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Business-blogger mit täglichen Nachrichten und Themenbeiträgen von Industrie-und Handelskammern (IHK ) aus Deutschland und Österreich.

Dienstag, 19. Januar 2021

Lacke, Lasuren,Holzöle - DAW gewinnt Wettbewerb „Mein gutes Beispiel 2020“.



Ausgezeichnet für nachhaltiges Wirtschaften und gesellschaftliches Engagement - DAW gewinnt Wettbewerb „Mein gutes Beispiel 2020“. - Der Baufarbenhersteller DAW SE gewinnt den Wettbewerb „Mein gutes Beispiel“ in der Kategorie „Großunternehmen“. Die Auszeichnung honoriert die unkonventionelle Lösung des familiengeführten Unternehmens zur Herstellung nachhaltiger Holzveredelungsprodukte auf Basis von Leindotter, die einen zentralen Beitrag zur Stärkung von Biodiversität, Landwirtschaft und nachhaltigem Konsum leistet. Mit dem Preis zeichnen die Bertelsmann Stiftung, der Zentralverband des Deutschen Handwerks, „Die jungen Unternehmer“ und das Reinhard-Mohn-Institut der Universität Witten/Herdecke zum neunten Male vorbildliche Unternehmen für ihre durch innovative und kreative Ideen gelebte Verantwortung aus. Sie gelten als Vorbilder im Sinne eines guten Beispiels und inspirieren mit ihrer gelebten Haltung zur Nachahmung.

„Als Chemikerfamilie haben wir den technischen Fortschritt in unserer Branche an vielen Stellen geprägt. Dabei standen ein verantwortungsvoller Umgang mit den natürlichen Ressourcen sowie der Nutzen für unsere Kunden immer im Vordergrund“, so Dr. Ralf Murjahn, Geschäftsführender Direktor (CEO) der DAW SE und ergänzt: „Diese innovative und nachhaltige Produktstrategie haben wir auch bei unseren Lacken, Lasuren und Holzölen konsequent weiterverfolgt. Mit dem Aufbau einer eigenen, regionalen und umweltschonenden Lieferkette – von der Aussaat auf den Erbsenfeldern bis zur fertigen Lackdose – haben wir mit dem Leindotter-Projekt diesmal einen ganz neuen Weg beschritten. Es steht für mich als gutes Beispiel, wie man mit innovativen Ideen und nachhaltigen Gesamtkonzepten Qualität, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit erfolgreich verbinden kann.“

Für DAW-CEO Dr. Ralf Murjahn ist das Leindotterprojekt ein gutes Beispiel, wie man mit innovativen Ideen und nachhaltigen Gesamtkonzepten Qualität, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit erfolgreich verbinden kann.

Rohstoffgewinnung im Einklang mit der Natur

Am Anfang des Projektes suchten die DAW-Entwickler nach einem nachhaltigen Schutz für Holzoberflächen. Hierbei stießen sie mit dem Leindotter auf eine vergessene Kulturpflanze. „Wir haben schnell gesehen, dass wir mit dieser Pflanze einen Rohstoff für unsere Produkte im größtmöglichen Einklang mit der Natur gewinnen können.“, berichtet Dr. Stephan Ottens, bei DAW verantwortlich für die Entwicklung von Holzlasuren und -ölen. „Darüber hinaus haben unsere Labor- und Bewitterungs-Prüfungen gezeigt, dass sich das aus der Pflanze gewonnene Öl für die Herstellung langlebiger Lasuren und Holzöle sehr gut eignet.“

Dr. Christian Walter, Leiter der Forschung Lacktechnologie bei DAW, ergänzt: „Das Leindotter-Projekt dreht sich um die Aufgabe, Pflanzenöle für die Herstellung von Lacken und Lasuren aus heimischer Agrarindustrie zu gewinnen. Deswegen haben wir uns entschieden, eine lokale Alternative aufzubauen, die etwas für die Biodiversität tut.“ Der Anbau von Leindotter bietet ein besonders ökologisches Plus, da er gemeinsam mit Erbsen angebaut wird und somit in keiner Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion steht. Vielmehr erhöht der Mischfruchtanbau den Gesamtertrag der Fläche und stärkt das Ökosystem.

