Business-blogger

Business-blogger mit täglichen Nachrichten und Themenbeiträgen von Industrie-und Handelskammern (IHK ) aus Deutschland und Österreich.

Donnerstag, 29. April 2021

Impfungen durch Betriebsärzte bringen neuen Schub.


VhU zu den Arbeitsmarktzahlen im April 2021 in Hessen -   Im April ist die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um rund 3.200 gesunken, und zwar von rund 191.200 auf rund 188.000. Trotz der leichten Erholung im ersten Quartal ist die Lage auf dem hessischen Arbeitsmarkt weiterhin angespannt. Weit über 200.000 Arbeitsplätze werden mit Kurzarbeit gestützt. „Nur flächendeckendes und rasches Impfen verbunden mit einer intelligenten Öffnungsstrategie kann das Infektionsgeschehen durchbrechen und gleichzeitig den durch Corona gebeutelten Arbeitsmarkt wiederbeleben. Vollständig Geimpfte, von denen keine Ansteckungsgefahr mehr ausgeht, müssen wieder ohne Einschränkungen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können und ab Juni in Verbindung mit dem europäischen digitalen Impfpass problemlos in Europa reisen können, sei es dienstlich oder privat. Ich appelliere an jeden und jede Einzelne: Bitte gehen Sie zur Impfung. So schützen Sie andere und sich selbst und leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass sich unser Leben bald wieder normalisiert“ sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) am heutigen Donnerstag.


Pollert: „Impf-Appell an alle Hessen“
Deutliche Verbesserungspotenziale sieht der VhU-Hauptgeschäftsführer bei der Impfgeschwindigkeit. Hessen stünde im Ländervergleich mit rund 30,7 verabreichten Impfdosen pro 100 Einwohnern derzeit an vorletzter Stelle. „Die Einbeziehung der Hausärzte nach Ostern hat doch gezeigt, was in kurzer Zeit alles möglich ist, wenn man die bestehenden Strukturen nutzt. In unseren Betrieben stehen hunderte Betriebsärzte und werksärztliche Dienste bereit, um hunderttausende Beschäftigte in Hessen sicher und unkompliziert zu impfen. Daher sollte die hessische Landesregierung – möglichst noch vor Juni – grünes Licht für die Impfung in den Betrieben geben, wenn genügend Impfstoff verfügbar ist. Flankierend sollte die Priorisierung bei den Impfungen baldmöglichst aufgehoben werden. Wenn bald auch die Betriebsärzte impfen, hoffen wir auf einen ähnlichen Schub wie kurz nach Ostern.“

VhU - Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e. V.

Emil-von-Behring-Straße 4

60439 Frankfurt

Dienstag, 20. April 2021

IHK 21.-23.April 2021 - Südthüringen bietet neue Webinare zur „Testpflicht in Unternehmen“ an.

Freiwillige Selbstverpflichtung wird zum Zwang - Es ist offiziell: Ab dem 20. April 2021 müssen Unternehmen ihren Arbeitnehmern wöchentlich mindestens einen Corona-Test anbieten. Beschäftigte, die besonders gefährdet sind, z. B. in personennahen Dienstleistungen, sollen zwei Tests pro Woche erhalten. Laut geänderter Corona-Arbeitsschutzverordnung sind Selbsttests ausreichend. Arbeitgeber müssen keinerlei Dokumentation über die Testung vorhalten. Die Beschaffungsbelege der Tests oder die Beauftragung Dritter ist als Nachweis ausreichend.

Bereits am 16. April 2021 hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen das erste kostenfreie Webinar „Testpflicht in Unternehmen – Was ist zu beachten?“ angeboten. Trotz kurzfristiger Einladung über den IHK-Newsletter nahmen knapp hundert Unternehmen des Kammerbezirks teil.

Die Fragen der Unternehmensvertreter reichten von Test-Arten bis hin zur Organisation und Durchführung in der Unternehmenspraxis. Auch Fragen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen wurden beantwortet.

Aufgrund großer Nachfrage und Aktualität des Themas werden zusätzliche Termine angeboten:
/ Mittwoch, 21. April 2021        08:00 – 09:00 Uhr
/ Donnerstag, 22. April 2021        16:30 – 17:30 Uhr
/ Freitag, 23. April 2021        08:00 – 09:00 Uhr

Das Webinar ist kostenfrei und wird über das Videokonferenz-Tool Cisco Webex durchgeführt. Interessierte Unternehmensvertreter, wie Personalverantwortliche oder Testbeauftragte, können sich unter www.suhl.ihk.de/veranstaltungen anmelden. Die Teilnehmerzahl ist auf 100 begrenzt.

