Business-blogger

Business-blogger mit täglichen Nachrichten und Themenbeiträgen von Industrie-und Handelskammern (IHK ) aus Deutschland und Österreich.

Freitag, 25. September 2020

Angespannte Lage im deutschen Mittelstand – Arbeitsplätze durch fehlende Nachfolgeregelungen gefährdet.


Eigentümer übergeben ihre Unternehmen immer später. Die Lage der Unternehmensübergabe im deutschen Mittelstand ist weiterhin brisant, wenn man bedenkt, dass 99 % der deutschen Betriebe ein kleines oder mittleres Unternehmen (KMU) sind und somit viele Arbeitsplätze durch fehlende Nachfolgeregelungen gefährdet werden. Um derartige Entwicklungen zu vermeiden ist eine ausführliche Beratung und Planung essenziell. Für den zweiten gemeinsamen vom Verband Deutscher Bürgschaftsbanken, der Creditreform Rating und der FOM Hochschule für Oekonomie & Management erstellten „Nachfolgemonitor“ wurden bundesweit knapp 7.400 Übernahmen aus den Jahren 2013 bis 2019 untersucht.

Nachfolgebegleitung der Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt

Die Anzahl von Firmenübernahmen im Bereich der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) stieg im vergangenen Jahr weiter an. 2019 hat die Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt 47 Übernahmen (Vj. 26 Übernahmen) mit einem Kreditvolumen von 16 Mio. Euro (Vj. 12 Mio.) genehmigt. Somit gingen 64 % (Vj. 57 %) der Gründungsförderungen der Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt in Unternehmensnachfolgen, nur 36 % (Vj. 43 %) in Neugründungen. Der demografische Wandel spiegelt sich somit auch in den Fallzahlen wieder. Bedenklich ist allerdings das bundesweit weiter ansteigende Durchschnittsalter der Übergebenden von 61 auf 62 Jahre, insbesondere vor dem Hintergrund der ungünstigen Altersstruktur in Sachsen-Anhalt mit dem bundesweit höchsten Durchschnittsalter.

Sologründungen gegenüber Teamgründungen bevorzugt

In diesem Jahr wurde im Nachfolgemonitor erstmalig das Verhältnis von Solo- und Teamgründungen untersucht. Bundesweit haben sich zwischen 2013 und 2019 über 82 % für eine Sologründung bei der Nachfolge entschieden. Lediglich knapp 15 % der Gründungen erfolgt durch zwei Personen und nur knapp 3 % führen ein Unternehmen zu dritt oder in noch größeren Teams fort. Erfolgt die Nachfolge als Team, handelt es sich bei einem Drittel der Teams um gemischte Teams, in rund 60 % um reine Männer-Teams. Ein Team nur aus Übernehmerinnen bestehend machen nur 5 % aus.

Nachfolge in der Corona-Krise

Die Daten des Nachfolgemonitors beziehen sich auf die Jahre 2013–2019. Somit werden die Auswirkungen der Corona-Krise hier noch nicht abgebildet. Durch die nach wie vor bestehende Insolvenzgefahr für viele deutsche Unternehmen, muss aber davon ausgegangen werden, dass die weltweite Pandemie auch Auswirkungen auf die Unternehmensnachfolge zeigen wird. Wolf-Dieter Schwab, Geschäftsführer der Bürgschaftsbank, erklärt: „In diesem Jahr besteht die besondere Herausforderung darin, die Unternehmen in der Corona-Krise zu unterstützen und gleichzeitig die so wichtigen Nachfolgefinanzierungen im Land Sachsen-Anhalt zu begleiten.“

 

Am 29. September 2020 wird die Studie von 09.00 bis 10.00 Uhr per Webkonferenz vorgestellt. Die Zugangsdaten hierzu sowie die Studie zum Download finden Sie auf folgender Website:
www.nachfolgemonitor.de

Wer ist die Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt?