Positiver Effekt für Insekten

In immer eintönig werdenden Agrarlandschaften erhöht das Leindotterprojekt das Blütenangebot und bietet Insekten – vor allem den immer seltener werdenden Wildbienen, Hummeln und Schwebfliegen - eine attraktive Nahrungsquelle. Um die positiven Effekte des Projekts auch wissenschaftlich mit Fakten zu hinterlegen, begleitet eine Biologin das bis 2022 im Bundesprogramm Biologische Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit geförderte Projekt. Stefanie Götting verantwortet die Studie zur Diversität der Insekten und berichtet, dass bereits im ersten Untersuchungsjahr auf dem Mischfruchtfeld mit Leindotter insgesamt mehr Bestäuber-Arten festgestellt werden konnten als auf einem reinen Erbsenfeld, darunter auch gefährdete Wildbienenarten.

Wandel zu mehr Nachhaltigkeit vorantreiben

Bettina Klump-Bickert verantwortet das bereits mehrfach ausgezeichnete Nachhaltigkeitsmanagement der DAW SE. Sie spannt den Bogen zum unternehmensweiten Ziel: „Unsere Nachhaltigkeitsstrategie unterstützt die Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen zu einer nachhaltigen Entwicklung. Das Leindotter-Projekt ist ein gutes Beispiel für Ziel Nummer 12 „verantwortungsvolle Produktions- und Konsummuster“. Wir zeigen auf, wie man mit Know-how, fundiertem Wissen und Mut für Neues den Wandel zu mehr Nachhaltigkeit vorantreiben kann.“

Bettina Klump-Bickert, DAW Nachhaltigkeit, freut sich, dass das Leindotter-Projekt mit Know-how, fundiertem Wissen und Mut für Neues den Wandel zu mehr Nachhaltigkeit vorantreibt.

Aus rund 160 eingesandten Bewerbungen wurde das Nachhaltigkeitsengagement der DAW in der Kategorie "Große Unternehmen" – neben der Deutschen Telekom und Hipp Werk Georg Hipp OHG – von der Jury als herausragend bewertet. Die feierliche Preisverleihung, die ursprünglich Anfang 2021 in der Bertelsmann Repräsentanz in Berlin stattfinden sollte, wurde pandemiebedingt abgesagt und die Preisträger online bekanntgegeben.

 Fotos: © DAW SE

 

Bertelsmann-Stiftung: Mein gutes Beispiel

https://mein-gutes-beispiel.de/de/start

Video YouTube

https://youtu.be/p9IF3LjTr_o

Nachhaltigkeit bei DAW

https://www.daw.de/nachhaltigkeit.html

Projekt Leindotter bei DAW

https://www.daw.de/nachhaltigkeit/nachhaltige-produkte/nachhaltige-holzveredelungsprodukte-auf-basis-von-leindotter.html

 

Über das Unternehmen:

DAW SE - Better building performance. Better life. Since 1895.

Die DAW SE mit Hauptsitz im südhessischen Ober-Ramstadt entwickelt, produziert und vertreibt seit 126 Jahren innovative Beschichtungssysteme für Gebäude und den Bautenschutz. Gegründet 1895 und seit fünf Generationen familiengeführt, ist die DAW heute das größte private Unternehmen der Branche in Europa. Seit 2013 hat das Unternehmen die Rechtsform einer nicht börsennotierten europäischen Aktiengesellschaft (SE). Rund 5.900 Mitarbeiter weltweit machen die DAW zum bevorzugten Partner für gesunde, gut designte, effiziente und ökologische Gebäudehüllen und Innenräume. Das Unternehmen erzielte 2019 einen Umsatz von rund 1,4 Milliarden Euro.

Die bekanntesten Marken der DAW sind Caparol und Alpina:

Das Sortiment der Profimarke Caparol reicht von hochwertigen Farben, Putzen, Lacken und Lasuren über energiesparende Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) bis hin zu Akustiksystemen, dekorativen Innenwandbeschichtungen sowie Produkten für die Baudenkmalpflege.

Die bekannteste Farbenmarke in Deutschland ist Alpina mit maßgeschneiderten Produkten für den Privatkunden, insbesondere weiße und bunte Innen- und Fassadenfarben, ein Kreativsortiment sowie Lacke und Lasuren. Alpinaweiß ist seit Jahrzehnten Europas meistgekaufte Innenfarbe.