Weitere Fragen zum Umgang mit den Corona-Tests können jederzeit auch telefonisch an die Ansprechpartnerin der IHK Südthüringen, Mandy Gries, unter +49 3681 362-169 gerichtet werden. Nützliche Informationen sowie Handreichungen sind jederzeit auch auf der IHK-Website www.suhl.ihk.de/coronavirus/corona-tests abrufbar.

Industrie- und Handelskammer Südthüringen
Hauptgeschäftsstelle
Bahnhofstraße 4 – 8 • 98527 Suhl

Sonntag, 18. April 2021

Frühlingspreise für Holzpellets im April

18.04.2021 - Einlagerungsaktionen senken Kosten der Presslinge -Im April ist der Preis für Holzpellets deutschlandweit saisonüblich gesunken. Wie das Deutsche Pelletinstitut (DEPI) berichtet, kostet eine Tonne (t) durchschnittlich 226,74 Euro (Abnahme 6 t). Das sind 5,5 Prozent weniger als im März und 7,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Kilopreis beträgt entsprechend 22,67 Cent, die Kilowattstunde (kWh) Wärme aus Pellets kostet 4,53 Cent. Der Preisvorteil zu Heizöl liegt bei 27,1 Prozent, der zu Erdgas bei rd. 29 Prozent. „Wie gewohnt bieten viele Pellethändler nach der Heizsaison Einlagerungsaktionen an“, erklärt DEPI-Geschäftsführer Martin Bentele. „Pelletheizer sollten das Frühjahr zum Auffüllen ihrer Lager nutzen“, empfiehlt der Branchenfachmann. Der Pelletpreis folge in der Regel im Jahresverlauf der Regel „günstig im Sommer, etwas teurer im Winter“.

Neben dem Preis sollten Kunden allerdings auch immer auf hochwertige Qualität achten. Schnäppchenkäufe zahlen sich hier nicht aus. Wer seine Presslinge bei einem qualifizierten Händler mit dem ENplus-Zertifikat ordert, geht hier auf Nummer sicher. Alle Bezugsadressen listet die Seite www.enplus-pellets.de.
Regionalpreise
Beim Preis für Holzpellets ergeben sich im April 2021 regional folgende Unterschiede (Abnahmemenge 6 t): In Süddeutschland sind Pellets mit 219,36 Euro/t erneut am günstigsten, mit einigem Abstand folgt Norddeutschland mit 233,37 Euro/t. In Mitteldeutschland kosten die Presslinge derzeit 233,42 Euro/t.
Größere Mengen (26 t) werden im April 2021 zu folgenden Konditionen gehandelt:
Süd: 207,20 Euro/t, Mitte: 216,19 Euro/t, Nord/Ost: 222,83 Euro/t (alle inkl. MwSt.).
DEPI-Pelletpreis
Der DEPI-Pelletpreis wird seit 2011 im Monatsrhythmus veröffentlicht, bis Oktober 2020 vom Deutschen Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV). Er bezeichnet den Durchschnittspreis in Deutschland für eine Tonne Pellets der Qualitätsklasse ENplus A1 der jeweiligen Abnahmemenge (Lieferung im Umkreis 50 km, inkl. aller Nebenkosten und MwSt.) – deutschlandweit und in drei Regionen. Beim DEPV ist ein DEPV-Pelletpreis für Lieferverträge (netto) abrufbar.

Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband e.V. (DEPV) Deutsches Pelletinstitut GmbH (DEPI) 10117 Berlin, Neustädtische Kirchstraße 8

Mittwoch, 14. April 2021

IHK Südthringen zur Testangebotspflicht: "Testen gegen Corona nur erfolgreich, ...

