüdenscheid?“

Die im Entwurf des LNG-Beschleunigungsgesetzes vorgesehenen Maßnahmen seien zur Verkürzung der Genehmigungsverfahren grundsätzlich auf andere Infrastrukturvorhaben übertragbar, betont Hans-Peter Langer: „Verkehrsadern wie die A45 sind für die Wirtschaft und die Gesellschaft von wesentlicher Bedeutung. Das bestreitet kein vernünftiger Mensch. Daher: Mehr Tempo gerade dort. Zeitliches Einsparpotenzial ergibt sich beispielsweise durch den Wegfall von Prüfschritten, kürzere Fristen für die Öffentlichkeitsbeteiligung und Ausnahmen von der Umweltverträglichkeitsprüfung.“ Das alles ließe sich auf den Verkehrsbereich übertragen, wenn es denn politisch hierzu einen Konsens im Deutschen Bundestag gäbe, verdeutlichen Klaus Gräbener und Hans-Peter Langer: „Wir würden uns wünschen, dass die südwestfälischen Abgeordneten im Bundestag ihr gesamtes Gewicht in die politische Waagschale werfen, um gemeinsam mehr Rechtssicherheit zu schaffen und damit mehr Tempo beim Brückenbau zu ermöglichen. Was dem Deutschen Bundestag beim LNG recht ist, sollte ihm auch in Lüdenscheid billig sein!“

Allerdings werfe auch das LNG-Beschleunigungsgesetz Fragen zur Wirksamkeit der gesetzlichen Vorgaben auf: Manche Einschränkung lasse das eigentlich lobenswerte Ziel einer effektiven Beschleunigung in die Ferne rücken, erläutert Hans-Peter Langer weiter: „Der gesetzliche Anwendungsbereich ist auf bestimmte LNG-Terminals und deren Anbindungsleitungen beschränkt. Damit sind Probleme beim weiteren Ausbau der LNG-Infrastruktur bereits vorprogrammiert.“ Die Anforderungen der Zukunft gingen über die reine Erdgasversorgung hinaus: Sinnvoll könnte daher sein, die zukünftig geplante Infrastruktur für Wasserstoff oder auch Glasfaser- bzw. Wasserleitungen direkt mit zu verlegen. Die Einschränkung im Gesetzentwurf auf LNG oder Erdgas könnte dem entgegenstehen.

„Jeder Schritt zu mehr Beschleunigung ist zu begrüßen. Wenn man allerdings Gas geben will, darf man nicht schon im Gesetzentwurf zu viele ‚Bremspedale‘ einbauen. Ansonsten folgt der politischen Ankündigung einmal mehr die Ernüchterung auf dem Fuße“, ist sich Klaus Gräbener sicher. Er nennt beispielhaft die vorgesehenen Ausnahmen von der Umweltverträglichkeitsprüfung mit ihren umfangreichen Berichts-, Prüf-, Informations- und Beteiligungspflichten. Monate gingen hierfür regelmäßig ins Land. Der Gesetzentwurf sehe Ausnahmen nur dann vor, „wenn eine beschleunigte Zulassung des konkreten Vorhabens geeignet ist, einen relevanten Beitrag zu leisten, eine Krise der Gasversorgung zu bewältigen oder abzuwenden.“ Derlei sprachliche Auslegungs-Schlupflöcher schafften lediglich Unsicherheiten und öffneten neuen gerichtlichen Verfahren Tür und Tor. Zudem gebe es zusätzliche Beschleunigungsmöglichkeiten, die leider keinen Eingang in den Gesetzentwurf gefunden hätten, darunter die generelle Zulässigkeit eines vorzeitigen Baubeginns oder die grundsätzliche Annahme der Zustimmung, wenn die Rückmeldung einer beteiligten Behörde ausbleibe. Klaus Gräbener: „Wir müssen bei der Planungsbeschleunigung endlich alle Register ziehen! Wenn nicht jetzt, wann dann?“