Die DAW und ihre Marken wurden mehrfach für ihre innovativen Produkte und ihr Engagement im Bereich Nachhaltigkeit ausgezeichnet. So erzielte das Unternehmen eine Platzierung unter den TOP 3 des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2018, siegte im gleichen Jahr bei den GreenTec Awards und war 2016 und 2017 unter den TOP 3. Die gestalterische Kompetenz des Caparol-FarbDesignStudios wird regelmäßig durch Auszeichnungen des German Design Award und des Iconic Award gewürdigt.

Weitere Informationen und Auszeichnungen unter www.daw.de.

Montag, 18. Januar 2021

Corona-Überbrückungshilfen. Kein Verständnis für bürokratische Antragstellung.

Statement von IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé zu den Nachbesserungen bei den Corona-Hilfen  - Die IHK begrüßt die von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Bundesfinanzminister Olaf Scholz angekündigten Nachbesserungen bei den Corona-Hilfen. „Dieser Schritt ist richtig, aber auch überfällig. Denn die Liquiditätsreserven vieler vom Lockdown betroffenen Unternehmen sind aufgebraucht. Die Unternehmerinnen und Unternehmer haben in dieser Notlage weder Verständnis für bürokratische Antragstellung, noch für schleppende Auszahlung. Angesichts der verzögerten Auszahlung von Dezemberhilfen ist es nur folgerichtig, die Abschläge für die Hilfen von derzeit 50.000 Euro auf nun 100.000 Euro zu verdoppeln. Zudem stellt die neu geschaffene Option zur Abschreibung verderblicher und nicht verkäuflicher Saisonware für den vom Lockdown besonders betroffenen saarländischen Einzelhandel eine wichtige Entlastung dar.

Besonders hilfreich ist darüber hinaus die Ausweitung des Kreises der Anspruchsberechtigten bei den Überbrückungshilfen, die jetzt auch Einzelhandel, Selbstständige aller Branchen sowie große Unternehmen nutzen können. Nun kommt es aber auch darauf an, die in Aussicht gestellten finanziellen Hilfen rasch auszuzahlen “, so IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé.
IHK Saarland
Franz-Josef-Röder-Straße 9 | 66119 Saarbrücken

 

Donnerstag, 7. Januar 2021

IHK informiert: Südthüringer Arbeitsmarkt reagiert robust auf Corona-Pandemie

 


IHK Südthüringen veröffentlicht Arbeitsmarktdaten - Die Folgen der Corona-Pandemie auf den Südthüringer Arbeitsmarkt halten sich bisher in Grenzen. Der Einsatz von vielfältigen Wirtschaftshilfen, nicht zuletzt der Kurzarbeit und der ausgesetzten Insolvenzregeln, hat dafür gesorgt, dass die hiesige Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich 2019/2020 kaum angestiegen ist. Viele Stellen sind sogar unbesetzt. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen.Die jahresdurchschnittliche Südthüringer Arbeitslosenquote stieg für den Monat Dezember von 4,2 Prozent in 2019 auf 5,0 Prozent in 2020 an. Das ergaben Berechnungen der IHK Südthüringen auf Basis der am 5. Januar 2021 veröffentlichen Arbeitslosenzahlen. Die geringste Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt erzielt der Landkreis Hildburghausen mit 4,1 Prozent, die höchste Arbeitslosenquote mit 5,9 Prozent die Stadt Suhl – und liegt damit geringfügig besser als der Thüringer Landesdurchschnitt mit 6,0 Prozent.

In Südthüringen waren 2020 durchschnittlich 10.420 Personen arbeitslos gemeldet. Dies sind 1.686 mehr als im Jahr zuvor. Zugleich veränderte sich die Zahl der Erwerbspersonen, also der Summe aus Erwerbstätigen und Arbeitslosen. Sie ging nach IHK-Berechnungen um 985 Personen zurück. Somit ist die Zahl der Erwerbstätigen stärker gesunken als die Zahl der Arbeitslosen gestiegen ist.

„Die Corona-Pandemie hält den demografischen Wandel nicht auf. Die Bevölkerung geht kontinuierlich zurück. Das spürt auch der Arbeitsmarkt: In den letzten 15 Jahren ist die Zahl der Erwerbspersonen nur zweimal gestiegen, in 2007 und in 2019. Dies hinterlässt Lücken in den Unternehmen, die auch innerhalb der Corona-Pandemie sichtbar bleiben. Um im nächsten Aufschwung durchstarten zu können, gilt es mehr denn je, Fachkräfte aus anderen Regionen und dem Ausland für Südthüringen zu begeistern“, mahnt Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen.