IHK Südthringen zur Testangebotspflicht: "Testen gegen Corona nur erfolgreich, wenn Belegschaften Testangebote der Arbeitgeber auch annehmen müssen"

Vor dem Hintergrund der geänderten Corona-Arbeitsschutzverordnung und der infolge ergänzten Testangebotspflicht für Unternehmen sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ralf Pieterwas: „Die IHK Südthüringen unterstützt grundsätzlich die Strategie, durch verstärktes Impfen und Testen den Lockdown abzulösen – und damit auch die Schließung von Branchen und Innenstädten. Dass die Wirtschaft dazu ihren Beitrag leisten muss, stellen wir nicht infrage. Allerdings kann das Testen nur zum Erfolg führen, wenn die Belegschaften die Testangebote der Arbeitgeber auch annehmen müssen. Hier braucht es die gleiche Konsequenz, wie beispielsweise beim Betreten von Schulen.

Wir begrüßen, dass es gelungen ist, das Testen weitgehend dokumentations- und damit bürokratiefrei in den Unternehmen abwickeln zu können. Hinsichtlich der Kosten für die Tests sollte jedoch ein unkompliziert einzuführendes Steuermodell als akzeptable Lösung nachgeschoben werden. Getreu dem Motto „wer bestellt, muss auch bezahlen“, sollte ein Modell, wie man es beim Abzug von Handwerkerleistungen von der Steuerschuld der Einkommenssteuer kennt, das Mittel der Wahl sein. Dies würde die Akzeptanz der Testpflicht in der Wirtschaft noch einmal deutlich steigern.

Letztlich erwarten die Unternehmen, dass sich in der Politik endlich Vertrauen in die ausgerufene Impf- und Teststrategie breitmacht – und damit Wirtschaft und Gesellschaft nach einem Jahr Lockdown endlich wieder aufatmen.“

Industrie- und Handelskammer Südthüringen
Hauptgeschäftsstelle
Bahnhofstraße 4 – 8 • 98527 Suhl

Freitag, 2. April 2021

IHK macht sich für Modellstadt Wiesbaden stark.

 

Einzelhandel, Gastronomie und Kulturschaffende leiden seit Monaten massiv unter den Folgen der Pandemie und einer fehlenden Öffnungsstrategie. „Wir unterstützen die Pläne der Stadt Wiesbaden, hessische Modellstadt zu werden und dadurch Lockerungen zu ermöglichen, sehr. Das wäre ein großer Schritt in die richtige Richtung und ein mutmachendes Signal. Wir hoffen, dass damit der Weg für weitere Kommunen in der Region bereitet wird“, sagt IHK-Präsident Dr. Christian Gastl. „Unsere von der Krise gebeutelten Mitgliedsunternehmen wollen wieder anpacken. Sie möchten Ihre Ideen einbringen und verantwortungsvoll in die Umsetzung kommen. Gerade als Landeshauptstadt könnte Wiesbaden vorangehen und zeigen, dass Wirtschaft und Gesundheitsschutz in Einklang zu bringen sind.“

Viele Unternehmen in der Wirtschaftsregion Wiesbaden setzen große Hoffnung in die Pläne der Stadt.

Ilka Guntrum, Modegeschäft Elle&Lui - Moden und Vorsitzende der Werbegemeinschaft Wiesbaden Wunderbar, sagt dazu: „Wir sind komplett verzweifelt, jeden Tag verlieren wir Geld. Die Werbegemeinschaft Wiesbaden Wunderbar fordert daher ein schnelles Umsetzen des Projekts Modellstadt zu werden. Das wäre ein wichtiger Schritt, insbesondere da sich Hessen bei den Öffnungsregeln bisher an den landesweiten Inzidenzen orientiert, im Gegensatz zu Rheinland-Pfalz.“

Auch Thomas Bollmeyer, GALERIA Karstadt Kaufhof Filialgeschäftsführer und Leiter Verbund Wiesbaden, setzt auf die Modellstadt-Pläne: „Wir begrüßen den Vorstoß Wiesbaden zur Modellstadt machen zu wollen. Unsere GALERIA Warenhäuser haben auf die Herausforderungen der Pandemie schnell mit umfassenden und auch vielfach überprüften und für sehr gut befundenen Hygienekonzepten reagiert.“

Bollmeyer, der auch Mitglied in der  Taskforce Innenstadt der IHK Wiesbaden ist, stellt außerdem fest:  „Click & Reserve, Click & Meet, Flächenbegrenzung, Umgang mit Mietern, für die andere Regeln gelten – alles kein Problem! Und tatsächlich hat nicht nur der Handel insgesamt bewiesen, dass er kein Pandemietreiber ist, was auch das Robert Koch-Institut bestätigt hat, sondern auch unsere eigenen Zahlen sprechen eine klare Sprache: Wir können Hygiene!“

Und IHK-Präsident Dr. Christian Gastl fügt abschließend hinzu: „Unsere Unternehmen stehen für die Modellstadt Wiesbaden bereit. Gemeinsam wollen wir wieder mehr Lebensqualität in die Region bringen und das auf sicherem Weg.“

IHK Wiesbaden | Wilhelmstraße 24 - 26 | 65183 Wiesbaden

Samstag, 27. März 2021

Saarkonjunktur - Aufwärtstrend weiter intakt.