(Foto: Autobahn Westfalen)


Industrie- und Handelskammer Siegen
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Koblenzer Straße 121
57072 Siegen

Senkung der Neuverschuldung und Tilgung alter Schulden haben Vorrang

Pollert: „Finanzminister zurecht vorsichtig: Erwartete Steuermehreinnahmen zur Senkung der Neuverschuldung und zur Tilgung alter Schulden einsetzen.“ -  Als „politisch richtige Vorsorgepolitik ganz im Sinne der Schuldenbremse“ begrüßt die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) die Ankündigung von Finanzminister Michael Boddenberg, die erneut hohen prognostizierten Steuermehreinnahmen zur Senkung der Neuverschuldung und zur Tilgung von Altschulden einzusetzen, wenn sie sich tatsächlich realisieren sollten. „Die künftigen Mehreinnahmen werden auch Ergebnis der hohen Inflation sein, etwa über ein höheres Aufkommen an Mehrwertsteuer. Sie sind keineswegs Ausdruck von höheren Realeinkommen der Privathaushalte oder von profitableren Unternehmen.

Zudem bestehen erhebliche Haushaltsrisiken wie steigende Zinsen, inflationsbedingte Belastungen des Landesetats und Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung auch infolge des russischen Kriegs in der Ukraine. In dieser Situation bleibt der Finanzminister zurecht vorsichtig“, sagte VhU-Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert zur heute vorgestellten Steuerschätzung für Hessen.

Für 2022 werden knapp 1,2 Milliarden Euro mehr Einnahmen erwartet als bei der Steuerschätzung im November 2021 angenommen. Auch für die Jahre 2023 bis 2026 erwarten die Steuerschätzer Verbesserungen von knapp 1,3 bis knapp 1,4 Mrd. Euro pro Jahr.

VhU
Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e. V.
Emil-von-Behring-Straße 4
60439 Frankfurt

 

Deutsch-französischen Hochgeschwindigkeitsverkehr weiter stärken

24.05.2022- Thomé: „Anbindung des Saarlandes im Bahnverkehr dauerhaft sichern“ -  Vor dem Hintergrund der heutigen Feierlichkeiten anlässlich des Jubiläums „15 Jahre deutsch-französischer Hochgeschwindigkeitsverkehr“ in Straßburg hat die IHK dessen Bedeutung für die Großregion gewürdigt und zugleich rasch weitere Umsetzungsschritte angemahnt. „Der Beginn des Hochgeschwindigkeitszeitalters auf der Schiene im Saarland vor 15 Jahren war ein starkes Signal für die Zentralität des Wirtschaftsstandortes Saarland und der Großregion. Jetzt muss es darum gehen, die im deutsch-französischen Staatsvertrag von La Rochelle garantierte Gleichwertigkeit zwischen dem sogenannten Nordast via Saarbrücken und dem Südast via Straßburg zu gewährleisten. Die Politik sollte jetzt zügig dem Thema die erforderliche Priorität einräumen, um die Anbindung des Saarlandes im Bahnverkehr dauerhaft zu sichern“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé. Die IHK hat sich bereits mehrfach für eine Beschleunigung des Bahnverkehrs von und nach Saarbrücken ausgesprochen, da nach dem Komplettausbau des Südastes die Fahrzeit zwischen Frankfurt und Paris über Straßburg voraussichtlich 15 bis 20 Minuten geringer ausfallen wird als über den Nordast. Letzterer würde dadurch für Reisende weniger attraktiv, was zu Verlagerungen und zu einer geringen Auslastung der Züge führen dürfte.