Der IHK-Umfrage zufolge hält jedes zweite Südthüringer Unternehmen Fachkräfteengpässe für ein wirtschaftliches Risiko. Jedes dritte Unternehmen berichtet über offene Stellen, für die keine oder keine geeigneten Bewerbungen eingehen. Bleiben Stellen dauerhaft frei, kann Arbeit nicht umverteilt werden, sondern entfällt. Das schmälert die Betriebsergebnisse, von denen letztlich auch die Einkommen der Mitarbeiter abhängen. Eine Hochrechnung der IHK Südthüringen auf Basis der Angaben der Umfrageteilnehmer zeigt, dass derzeit mehr als 8.000 Stellen unbesetzt sind. Im vergangenen Jahr waren es 15.000 Stellen. Damit fällt die IHK-Hochrechnung höher aus als die gemeldeten offenen Stellen der Agentur für Arbeit. Grund dafür ist, dass nicht alle Unternehmen ihre Stellen melden.

Die Prognose von Dr. Pieterwas: „In den kommenden Monaten wird die Arbeitsmarktentwicklung stocken. Nicht alle Unternehmen überstehen den Lockdown. Die Folge: kurzfristig steigende Arbeitslosigkeit. Allerdings bleiben wir zuversichtlich, dass in der zweiten Jahreshälfte die wirtschaftliche Erholung einsetzt, die spätestens ab Mitte 2022 mit vielen neuen Stellen verbunden sein wird.“


Industrie- und Handelskammer Südthüringen
Hauptgeschäftsstelle
Bahnhofstraße 4 – 8 • 98527 Suhl

Mittwoch, 6. Januar 2021

IHK Saarland: Frist zur Anmeldung von Energieanlagen im Marktstammdatenregister läuft Ende Januar ab


05.01.2021  - Am 31. Januar 2021 läuft die Übergangsfrist für Anmeldungen im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur ab. Bis zu diesem Termin müssen sich alle Betreiber von bestehenden Anlagen erneuerbarer Energien, KWK-Anlagen und Stromspeichern dort registriert haben. Besonders groß ist derzeit noch das Defizit bei den Meldungen von Photovoltaik-Anlagenbetreibern.
Eine Meldepflicht gilt auch für alle stromabnehmenden Unternehmen, die direkt an der Hoch- oder Höchstspannung angeschlossen sind, sowie für alle gasabnehmenden Unternehmen, die direkt mit dem Fernleitungsnetz verbunden sind. Betriebe, die sich nicht bis zum 31.01.2021 registrieren, begehen eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro geahndet werden kann.

Auf der Webseite des Marktstammdatenregisters (https://www.marktstammdatenregister.de/MaStR) wird aktuell auf die hohe Belastung des Systems hingewiesen. Daher kann es zu einer verzögerten Bearbeitung bei der Registrierung kommen. Wartezeiten und Einschränkungen der Dienste bei der Registrierung sollten deshalb eingeplant werden.
Ansprechpartner: Dr. Uwe Rentmeister, e-Mail: uwe.rentmeister@saarland.ihk.de

IHK Saarland
Franz-Josef-Röder-Straße 9 | 66119 Saarbrücken

 

Montag, 28. Dezember 2020

Trotz Corona: 15 neue „Digital Scouts“ erfolgreich qualifiziert.


Erstmals vollständig digital wurde in diesem Jahr die Workshop-Reihe zur Qualifizierung von „Digital Scouts“ durchgeführt und erfolgreich abgeschlossen. Teilgenommen haben 15 Unternehmensvertreter aus unterschiedlichen Branchen, die sich wichtige Wissensstände und Erkenntnisse erarbeiteten, um neue „Wege zur Digitalisierung für KMU“ zu beschreiten. Kompetent und abwechslungsreich präsentiert von den Mitarbeitern des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Siegen wurden Themen wie Change 4.0, Prozessmodellierung, Agiles Projektmanagement, Anforderungsanalyse und digitale Umsetzungsprojekte beleuchtet.