Geschäftserwartungen deutlich verbessert  - Mit Beginn des Frühlings hat sich die Stimmung in der Saarwirtschaft weiter aufgehellt. Das signalisieren die Meldungen der Unternehmen zu ihrer aktuellen Geschäftslage und zu den Aussichten für die kommenden sechs Monate. Der IHK-Lageindikator verharrte im März mit 14,8 Zählern in etwa auf dem Niveau des Vormonats. Zwar sind die Lageeinschätzungen in Teilen der Saarindustrie abermals kräftig gestiegen, im Dienstleistungsgewerbe erzielten die Einschätzungen jedoch einen neuen Tiefstand. Deutlich verbessert haben sich dagegen die Aussichten der Saar-Unternehmen für die kommenden sechs Monate. Mit einem Sprung um 4,9 Punkte auf nunmehr 8,8 Zähler erreichte der IHK-Erwartungsindikator seinen besten Wert seit Mai 2018. Dahinter stehen steigende Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe sowie die Hoffnungen im Handel, nach dem erfolgten Re-Start Mitte März wieder durchstarten zu können. „Zwar ist das Vorkrisenniveau noch immer nicht erreicht, doch die Meldungen der Unternehmen stimmen zuversichtlich, dass sich die Saarkonjunktur weiter stabilisiert.

Während die exportorientierte Industrie weiterhin Rückenwind aus China und den USA erhält, müssen die konsumnahmen Branchen nach wie vor die Last der Pandemie schultern. Inwiefern Nachholeffekte den Erholungskurs stützen und damit auch im Dienstleistungssektor eine Rückkehr zur Normalität ermöglichen, hängt von der erfolgreichen und damit vertrauensstiftenden Eindämmung des Infektionsgeschehens ab. Grundlage dafür ist ein intelligenter Mix wirkungsorientierter Maßnahmen aus hochfrequentem Testen, einer raschen Steigerung der Impfquoten und digitaler Kontaktnachverfolgung. Mehr Tempo bei der Digitalisierung in den saarländischen Gesundheitsämtern ist daher unerlässlich.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé die Ergebnisse der März-Umfrage der IHK Saarland, an der sich rund 300 Unternehmen mit rund 100.000 Beschäftigten beteiligten.

Insgesamt bewerten derzeit 35 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut, 45 Prozent mit befriedigend und 20 Prozent mit schlecht. Gut laufen die Geschäfte vor allem in der Elektroindustrie, in der Medizintechnik sowie mit Abstrichen auch wieder in Teilen der Automobilwirtschaft. Überwiegend befriedigend ist die Lage im Ernährungsgewerbe, in der Gummi- und Kunststoffindustrie, der Keramikindustrie, im Maschinenbau, bei den Gießereien und im Stahlbau. In der Stahlindustrie ist die Lage weiterhin angespannt.

Im Dienstleistungsgewerbe berichten 71 Prozent der befragten Unternehmen über gute oder befriedigende Geschäfte. Gute Geschäfte vermelden die Versicherungsbranche und die IT-Wirtschaft. Bei den Banken, den unternehmensnahen Dienstleistern und im Verkehrsgewerbe ist die Lage überwiegend befriedigend. Nach wie vor äußerst schwierig ist die Lage in Hotellerie und Gastronomie, in der Freizeit- und Kulturwirtschaft sowie im Einzelhandel. „Die Unternehmen sind trotz Re-Start weit von den Vor-Corona-Umsätzen entfernt, auch deshalb, weil der Branche die Kunden aus Frankreich und Luxemburg fehlen. Die Politik bleibt daher gefordert, den Einzelhandel weiter zu unterstützen, um drohende Insolvenzen abzuwenden“, so Thomé.