Aus Sicht der IHK sollten deshalb die bislang für eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h ausgelegten deutschen Trassenabschnitte auf dem Nordast auf 230 km/h ausgebaut werden, was eine erhebliche Fahrtzeitverkürzung mit sich brächte. Eine Fahrplananpassung auf der stark befahrenen Strecke könnte die Fahrtzeit noch weiter reduzieren. Zudem würde der Ausbau des französischen Streckenteils zwischen der deutsch-französischen Grenze und Baudrecourt in Lothringen auf 200 km/h weitere Fahrzeitverringerungen ermöglichen und damit zur langfristigen Wettbewerbsfähigkeit des Nordastes via Saarbrücken beitragen.

Für die Ermittlung von konkreten Maßnahmen zur Beschleunigung der Strecke hatten die Industrie- und Handelskammern der Region gemeinsam mit den Landesregierungen von Rheinland-Pfalz und dem Saarland, dem Generalrat des Départements Moselle und dem Verband Region Rhein-Neckar (VRRN) in Kooperation mit den Bahngesellschaften aus Frankreich und Deutschland eine Studie in Auftrag gegeben. Deren Ergebnisse bildeten die Grundlage für die Aufnahme von Beschleunigungsmaßnahmen auf dem deutschen Streckenabschnitt im aktuellen Bundesverkehrswegeplan.

„Zur Sicherung und für den Ausbau der Bahnanbindung im Saarland appellieren wir an die Bundesregierung, die notwendigen Mittel zur Umsetzung der Beschleunigungsmaßnahmen bereitzustellen. Darüber hinaus sollte die Deutsche Bahn AG diese Maßnahmen in den Verhandlungen mit der französischen Bahngesellschaft SNCF über die weitere Kooperation des deutsch-französischen Hochgeschwindigkeitsverkehrs rasch und offensiv zur Sprache bringen“, so Dr. Thomé.

Zum Hintergrund 15 Jahre deutsch-französisches Hochgeschwindigkeitsnetz:
Der Einbindung des Saarlandes in den europäischen Hochgeschwindigkeitsverkehr waren über dreißig Jahre IHK-Engagement, Diskussionen, Planungen und eine rund zehnjährige Bauphase vorausgegangen, damit die Verbindung Paris-Saarbrücken-Frankfurt den Betrieb aufnehmen konnte. Seitdem transportieren ICE- und TGV-Züge Reisende vier Mal täglich zwischen Paris und Frankfurt via Saarbrücken. Die Fahrzeit aus dem Saarland in die französische Hauptstadt reduzierte sich dadurch deutlich auf eine Stunde und 50 Minuten. Saarbrücken ist damit die einzige deutsche Landeshauptstadt, die über eine Direktverbindung mit der Weltmetropole Paris verbunden ist. Da sich zudem auch die Fahrtzeit nach Frankfurt um rund 20 Minuten verkürzt hat, nutzen vor allem viele Geschäftsreisende und Touristen diese grenzüberschreitende Schienenverbindung.

IHK Saarland
Franz-Josef-Röder-Straße 9 | 66119 Saarbrücken

 

Freitag, 15. April 2022

Stopp der Thüringer Solarförderung enttäuscht Südthüringer Wirtschaft

Nur ein Tropfen auf den heißen Stein - Vor knapp zwei Wochen wurde das Thüringer Förderprogramm Solar Invest nach nur drei Tagen wieder geschlossen. Die Mittel standen für gerade einmal 3.700 Anträge von Bürgern, Unternehmen, Kommunen und Bürgerenergiegesellschaften zur Verfügung und waren binnen eines Wochenendes aufgebraucht. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen fordert die Landesregierung dazu auf, weitere finanzielle Fördermittel durch Umschichtungen im Haushalt zur Verfügung zu stellen. - Das Programm Solar Invest unterliegt nicht der Sparauflage der globalen Minderausgabe. Gerade deshalb sollten weitere Mittel für Antragstellungen freigemacht werden. „Zehn Millionen Euro sind keinesfalls ausreichend, um die Energiewende und den Klimaschutz wirksam zu forcieren“, stellt Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen, klar.