Roger Schmidt, Leiter des Referats Technologie, Umwelt der IHK Siegen: „Erfreulich ist die ausgesprochen positive Resonanz. Gleichwohl zeigte sich, dass den Teilnehmenden das persönliche Kennenlernen, der soziale Kontakt und das Netzwerken in Präsenz merklich fehlten.“ Gerade der informelle Austausch in den Pausen oder bei einem gemeinsamen Essen erweise sich immer wieder als besonders wertvoll. Auch Marc Gerbracht vom Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Siegen hebt hervor, dass es gerade bei diesen Gelegenheiten häufig zu Anstößen für gemeinsame Projekte komme: „Sehr gerne hätten wir die Workshops in Präsenz durchgeführt, jedoch hat uns die Corona-Pandemie zum digitalen Format gezwungen, was am Ende gut gelang.“

Optimistisch schauen die Organisatoren in die Zukunft. Ab Mitte des kommenden Jahres beginnt die Neuauflage der Qualifizierungsreihe, die sich insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen richtet, die erste Schritte zur Digitalisierung machen wollen. Aufgabe der „Digital Scouts“ ist, Digitalisierungsansätze zu finden und die entsprechenden Prozesse im Betrieb voranzutreiben. Die Grundidee der Veranstaltungen: Jeder im Unternehmen, der ein grundsätzliches Interesse an Digitalisierung und Innovation hat, kann „Digital Scout“ werden: vom Geschäftsführer über den Betriebsleiter, IT-Leiter, Qualitätsmanager und Bereichsleiter bis hin zum Angestellten aus verschiedenen Bereichen.

Weitere Informationen: www.ihk-siegen.de (Seiten-ID: 3130)
Ansprechpartner: Roger Schmidt (IHK), 0271 3302-263, roger.schmidt@siegen.ihk.de.


Industrie- und Handelskammer Siegen
Koblenzer Straße 121
57072 Siegen

 

Donnerstag, 17. Dezember 2020

Metall- und Elektro-Industrie Unternehmen brauchen Entlastung - Flächentarif steht vor Bewährungs­probe


17.12.2020 - Tarifrunde 2021: 1. Tarifverhandlung M+E MITTE  - Verhandlungsführer Heger: „Der Flächentarif steht vor einer Bewährungs­probe: Die Unternehmen brauchen Entlastung, Planungssicherheit und Instrumente zur Gestaltung des Strukturwandels.“  - Die Verhandlungsgemeinschaft M+E MITTE und der IG Metall Bezirk Mitte haben Corona-bedingt in kleiner Kommission und virtuell für die rund 380.000 Beschäftigten der Metall- und Elektro-Industrie in Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland verhandelt und sich nach der 1. Runde erwartungsgemäß ohne Ergebnis getrennt. Beide Parteien setzen die Verhandlungen am 27. Januar fort. - Johannes Heger, M+E MITTE-Verhandlungsführer und Geschäftsführender Gesellschafter der Heger-Gruppe in Enkenbach-Alsenborn, verdeutlichte die Zielsetzungen der Arbeitgeber für die Tarifrunde 2021: „Der Mix aus Strukturwandel, Rezession und Corona sorgt bei der weit überwiegenden Zahl der M+E-Unternehmen für eine schlechte Wirtschaftslage. Das nimmt uns den Verteilungsspielraum für die Entgeltforderung der Gewerkschaft. Die Unternehmen versuchen, ihre Belegschaften möglichst komplett an Bord zu halten, obwohl der Druck im erneuten Lockdown zunimmt. Gleichzeitig müssen die Unternehmen wegen des Strukturwandels den Weg für Investitionen in ihre Zukunft frei machen.

In dieser schwierigen Gemengelage brauchen wir einen Tarifabschluss, der zumindest 2021 keine neuen Kostenbelastungen bringt, Möglichkeiten zur Kostenentlastung schafft und den Unternehmen einen Instrumentenkoffer an die Hand gibt, auf den die Betriebsparteien bei der Umstellung auf digitale und klimaneutrale Produktionsprozesse zurückgreifen können. Das stellt den Flächentarifvertrag und die Tarifpartner vor eine Bewährungsprobe.“