Die Bürgschaftsbank (BB) ist eine Selbsthilfeeinrichtung der gewerblichen Wirtschaft für den Mittelstand. Sie ermöglicht kleinen und mittleren Unternehmen sowie Gründern/-innen den Zugang zu Finanzierungen, wenn  eigenes Kapital und ausreichende Sicherheiten fehlen. Die BB wurde 1990 nach dem Vorbild solcher Einrichtungen in den alten Bundesländern gegründet und ist seitdem Mitglied im Verband Deutscher Bürgschaftsbanken. Die Gesellschafter sind Banken, Sparkassen, Versicherungen, Kammern und Unternehmensverbände. Seit 1990 wurden durch die BB mehr als 5,1 Milliarden Euro Investitionen in Sachsen-Anhalts Wirtschaft ermöglicht und mehr als 167.000 Arbeitsplätze geschaffen bzw. gesichert

 

Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt GmbH
Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Sachsen-Anhalt mbH
Große Diesdorfer Straße 228
39108 Magdeburg

 

Freitag, 4. September 2020

Republik Kasachstan bietet beste Geschäftschancen für die Saarindustrie



Generalkonsul der Republik Kasachstan zu Besuch in der IHK: Beste Geschäftschancen für die Saarindustrie -  Bei seinem Antrittsbesuch im Saarland traf der Generalkonsul der Republik Kasachstan Yermukhambet Konuspayev heute mit Vertretern von Unternehmen und Institutionen in der IHK zusammen. Schwerpunktthemen der Gespräche waren die wirtschaftliche Lage und die Geschäftsaussichten in dem rohstoffreichen Land, die durch die zunehmende Industrialisierung an Dynamik gewinnen. „Wir laden alle Industriebranchen des Saarlands ein, sich den Entwicklungsstand in meiner Heimat anzusehen – unsere Unterstützung bieten wir gerne an", so der Generalkonsul. Er wies darauf hin, dass in der Weiterverarbeitung von Rohstoffen und der Kfz-Produktion in den letzten Jahren bedeutende Kapazitäten aufgebaut wurden, die interessante Geschäftschancen für die Saarindustrie versprechen.
Dazu passend hat auch die IHK ihre Angebotspalette im Kompetenzzentrum Außenwirtschaft nochmals erweitert: „Gemeinsam mit der saaris und dem Wirtschaftsministerium bereiten wir speziell für die hiesige Automobil-Zulieferbranche eine `Virtuelle Markterkundung mit Geschäftsanbahnung´ auf dem kasachischen Markt vor. Neben einem branchenbezogenen Lagebericht wird es dabei auch individuelle Beratungsangebote und die Möglichkeit zu Kontaktgesprächen mit der Auslandshandelskammer (AHK) sowie potenziellen Geschäftspartnern geben", informierte IHK-Geschäftsführer Oliver Groll, der das Kompetenzzentrum Außenwirtschaft leitet, die Teilnehmer des Treffens.
IHK Saarland
Franz-Josef-Röder-Straße 9 | 66119 Saarbrücken

11. und 12. September Aktionstage „Heimat shoppen“ im Saarland



Aktionstage „Heimat shoppen“ bieten viele Überraschungen -  Am 11. und 12. September ist es im Saarland wieder soweit. - Mit einem breiten Angebot an Aktionen werden sich auch in diesem Jahr Händler, Dienstleister und Gastronomen der Kundschaft während der Aktionstage „Heimat shoppen“ präsentieren. Sie finden saarlandweit am 11. und 12. September statt. Neben Gewinnspielen und Rabattaktionen warten Wettbewerbe, Foto-Votings, Genussstände, Schaufenster-Suchspiele, Tombolas, Street-Modenschauen und vieles Weitere auf die Kundinnen und Kunden.

„Vielfalt und Ideenreichtum sind wieder einmal beindruckend. Händler, Gastronomen und Dienstleister haben sich erneut viel einfallen lassen, um das Interesse der Kunden zu wecken und das Einkaufen zu einem Erlebnis zu machen. Ich bin fest davon überzeugt, dass viele Menschen im Saarland nach dem Corona-bedingten Lockdown im Frühling inzwischen wieder Vertrauen in sicheres Einkaufen gefasst haben und zum ‚Heimat Shopper‘ werden“, erklärte Leander Wappler, Leiter Unternehmensförderung der IHK Saarland.  