Agenda für neues Wachstum!

In den kommenden sechs Monaten dürfte der Aufschwung an der Saar nach und nach Fahrt aufnehmen. 19 Prozent der Unternehmen erwarten bessere, 71 Prozent gleichbleibende und zehn Prozent schlechtere Geschäfte. Mehr Besser- als Schlechtermeldungen kommen insbesondere aus der IT-Branche sowie aus der Medizintechnik, der Stahlindustrie sowie der Gummi- und Kunststoffindustrie. Im Fahrzeugbau und bei den Banken überwiegt dagegen die Skepsis. „Die Bundesregierung sollte bereits jetzt die wirtschaftspolitischen Weichen für die Zeit nach Corona stellen und bestehende Wachstumsbremsen lockern, etwa mit einer Unternehmenssteuerreform, verbesserten Abschreibungsmöglichkeiten und schnelleren Genehmigungsverfahren. All dies würde zusätzliche private Investitionen stimulieren und die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft stärken“, so Thomé.

IHK Saarland
Franz-Josef-Röder-Straße 9 | 66119 Saarbrücken

Montag, 15. März 2021

Zehn Jahre nach Fukushima - Brauchen mehr Tempo bei erneuerbaren Energien und Netzausbau.

15.03.2021. Anlässlich des 10. Jahrestags der Reaktorkatastrophe von Fukushima am 11. März weist die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. auf die bestehenden Herausforderungen durch den Ausstieg aus der Kernkraft hin: „Der Ausstieg aus der Kernenergie ist gesellschaftlich gewünscht. Die Energiewende ist aber noch weit entfernt von ihrem Vollzug. Die Stromversorgung Bayerns, die bis Anfang 2011 zu mehr als 50 Prozent auf Kernenergie beruhte, steht weiterhin vor großen Herausforderungen“, sagte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Um die Versorgungssicherheit im Freistaat zu gewährleisten, ist daher für die vbw neben einem ambitionierten Ausbau der erneuerbaren Energien auch der schnellstmögliche Bau der geplanten Übertragungsleitungen nötig. Der Kohleausstieg erhöht hier die Dringlichkeit noch.

Stromversorgung Bayerns steht nach Kernkraft-Ausstieg weiter vor großen Herausforderungen

 

„Bund und Länder müssen sich auf allen politischen Ebenen entschieden für den schnellstmöglichen Ausbau des Übertragungsnetzes einsetzen“, fordert Brossardt. Beim Ausbau der erneuerbaren Energien müssen Hemmnisse dringend beseitigt werden. „Ich denke hier an die Abstandsregeln bei Windenergie an Land, zu lange Genehmigungsverfahren und Klagen durch Umweltschutzorganisationen. Wer die Energiewende will, muss auch ertragen, dass sie stattfindet. Bei den Kosten gilt: Niedrige Strompreise steigern nicht nur die Attraktivität des Standorts, sondern sind auch der beste Treiber für klimafreundliche, häufig strombasierte Technologien. Im Sinne niedriger Strompreise müssen die Stromsteuer gesenkt, die Netzentgelte bezuschusst und die EEG-Umlage nach 2022 weiter abgebaut und mittelfristig unter die Fünf-Cent-Marke gedrückt werden. Das ist wichtig, um vor allem den industriellen Mittelstand sinnvoll zu entlasten“, so Brossardt weiter.

 

Für eine erfolgreiche Energiewende ist auch der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft von großer Bedeutung. „Wasserstoff leistet einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele, insbesondere bei der Dekarbonisierung der Industrie. Wasserstoffbasierte Technologien werden weltweit an Bedeutung gewinnen und neue Wertschöpfungspotenziale für die deutsche High-Tech-Industrie schaffen“, ergänzt Brossardt.

 

Die letzten beiden bayerischen Kernkraftwerke werden bis Ende 2021 (Gundremmingen C) bzw. Ende 2022 (Isar 2) abgeschaltet. Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima im März 2011 hatte die Bundesregierung die Verkürzung der Laufzeiten beschlossen. Acht Anlagen wurden sofort stillgelegt, die verbleibenden Reaktoren wurden beziehungsweise werden sukzessive vom Netz genommen.

ibw – Informationszentrale der Bayerischen Wirtschaft e. V.
Max-Joseph-Straße 5
80333 München