Die harten Fakten der aktuellen Lage in der deutschen M+E-Industrie sind: Mindestens 15 Prozent weniger in der Produktion gegenüber Vorjahr, die Auftragseingänge sind in den ersten Monaten um 43 Prozent eingebrochen, in der 2. Jahreshälfte hat es sich wieder etwas verbessert, ohne die gerissenen Lücken aufzufüllen. Leider sind die Geschäftsaussichten durch die weltweit immer wieder aufflackernden Infektionswellen erneut verschlechtert - auch in vielen wichtigen Kundenmärkten. Insgesamt waren in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland 170.000 M+E-Beschäftigte in Kurzarbeit. Aber die Produktivität sank um 7 Prozent und die Lohnstückkosten stiegen um 11 Prozent. „Wir dürfen die Mehrzahl der Betriebe beim Entgelt nicht durch den Abschluss überfordern. Die Einbrüche in den M+E-Branchen reichen von minus 9 Prozent in der Produktion bei Elektrotechnik, bis minus 30 Prozent in der Autoindustrie. Die Tarifpartner müssen eine Lösung finden, die dieser Spreizung Rechnung trägt und den Betriebsparteien darüber hinaus Möglichkeiten zur gemeinsamen Gestaltung der Zukunft bietet“, so der Verhandlungsführer.

Erst dann, wenn die M+E-Industrie wieder auf den Wachstumspfad von 2017/18 vor Rezession und Corona zurückgekehrt ist, „können wir von Wachstum reden“, so Heger weiter. “Ein solches echtes Wachstum werden wir 2021 nicht erzielen. Ob wir ab 2022 in der M+E-Industrie dann den Wachstumspfad wieder erreicht haben, wissen wir derzeit noch nicht. Darum ist zumindest im nächsten Jahr eine allgemeine Entgelterhöhung in der Fläche nicht denkbar. Nicht, weil wir es den Belegschaften nicht gönnen, sondern weil der weit überwiegende Anteil unserer Mitgliedsunternehmen sie nicht stemmen könnte.“

Als „realitätsfremd“ bezeichnete Heger die Forderungen der IG Metall nach einem Volumen von plus 4 Prozent, das von Unternehmen mit Beschäftigungsproblemen auch für eine Viertagewoche mit Teilentgeltausgleich verwendet werden kann. „4 Prozent bleiben 4 Prozent. Die Forderung wird nicht dadurch geringer, dass man einen Teil davon zur Finanzierung einer Arbeitszeitabsenkung verwenden soll.“

Die “Verhandlungsgemeinschaft M+E MITTE”
M+E Mitte spricht und handelt in Tarifverhandlungen für die Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie Hessens (HESSENMETALL), der Pfalz (PFALZMETALL), Rheinland-Rheinhessens (vem.die arbeitgeber) und des Saarlandes (ME Saar). In den drei Bundesländern umfasst die M+E-Industrie rund 1.400 Unternehmen mit 380.000 Beschäftigten“. M+E MITTE verhandelt mit der IG Metall Bezirksleitung Mitte.

HESSENMETALL
Verband der Metall- und Elektro-Unter¬nehmen Hessen e. V.
Emil-von-Behring-Straße 4
60439 Frankfurt

 

Unternehmerinnen-Umfrage zur Corona-Pandemie - Nachfragerückgang und Umsatzeinbrüche in der Krise.


17. Dezember 2020  - Unternehmerinnen kämpfen mit Nachfragerückgang und Umsatzeinbrüchen, Personalabbau geringer als im Rest der deutschen Wirtschaft. -  Der VdU fordert mehr Planungssicherheit für Unternehmen durch bessere Informationen zu möglichen Krisenszenarien und appelliert an die Politik, jetzt Rahmenbedingungen zu schaffen, die KMU unterstützen, sicher aus der Krise zu kommen. Knapp die Hälfte der frauengeführten Unternehmen hat nach der aktuellen Umfrage des VdU unter seinen Mitgliedern als Folge der Corona-Pandemie mit einer gesunkenen Nachfrage nach Produkten oder Dienstleistungen zu kämpfen (46 Prozent). Bei 28 Prozent kam es zu Stornierungen bereits abgeschlossener Aufträge durch Kunden. Daneben sind bei 21 Prozent Mitarbeiter*innen ausgefallen. Bei der Umsatzentwicklung für 2020 sind die Unternehmerinnen weitaus pessimistischer als noch im Sommer. Gingen im Juli 55 Prozent der Befragten davon aus, dass der Umsatz ihrer Unternehmen in diesem Jahr im Vergleich zu 2019 sinken wird, sind es Anfang Dezember 65 Prozent, die einen Umsatzrückgang erwarten.