Die Aktionstage sind der Höhepunkt der diesjährigen Kampagne „Heimat shoppen“, mit der die IHK gemeinsam mit dem Sparkassenverband Saar und Möbel Martin den Kunden wieder mehr Lust zum Shoppen vor Ort machen will. Zugleich wird damit auf die Vielfalt des Angebots an Waren und Dienstleistungen in der Region hingewiesen. Schirmherrin und Ministerin Anke Rehlinger wird am kommenden Freitag, 11. September, um 10 Uhr, gemeinsam mit IHK-Geschäftsführer Dr. Carsten Meier und dem Vorsitzenden des Ensheimer Gewerbevereins, Harald Wagner, die Aktionstage in der Hauptstraße in Ensheim eröffnen. Die hohe Teilnehmerzahl von mehr als 1.200 Unternehmen zeigt, wie wichtig es den Unternehmen ist, sich nach dem Lockdown wieder zurückzumelden. Aktuell haben sich Unternehmen aus 38 Kommunen – und somit nochmals mehr als im Vorjahr – angemeldet. Damit zählt das Saarland einwohnerbereinigt zu den bundesweit aktivsten Regionen.

IHK Saarland
Franz-Josef-Röder-Straße 9 | 66119 Saarbrücken

 

Mittwoch, 2. September 2020

Geplantes Arbeitsschutzkontrollgesetz gefährdet Thüringer Fleischindustrie.


Arbeitnehmerüberlassung in der Fleischindustrie: IHK Südthüringen gegen generelles Verbot von Zeitarbeit - Der Sommer 2020 könnte der letzte gewesen sein, in dem es Thüringer Bratwurst für jedermann auf dem Rost gab. Die große Koalition in Berlin plant für September 2020 die Verabschiedung eines Gesetzes, das der mittelständischen Thüringer Fleischindustrie die Möglichkeit rauben wird, notwendige Belegschaftsstärken überhaupt zu sichern und flexibel auf Auftragsspitzen zu reagieren. Ab April 2021 wird der Einsatz von Zeitarbeit nur noch in kleinen Handwerksbetrieben möglich sein, während dies der Fleischindustrie verwehrt werden soll. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen fordert, den Gesetzentwurf für den Erhalt der heimischen Fleischindustrie deutlich zu entschärfen.Mit dem Arbeitsschutzkontrollgesetz soll der Einsatz von Werkvertragsmitarbeitern und Zeitarbeitnehmern in der Fleischindustrie verboten werden. Außerdem sollen vermeintlich klare Verantwortlichkeiten hergestellt werden, indem es verboten wird, dass sich mehrere Personen die Leitung eines fleischverarbeitenden Betriebs teilen. Von diesen beiden Regelungen werden nur Betriebe des Handwerks mit bis zu 49 Beschäftigten ausgenommen.


„Einen willkommenen Anlass für das geplante Gesetz bilden die Corona-Infektionen unter Beschäftigten auf einigen westdeutschen Schlachthöfen. Tatsächlich sprechen sich jedoch Gewerkschaften und verschiedene politische Parteien seit Jahren für weitere Einschränkungen im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung aus. Sie irren sich jedoch, wenn sie glauben, dass es durch Verbote von Arbeitnehmerüberlassungen zu mehr Festeinstellungen kommt. Der Arbeitsmarkt ist in diesem Segment seit Jahren leergefegt, ohne Arbeitnehmerüberlassungen können weder der Regelbetrieb noch saisonale Produktionsspitzen in den Betrieben personell abgesichert werden“, erklärt Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen.