  •  Schnelle Bearbeitung von Solar Invest-Anträgen erforderlich
  •  Vorzeitigen Maßnahmenbeginn ermöglichen


Die IHK Südthüringen hat in den letzten Monaten, d.h. schon vor den massiven Energiepreissteigerungen im Zuge des Kriegs in der Ukraine, immer wieder Anfragen von Unternehmen zur Solarförderung erhalten. Diese Unternehmen haben fest damit gerechnet, mit dem Neustart der Förderung zum Zuge zu kommen. „Wer zu spät dran war oder wegen der Serverüberlastung keinen Antrag stellen konnte, ist jetzt verständlicherweise enttäuscht. Unternehmen müssen langfristig planen und brauchen dafür Planungssicherheit“, betont Pieterwas.

Der Freistaat Thüringen muss deshalb aus IHK-Sicht für die vorliegenden Anträge der Unternehmen zwingend einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn ermöglichen und eine schnelle Bearbeitung der Anträge garantieren. Denn selbst Unternehmen, die einen Antrag stellen konnten, sind aktuell in der tatsächlichen Umsetzung der Solarprojekte ausgebremst. Der Grund: Entgegen allen politischen Äußerungen für einen schnellen Ausbau der alternativen Energieerzeugung darf derzeit keine Beauftragung erfolgen, wenn kein Bewilligungsbescheid vorliegt. Deshalb ist zu befürchten, dass angesichts der Vielzahl der Förderanträge Monate vergehen, bevor die Bescheide versendet werden. In dieser Zeit könnten die Kosten für die beantragten Projekte aufgrund der aktuellen Rohstoffpreisentwicklung steigen. Eine zusätzliche Verteuerung von Projekten droht durch Ressourcenknappheit und Fachkräftemangel.

Die Südthüringer Unternehmen investieren nicht erst in Photovoltaikanlagen und andere Anlagen zur Erzeugung alternativer Energien, seitdem die Energiepreise massiv gestiegen sind. Laut dem jüngsten DIHK-Energiewende-Barometer hat ein Fünftel der Unternehmen bereits Projekte zur Erzeugung eigener erneuerbarer Energieversorgungskapazitäten realisiert. Ein weiteres Viertel der Unternehmen setzt diese um oder plant sie.

„Das nun angekündigte Osterpaket, mit dem unter anderem höhere Vergütungssätze für Solaranlagen beschlossen werden sollen, greift aus unserer Sicht zu kurz“, so Pieterwas. Höhere Vergütungssätze seien zwar prinzipiell zu befürworten. Allerdings fehlen weitergehende Entbürokratisierungsmaßnahmen gerade für Photovoltaik-Dachanlagen. Diese dürften vielfach für einen schnelleren Ausbau relevanter sein, als die reine Anhebung von Fördersätzen.

Industrie- und Handelskammer Südthüringen
Hauptgeschäftsstelle
Bahnhofstraße 4 – 8 • 98527 Suhl

 

Willkommen zurück zur Interzoo vom 24. bis 27. Mai in Nürnberg - handwerkernachrichten.com


Die Vorfreude auf die Interzoo 2022 vom 24. bis 27. Mai in Nürnberg steigt: Die Veranstalterin Wirtschaftsgemeinschaft Zoologischer Fachbetriebe GmbH (WZF) bestätigt den Anmeldestand von rund 1.300 Ausstellern aus über 60 Ländern. Damit bietet die weltgrößte Fachmesse für Heimtierbedarf dem Fachpublikum auf einer Brutto-Ausstellungsfläche von rund 105.000 Quadratmetern einen einzigartigen globalen Marktüberblick über die neuesten Produkte für Hund, Katze, Fisch und Co. „Trotz der Herausforderungen, die Covid-19 mit sich brachte, entwickelte sich der globale Heimtiermarkt in den letzten beiden Jahren gut“, erklärt Norbert Holthenrich, Präsident des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe e. V. (ZZF), welcher der ideelle Träger der Interzoo ist. Seit Beginn der Pandemie seien die Lieferketten jedoch empfindlich gestört worden. Produktionsprobleme und Lieferengpässe waren die Folge. Die Interzoo sieht Holthenrich als Chance für neue Ausrichtungen und Geschäftsanbahnungen: „Hersteller und Einkäufer können sich wieder physisch auf der Weltleitmesse in Nürnberg treffen, um neue Geschäftskontakte zu knüpfen und interessante Produkte zu entdecken.“