Rund ein Viertel befürchtet Umsatzeinbrüche von über 50 Prozent. Es zeigt sich aber auch, dass ein Drittel der frauengeführten Unternehmen weiterhin gut durch die Krise kommt und keine negativen Veränderungen verzeichnet. - Angesichts der niedrigen Nachfrage sowie des anhaltenden Umsatzrückgangs schmilzt das Eigenkapital der Unternehmerinnen in den kommenden sechs Monaten weiter (37 Prozent), sie befürchten trotz staatlicher Hilfen Liquiditätsengpässe (27 Prozent) und eine höhere Belastung durch Fremdkapital, z.B. aus Krediten (14 Prozent). Über alle Branchen hinweg kämpfen vier Prozent gegen eine Insolvenz in den kommenden Monaten. Die Finanzierungssorgen schmälern die Investitionsmöglichkeiten der Unternehmerinnen in der Phase des Restarts nach der Krise. Bereits jetzt mussten sie geplante Investitionen verschieben oder streichen (40 Prozent). Um die Liquidität ihrer Unternehmen zu sichern, fordern die Unternehmerinnen, den steuerlichen Verlustrücktrag auszuweiten (40 Prozent), Abschreibungsmöglichkeiten zu verbessern (35 Prozent) und allgemeine steuerliche Entlastungen (15 Prozent). Diese Maßnahmen würden Unternehmen mit einem soliden Geschäftsmodell dabei unterstützen, ihre Resilienz zu steigern.

Die Unternehmerinnen haben in den letzten Monaten alles dafür getan, ihre Unternehmen zu erhalten und Entlassungen zu vermeiden. Dabei haben sie agil und kreativ auf die Anforderungen der andauernden Krise reagiert: über die Hälfte der Befragten haben die Digitalisierungsprozesse in ihren Betrieben verstärkt (55 Prozent), sie bauten die Online-Präsenz, den -Vertrieb sowie die -Kundengewinnung aus (50 Prozent) oder stellten das bisherige Geschäftskonzept um (38 Prozent). Die Unternehmerinnen kritisieren die hohe bürokratische Belastung, die sie in vielen Bereichen bremst. Rund 72 Prozent fordern mehr Bürokratieentlastung. Außerdem erwarten sie, dass die Politik die Digitalisierung u.a. im Bereich der digitalen Infrastruktur und der digitalen Verwaltung vorantreibt (68 Prozent).

Die frauengeführten Unternehmen nutzen mobiles Arbeiten überall da, wo es möglich ist. Drei Viertel plant auch nach der Corona-Pandemie mobiles Arbeiten zu ermöglichen. 65 Prozent wollen, dass ihre Mitarbeiter*innen sowohl am festen Arbeitsplatz im Unternehmen als auch mobil, z.B. im Homeoffice, arbeiten. 57 Prozent der Unternehmerinnen, die dieses Mischmodell favorisieren, begründen ihre Entscheidung mit den guten Erfahrungen der letzten Monate. Die frauengeführten Unternehmen, die vollständig am festen Arbeitsplatz arbeiten werden, tun dies mehrheitlich (91 Prozent), weil mobiles Arbeiten in ihrem Unternehmen aufgrund der Geschäftsprozesse, Produkte oder Dienstleistungen nicht möglich ist. Ein gesetzlicher Anspruch der Arbeitnehmer*innen auf ein Gespräch mit den Arbeitgeber*innen über die Möglichkeit des mobilen Arbeitens ist vor diesem Hintergrund völlig unnötig und verkennt die Realität in den Unternehmen. Was die moderne Arbeitswelt braucht, ist ein verlässlicher Rechtsrahmen für u.a. den Arbeitsschutz, den Datenschutz, den Unfallschutz, die Arbeitszeit sowie die Kostenübernahme durch den/die Arbeitgeber*in (35 Prozent) für das mobile Arbeiten sowie eine Flexibilisierung der Arbeitszeitregelung (36 Prozent).

Die anhaltende Pandemie wirkt sich aber auch zunehmend kritisch auf die Beschäftigungsverhältnisse in den Unternehmen aus. Zwar ist der Anteil derjenigen, die in ihren Betrieben Kurzarbeit nutzen, bei einem Drittel geblieben und hat sich seit dem Sommer nicht verändert. Allerdings haben seit Juli fünf Prozent mehr Unternehmerinnen betriebsbedingt Mitarbeiter*innen kündigen müssen (insgesamt 13 Prozent). Im Vergleich zur gesamten deutschen Wirtschaft, in der laut DIHK-Umfrage aus dem November bereits 24 Prozent der Unternehmen Personal abbauen mussten, haben frauengeführte Unternehmen damit bisher weniger häufig Mitarbeiter*innen entlassen müssen. Ein signifikanter Teil der Unternehmerinnen verzeichnet keine negativen Auswirkungen auf die Beschäftigungsverhältnisse in ihren Betrieben (31 Prozent) oder haben neue Mitarbeiter*innen eingestellt (17 Prozent).