Der politische Vorstoß ist aus Sicht der IHK Südthüringen auch deshalb unverständlich, da spätestens seit dem Jahr 2107 in die Zeitarbeitsbranche mit Blick auf Löhne und Arbeitsbedingungen stark eingegriffen wurde und diese Dienstleistung seither als reguliert gilt. „Kommt das Verbot der Arbeitnehmerüber-lassung in der Fleischindustrie dennoch, müssen Aufträge abgelehnt, das Saisongeschäft aufgegeben und in der Folge existenzbedrohende Umsatzeinbußen hingenommen werden ohne dass es zu mehr Festanstellungen kommen wird“, so Pieterwas weiter.
Durch den Gesetzentwurf gefährdet sind außerdem Unternehmen, in denen sich im Zuge einer Nachfolgeregelung z. B. Geschwister die Firmenleitung teilen. Soll es nach dem Willen des Gesetzgebers in Zukunft klare Verantwortlichkeiten geben, müssen bisherige Mit-Besitzer in der Regel ausgezahlt werden. Gelingt das nicht, werden Unternehmen verkauft und möglicherweise zerschlagen.

In ihrem Regelungsbedürfnis stellt die Bundesregierung vor allem auf Schlachthofbetriebe in Nordrhein-Westfalen ab, in denen es neben den aufgetretenen Corona-Infektionen in diesem Jahr außerdem im vergangenen Jahr 5.900 registrierte arbeitsrechtliche Verstöße gab. Hingegen attestiert das für Arbeitsschutz zuständige Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz den heimischen Unternehmen eine nahezu fehlerfreie Arbeitsweise.

„Die Fleischindustrie in Südthüringen behandelt ihre Mitarbeiter anständig – egal ob festangestellt oder über ein Dienstleistungsunternehmen entliehen. Hingegen hat es in einigen Schlachtbetrieben in den alten Bundesländern Verstöße gegeben. Um Einzelfälle zu regulieren, benötigt man kein Bundesgesetz, das alle Unternehmen über einen Kamm schert, sondern eine Kontrollkultur, die der Name und Inhalt des Entwurfs des Arbeitsschutzkontrollgesetzes richtigerweise auch vorsieht.“, so Dr. Pieterwas.

Für den Fall, dass sich Politik trotz guter Gegenargumente für politische Eingriffe im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung in der Fleischindustrie entscheidet, muss es zumindest möglich bleiben, dass in mittelständischen Betrieben bis 500 Mitarbeitern die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Zeitarbeit erhalten bleibt, um das Kerngeschäft zu sichern und saisonale Schwankungen auszugleichen.  Richtig wäre jedoch, die vorgesehene Mindestbesichtigungsquote von jährlich 5 Prozent aller Unternehmen mit dem Ziel einer bundeseinheitlichen Kontrolldichte einzuführen und auf weitere Regulierungen der Arbeitnehmerüberlassung vollständig zu verzichten.