Die hohe Internationalität der Messe gewährleistet einen globalen Marktüberblick: Mehr als 80 % der Aussteller kommen aus dem Ausland. Am stärksten vertreten sind Italien, Großbritannien, die USA, die Niederlande und Spanien. Insgesamt wird es 11 – teils vergrößerte – Länderpavillons geben und zwar aus Brasilien, Großbritannien, Indien, Italien, Kanada, Singapur, Taiwan, Tschechien, den USA und in diesem Jahr neu aus Frankreich und Südkorea. Einen Zuwachs an Flächenanmeldungen bei den Messeständen verzeichnet die WZF aus einigen europäischen Ländern, etwa aus der Türkei (+114 %) und aus Spanien (+15 %) mit ihren jeweils rund 60 Ausstellern. Aus Übersee kommt eine stärkere Nachfrage zum Beispiel durch Südkorea (+33 %) und Indien (+22 %) mit jeweils gut über 20 bzw. 40 Ausstellern. Aufteilung der Segmente Wie schon in der Vergangenheit widmet sich der größte Anteil an angebotenen Produkten den Artikeln für Hunde und Katzen (47 %), gefolgt von denen für Kleintiere und Nager (10 %) sowie für Ziervögel und Aquaristik (je 8 %). Das Sortiment mit Ergänzungsartikeln für den Zoofachhandel liegt bei 6 %, ebenso wie das der Petfood Technologie. Artikel für Tiere im Garten belaufen sich auf 5 %, gefolgt von kleineren Anteilen an weiteren Segmenten wie Fachliteratur, Ladeneinrichtungen und Verpackungen.

Eine starke internationale Besucherschaft erwartet Aufgrund der weggefallenen Reisebeschränkungen und des erprobten Hygienekonzepts erwartet Dr. Rowena Arzt, Bereichsleiterin Messen bei der WZF, auch eine starke internationale Besucherschaft: „Bei den vergangenen Interzoo-Veranstaltungen kamen immer rund ein Viertel der Besucher aus Deutschland und drei Viertel aus dem Ausland – rund 42 % aus dem europäischen und etwas mehr als 30 % aus dem nicht-europäischen Ausland. Wir gehen für die Interzoo 2022 von einer ähnlichen Struktur aus, wobei wir situationsbedingt mit weniger Besuchern aus einigen osteuropäischen und asiatischen Ländern rechnen. Die Bedeutung der Interzoo als internationale Weltleitmesse bleibt davon unbenommen und die Fachmesse bietet zahlreiche Möglichkeiten für internationale Kontakte, Gespräche und Geschäfte.“ Die neue Interzoo App verbindet Als Verbindung zwischen digitaler und physischer Welt und für den komfortablen Überblick steht die neue Interzoo App zur Verfügung. Diese kann ab sofort zur Messevorbereitung in den gängigen App Stores für Apple und Android heruntergeladen werden. In der App finden Messebesucher die wichtigsten Informationen über Aussteller, Produkte oder Marken, einen interaktiven Hallenplan und einen persönlichen Messeplaner. Praktisch ist auch die Ticket Wallet, in welcher Besucher ihre Eintrittskarte und ggf. weitere Dokumente hinterlegen können.