Industrie- und Handelskammer Südthüringen
Bahnhofstraße 4-8
98527 Suhl

Montag, 31. August 2020

Offene Lehrstellen - trotz Corona Azubis dringend gesucht


Unternehmen haben noch viele unbesetzte Ausbildungsplätze Nürnberg – Die Bereitschaft zur Ausbildung ist in Mittelfrankens Unternehmen ungebrochen. Das hat die IHK Nürnberg für Mittelfranken aus Rückmeldungen von Ausbildungsbetrieben erfahren. Dennoch gab es zu Beginn des Ausbildungsjahres nur 6.220 neue Ausbildungsverträge – und damit 14,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Offenbar zögern viele Jugendliche im Corona-Jahr mit dem Start in eine duale Berufsausbildung. Doch auch jetzt ist es noch nicht zu spät: Wer sich noch für eine Ausbildung entscheidet, sollte schnell aktiv werden. Denn grundsätzlich können junge Leute auch nach Beginn des Ausbildungsjahres am 1. September in die Lehre starten. Und unbesetzte Stellen gibt es noch jede Menge.
Technische Berufe - Insgesamt 2.339 Ausbildungsverträge wurden bisher in technischen Berufen geschlossen, das sind 14,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Besonders gefragt sind weiterhin die IT-Berufe, die zum 1. August 2020 neu geordnet worden sind. Bei den technischen Berufen stehen außerdem der Industriemechaniker und der Mechatroniker hoch im Kurs. Kaufmännische Berufe Bei den Kaufleuten verringerte sich die Zahl der Verträge um 14,4 Prozent auf 3.821. Dieser Rückgang verteilt sich relativ gleichmäßig über die verschiedenen Berufsgruppen, auffallend hoch ist er aber im Bereich der Hotel- und Gaststättenberufe.
Nachvermittlungsbörse  - Um die Betriebe bei der Rekrutierung von Jugendlichen zu unterstützen, bietet die IHK in diesem Jahr anstelle der traditionellen Nachvermittlungsbörse zwei „Nachvermittlungs-Days" an. Diese finden am 26. und 27. Oktober statt, Corona-bedingt als virtuelles Format. Eine Chance für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz und Unternehmen mit unbesetzten Stellen. Ausbildungsbetriebe können die Bewerbungsgespräche bequem vom Arbeitsplatz aus führen. Die Jugendlichen hingegen kommen in die Räume der IHK am Hauptmarkt in Nürnberg und führen die Gespräche an eigens dafür eingerichteten PC-Plätzen.
Teilzeitausbildung - Mit der Novellierung des Berufsbildungsgesetzes ist es leichter geworden, eine Berufsausbildung in Teilzeit zu beginnen. Bisher musste für eine Verkürzung der wöchentlichen Ausbildungszeit ein berechtigtes Interesse des Auszubildenden nachgewiesen werden. Seit Januar 2020 steht die Ausbildung in Teilzeit jedem Auszubildenden offen.
Studienaussteiger als gefragte Zielgruppe - Immer noch verlässt etwa jeder dritte Student die Hochschule ohne Abschluss. Solche Studienaussteiger sind für die mittelfränkischen Ausbildungsbetriebe eine interessante Zielgruppe – und die duale Ausbildung ist eine interessante Alternative zum Studium: Studienabbrecher können sich in kurzer Zeit zum Bachelor Professional qualifizieren. Die Ausbildung kann auf bis zu 18 Monate verkürzt werden, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu gehören eine Studiendauer von mindestens zwei Semestern, mindestens 30 Credit Points (ECTS) und ein Bezug des abgebrochenen Studiums zum zukünftigen Ausbildungsberuf. Unter Umständen ist sogar ein Direkteinstieg in eine Weiterbildung möglich.
Ausbildungsprämie - Betriebe, die von der Corona-Pandemie in erheblichem Umfang betroffen sind und weniger als 250 Beschäftigte haben, können für Ausbildungsverträge eine Prämie in Höhe von 2.000 bzw. 3.000 Euro beantragen. Voraussetzung ist, dass das Ausbildungsverhältnis spätestens am 15. Februar 2021 beginnt. Zudem muss der Betrieb das Ausbildungsvolumen der letzten drei Jahre beibehalten bzw. erhöhen. Die Prämie bietet einen zusätzlichen Anreiz, Auszubildende einzustellen. Zahlreiche Unternehmen in Mittelfranken haben hiervon bereits Gebrauch gemacht und die entsprechenden Bescheinigungen bei der IHK angefordert.
Zahlreiche Projekte rund um die Ausbildung  - Die IHK agiert am Ausbildungsmarkt mit zahlreichen Projekten, die ausbildenden Unternehmen und Azubis einen Mehrwert liefern – sei es zum Matching zwischen Betrieb und Jugendlichen (IHK-Lehrstellenbörse, IHK-AusbildungsScouts etc.) oder auch während der Ausbildung – für schwache wie auch für besonders engagierte Auszubildende (KollegenCoaching, Schöller Azubi Akademie etc.). Die IHK betreut in Mittelfranken rund 180 Ausbildungsberufe, von A wie Automobilkaufmann bis Z wie Zerspanungsmechaniker.
Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken
Hauptmarkt 25/27
90403 Nürnberg