Auch das auf der Interzoo.digital beliebte digitale Kontaktmanagement ist über die App möglich: Besucher Willkommen zurück zur Interzoo! Presseinformation – April 2022 Seite 3/5 können sich mit anderen Besuchern oder Ausstellern vernetzen, Termine vereinbaren oder digital Visitenkarten tauschen. Erleichtert wird dies durch das einfache Scannen von QR-Codes auf den Namensschildern. Rahmenprogramm bietet Impulse und Einblicke Zusätzlich zum vielfältigen Angebot der Aussteller bietet das begleitende Rahmenprogramm weiteren Nutzen für die Teilnehmer. So findet bereits einen Tag vor dem eigentlichen Messestart mit dem Petfood Forum Europe am 23. Mai eine ganztägige internationale Konferenz statt. Experten referieren über die neuesten Trends, Forschungen und Innovationen auf dem Markt für Heimtiernahrung in Europa. Die in Kooperation mit WATT Global Media veranstaltete Konferenz lädt zum Austausch und Netzwerken ein. Die Anmeldung erfolgt auf einer separaten Veranstaltungsseite: www.petfoodforumevents.com/europe Mit der Öffnung der Messehallen am Dienstag, 24. Mai, folgen weitere Höhepunkte im Rahmenprogramm: So informieren insgesamt fünf Interzoo Country Sessions über Trends und Marktdaten in Westeuropa, Brasilien, Skandinavien, China und den USA.

Die Interzoo Sustainability Session unterstreicht die Wichtigkeit von Nachhaltigkeit in der Heimtierbranche. Trends und Entwicklungen werden beleuchtet und durch Best-Practice- Beispiele vertieft. Die Session startet mit einem Vortrag des Sustainable Transformation Lab der Antwerp Management School (AMS). Hier werden die Ergebnisse der jüngsten Interzoo Nachhaltigkeitsstudie vorgestellt und ein Überblick über die aktuelle Lage in der Heimtierbranche gegeben. Es folgen Branchenbeispiele und Tipps, wie Unternehmen sich dem Thema Nachhaltigkeit stärker widmen können. Auch eine Petfluencer Session, Beiträge zur Aquaristik und Start-up-Präsentationen sind in Planung. Zum Ende jeder Session besteht die Möglichkeit, sich zum jeweiligen Thema auszutauschen und das eigene Netzwerk zu erweitern. Die Weltleitmesse ist darüber hinaus Treffpunkt internationaler Branchenverbände. Es werden im Rahmen der Interzoo der diesjährige International Pet Associations IPAC Summit stattfinden sowie das jährliche Meeting der European Pet Organization EPO und der Ornamental Fish International OFI. Um das Angebot der Weltleitmesse umfassend wahrnehmen zu können, werden ausgewählte Vorträge im Rahmen der Interzoo Academy im Anschluss auf Abruf verfügbar sein ( https://www.interzoo-academy.com   ).

Informationen zum stetig wachsenden Rahmenprogramm sind online zu finden unter www.interzoo.com/de/events. ZZF: Ansprechpartner für Fachleute der Branche Die Wirtschaftsgemeinschaft Zoologischer Fachbetriebe GmbH (WZF) und der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e. V. (ZZF) sind als Interzoo-Veranstalterin und ideeller Träger in Halle 4 auch selbst mit einem Messestand vertreten. Als Ansprechpartner für die deutsche Heimtierbranche und Vermittler und Interessenvertreter bei politischen Themen stellt der Verband seine Angebote für Mitglieder, seine Leistungen im Bereich der Aus- und Weiterbildung und Informationen zum Heimtiermarkt vor.

Auch für Fragen zur Nachhaltigkeit in der Heimtierbranche, Aquaristik und Trends in der Heimtierpflege ist der Stand die richtige Anlaufstelle. Nach einem langen Messetag bietet die Interzoo zudem Gelegenheit zum Feiern: Am Mittwoch, 25. Mai, laden einige Aussteller zu Empfängen an ihren Ständen ab 18 Uhr ein. Und am Donnerstag, 26. Mai, steigt die Interzoo Party. Bei gemeinsamem Essen, Cocktails und Livemusik heißt es dann ab 18 Uhr: „Willkommen zurück!“

Wirtschaftsgemeinschaft Zoologischer Fachbetriebe GmbH (WZF) Mainzer Straße 10 65185 Wiesbaden

Donnerstag, 3. Februar 2022

Keine gleichen Wettbewerbsbedingungen für ausländische Unternehmen in China

03.02.2022 - Die Hoffnung, China würde sich mit internationalen Handelserfolgen auch politisch und wirtschaftlich der globalen Ordnung annähern, hat sich nicht erfüllt. Vielmehr haben protektionistische Maßnahmen aus Sicht der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. zugenommen. „Die Wettbewerbsbedingungen unserer Unternehmen in China sind weit entfernt von einem Level Playing Field. Trotz Reformen bleiben diese durch Chinas staatlich gelenkte Wirtschaft verzerrt. Das eingeführte Sozialkreditsystem ändert daran bislang nichts“, sagte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt auf einem gemeinsamen Online-Kongress mit dem Bayerischen Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt). Auch im zweiten Jahr nach der landesweiten Einführung des Sozialkreditsystems besteht bei ausländischen Unternehmen Verunsicherung. Alle in China tätigen Unternehmen erhalten demnach ein Rating sowohl für Regelverstöße als auch für regeltreues Verhalten.

Bei positivem Score profitieren die Unternehmen zum Beispiel von Steuervergünstigungen. Bei negativem Score drohen Verlust oder Geldstrafen, bis hin zum Entzug von Geschäftslizenzen. „Fast ein Zehntel der in China aktiven bayerischen Unternehmen hat der heute vorgestellten Studie des bidt zufolge aufgrund eines Verstoßes Verwaltungsstrafen erhalten. Das betrachten wir mit Sorge, da die Kriterien teils unklar und von großen Unterschieden zwischen den Provinzen geprägt sind. Falsche Scores lassen sich zudem nur mit großem Aufwand ändern“, erklärt Brossardt und ergänzt: „Im Gegenzug kann das System auch zur Gleichbehandlung ausländischer und chinesischer Unternehmen sowie zur Korruptionsbekämpfung beitragen. Das bewerten wir positiv“.

Brossardt: „Sozialkreditsystem führt wegen unklarer Kriterien zu Verunsicherung“

„Mit unserer Studie zum chinesischen Sozialkreditsystem und dessen Einfluss auf bayerische Unternehmen geben wir einen Impuls für den Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Meines Wissens ist es die erste Erhebung dieser Art mit Fokus auf bayerische Unternehmen. Die Ergebnisse zeigen: Der Bedarf nach Aufklärung durch Forschung ist vorhanden – ebenso wie die Notwendigkeit eines starken Netzwerks in Bayern“, erläutert Dr. Christoph Egle, wissenschaftlicher Geschäftsführer am bidt.

China ist und bleibt ein wichtiger und dynamisch wachsender Absatz- und Beschaffungsmarkt. Bayern exportierte 2021 nach vorläufigen Schätzungen Waren im Wert von knapp 18 Mrd. Euro nach China. Das entspricht neun Prozent der Exporte. China ist damit der zweitgrößte Exportmarkt für Waren aus dem Freistaat. „Die Politik muss eine Balance zwischen Wettbewerb, systemischer Rivalität und Partnerschaft für die Beziehung mit China finden. Die Lösung kann nur lauten, die WTO zu stärken und für weltweit verlässliche Handelsgrundlagen einzutreten“, so Brossardt.

Link zu aktuellem Positionspapier: www.vbw-bayern.de/china

ibw – Informationszentrale der Bayerischen Wirtschaft e. V.
Max-Joseph-Straße 5
80333 München