Donnerstag, 27. August 2020

Guter Einstieg ins Arbeitsleben motiviert und fördert den Zusammenhalt


27.08.2020 -  Zum Start des neuen Ausbildungsjahres am 01. September betont die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. die hohe Bedeutung der Berufsausbildung für die Fachkräftesicherung. „Die Ausbildungsbereitschaft beispielsweise der Betriebe in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie ist weiterhin hoch. Unsere Unternehmen setzen auf die Zukunft und bieten den jungen Menschen langfristig gute Perspektiven und ein attraktives Arbeitsumfeld“, sagt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Für einen erfolgreichen Ausbildungsverlauf und -abschluss ist ein guter Start entscheidend. „In den ersten Tagen wird der Grundstein für die spätere Zusammenarbeit und die Motivation der Auszubildenden gelegt.
Brossardt: „Intensive Vorbereitung der ersten Ausbildungstage ist wichtig“
Ein gelungener Einstieg fördert die Bindung an den Ausbildungsbetrieb und verhindert, dass die jungen Menschen die Ausbildung wieder abbrechen“, erläutert Brossardt und ergänzt weiter: „In Bayern lag die Auflösungsquote der Ausbildungsverträge im Jahr 2018 bei rund 24 Prozent. Das ist viel zu hoch, aber besser als der bundesdeutsche
Durchschnitt von 26,5 Prozent. Wir müssen hier durch weiter optimierte Berufsorientierung vor der Wahl des Ausbildungsberufes noch besser werden. Die Verbände setzten sich mit einer Reihe von innovativen Projekten und Veranstaltungsreihen beispielsweise im Rahmen von ‚sprungbrett bayern‘ für eine zielorientierte Berufswahl ein.“

Die bayerischen Unternehmen organisieren zum Ausbildungsbeginn Einführungstage, häufig unter Einbeziehung älterer Azubis. Auf diese Weise können die neuen Auszubildenden das Unternehmen, die Kolleg*innen und sich gegenseitig kennenlernen. Sie werden von Anfang an intensiv einbezogen und in ihre neuen Aufgaben eingewiesen. Außerdem werden sie so mit den betrieblichen Regelungen und Prozessen vertraut gemacht.

„Der erste Eindruck zählt. Deshalb ist es für die weitere Zusammenarbeit entscheidend, dass die Motivation der jungen Berufseinsteiger von Beginn an hochgehalten und den Jugendlichen eine positive Einstellung zur Ausbildung und zu ihrem Unternehmen vermittelt wird“, betont Brossardt.
ibw – Informationszentrale der Bayerischen Wirtschaft e. V.
Max-Joseph-Straße 5
80333 München

Dienstag, 25. August 2020

Saarwirtschaft stabilisiert sich auf niedrigem Niveau.



25.08.2020  - In der Saarwirtschaft verdichten sich die Anzeichen für eine weitere Stabilisierung der Konjunktur. Das signalisieren die Meldungen der Unternehmen zu ihrer aktuellen Geschäftslage und zu den Erwartungen für die kommenden sechs Monate. Während die Geschäftsaussichten mit einem Minus von 7,1 Zählern in etwa auf dem Vormonatsniveau verharrten, hat sich die Geschäftsläge zum zweiten Mal in Folge aufgehellt. Der IHK-Lageindikator stieg um 3,2 Punkte auf nunmehr minus 4,5 Zähler. Er hat sich damit von seinem Tiefstand im Juni dieses Jahres deutlich erholt. Ursächlich für den jüngsten Anstieg sind verbesserte Lageeinschätzungen in Teilen der Saarindustrie. Sie deuten darauf hin, dass nach dem Dienstleistungsgewerbe nun auch die Industriekonjunktur die Talsohle durchschritten hat. „Die Saarwirtschaft steht trotz der Belebungstendenzen weiterhin vor schwierigen Zeiten. Sorgen bereitet nach wie vor das für die exportorientierte Saarindustrie so wichtige internationale Umfeld.
Zwar ziehen der private Konsum und die Investitionsbereitschaft der Unternehmen inzwischen wieder an. Dies dürfte aber nicht ausreichen, um im weiteren Jahresverlauf die gesamtwirtschaftlichen Folgen des Lockdowns im Frühjahr auch nur annähernd auszugleichen. Angesichts der deutlichen Rückgänge bei Industrieumsätzen, Auftragseingängen und Exporten rechnen wir für 2020 weiterhin mit einen herben Einbruch der Wirtschaftsleistung im Saarland von rund 15 Prozent.“ So kommentierte IHK-Geschäftsführer Dr. Carsten Meier die Ergebnisse der August-Umfrage der IHK Saarland, an der sich rund 300 Unternehmen mit gut 120.000 Beschäftigten beteiligten.

Insgesamt bewerten derzeit 22 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut, 51 Prozent mit befriedigend und 27 Prozent mit schlecht. Mehr Besser- als Schlechtermeldungen kommen aus der Medizintechnik, dem Ernährungsgewerbe, der Elektroindustrie, dem Stahlbau sowie der Bauwirtschaft. In den Schlüsselbranchen der Saarwirtschaft – der Stahlindustrie, dem Fahrzeugbau und dem Maschinenbau – ist die Lage wegen der Überlagerung von strukturellen und konjunkturellen Faktoren dagegen weiterhin teils deutlich angespannt. Über alle Branchen gerechnet ist der Umsatz der Saarindustrie in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 24,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum eingebrochen (Bund: -13,6 Prozent), das Exportgeschäft büßte sogar 26,0 Prozent (Bund: -16,6 Prozent) ein.
Geschäftslage abermals verbessert

Deutlich besser ist hingegen die Stimmung in weiten Teilen des Dienstleistungssektors – auch wenn die Auslastung in einigen Branchen noch immer weit unter dem Vor-Corona-Niveau liegt. Insgesamt berichten 83 Prozent der befragten Unternehmen über gute oder befriedigende Geschäfte. Lebhafte Geschäfte vermelden die IT-Branche und die Versicherungswirtschaft. Im Handel, bei Banken und im Verkehrsgewerbe ist die Lage überwiegend befriedigend. Ein Großteil der Hotellerie, Gastronomie und Freizeitwirtschaft befindet sich dagegen weiter in einer äußerst schwierigen Situation.

Mit Strukturhilfen und einem Altlastenfonds die Zukunft sichern

In den kommenden Monaten dürfte sich die Saarwirtschaft weiter in sehr schwierigem Fahrwasser bewegen. Insgesamt rechnen neun Prozent mit besseren, 75 Prozent mit gleichbleibenden und 16 Prozent mit schlechteren Geschäften. Optimistische Stimmen kommen vorwiegend von unternehmensnahen Dienstleistern und aus dem Verkehrsgewerbe. Im Fahrzeugbau sowie in der Gummi- und Kunststoffindustrie überwiegt dagegen weiterhin die Skepsis. Hintergrund dafür sind die schwachen Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe im ersten Halbjahr, die deutlich unter dem Vorjahreswert lagen (-25,9 Prozent, Bund: -14,9 Prozent). „Das Saarland steht vor einer dreifachen Herausforderung, denn parallel zur Stabilisierung der Konjunktur müssen auch die Auswirkungen des tiefgreifenden Strukturwandels auf die Unternehmen abgefedert und die Investitionsfähigkeit der Kommunen gesichert werden. Ohne rasche finanzielle Hilfen des Bundes wird dies nicht zu meistern sein. Mit kräftigen Strukturhilfen für Unternehmen und einem auskömmlichen kommunalen Altlastenfonds ließe sich dagegen die Zukunft sichern“, so Meier.
IHK Saarland
Franz-Josef-Röder-Straße 9 | 66119 Saarbrücken