Knapp die Hälfte der Unternehmerinnen hat die bisherigen Wirtschaftshilfen von Bund und Ländern in Anspruch genommen. Dabei sind aktuell die Soforthilfen der Länder sowie das Kurzarbeitergeld die wichtigsten Hilfen. Mehr als ein Drittel der Unternehmerinnen benötigen keine Hilfen, und 15 Prozent greifen auf die eigenen Rücklagen zurück.

Im Vergleich zur gesamten deutschen Wirtschaft nutzen die befragten Unternehmerinnen die Überbrückungshilfe II und die November- und/oder Dezemberhilfen weniger häufig. Die Überbrückungshilfe II haben bisher sieben Prozent der Unternehmerinnen bewilligt bekommen oder bereits erhalten. Für 26 Prozent der Unternehmerinnen kommt die Beantragung der November- und/oder Dezemberhilfen in Frage, da sie direkt oder indirekt vom Lockdown betroffen sind. Das Antragsverfahren für die Novemberhilfe durch einen prüfenden Dritten über das Onlineportal der Bundesregierung bewerten die Unternehmerinnen insgesamt mit der Note 3. Betroffene Unternehmen müssen rascher Hilfen erhalten. Ein Nachjustieren beim komplexen und bürokratischen Antragsverfahren ist daher dringend nötig.

Die Corona-Pandemie wird uns noch eine Weile begleiten. Die Unternehmerinnen fordern insgesamt mehr Planungssicherheit durch beispielsweise bessere Informationen zu möglichen Krisenszenarien und -maßnahmen (49 Prozent). Bei allen Maßnahmen muss die Balance zwischen einem effizienten Gesundheitsschutz und dem gemeinschaftlichen Interesse an einer Fortführung der wirtschaftlichen Aktivitäten gewahrt bleiben.

Im Vergleich zur Umfrage im Juli sind die Unternehmerinnen des VdU mit der Arbeit der Bundesregierung in der Corona-Pandemie aktuell deutlich unzufriedener: Während im Sommer drei Viertel die Arbeit der Großen Koalition als gut oder sehr gut bewerteten, tun dies jetzt nur noch knapp die Hälfte. Die wirtschaftspolitischen Maßnahmen schneiden aktuell noch schlechter ab: Während in der letzten Umfrage noch 40 Prozent der Bundesregierung dafür die Note 2 gaben, sprechen sich nun lediglich 30 Prozent für eine gute Bewertung aus. Aktuell bewertet ein Drittel die Maßnahmen als ausreichend bis ungenügend.

Das Vorhaben der Großen Koalition, dass in Vorständen börsennotierter und paritätisch mitbestimmter Unternehmen mit mehr als drei Mitgliedern künftig mindestens ein Mitglied eine Frau sein soll, befürworten 67 Prozent der befragten Unternehmerinnen. Sie sehen in der Vorstandsquote für Frauen zwar einen Eingriff in die unternehmerische Freiheit, da freiwillige Verpflichtungen aber bisher kaum Veränderungen in der operativen Führung großer Unternehmen gebracht haben, könne die Quote ein Baustein für bessere gesetzliche und strukturelle Rahmenbedingungen sein, die Frauen nicht mehr benachteiligen. Ein Drittel der Befragten lehnt die Vorstandsquote hingegen ab und fordert, dass Unternehmen freiwillig bessere Rahmenbedingungen für Frauen schaffen müssen bzw. ist der Ansicht, dass qualifizierte Frauen es heute auch ohne regulatorische Eingriffe in Führungspositionen schaffen.
 

Über die VdU-Umfrage

Seit Beginn der Corona-Krise hat der Verband bereits zum sechsten Mal rund 1.800 Unternehmerinnen online befragt. Im Befragungszeitraum vom 3. bis zum 10. Dezember 2020 haben 250 Unternehmerinnen geantwortet.

Die Antworten verteilen sich auf folgende Branchen: Beratung (28 %), sonstige Dienstleistungen (24 %), Handel (12 %), Industrie (9 %), Gesundheitswirtschaft sowie Kultur- und Kreativwirtschaft (je 5 %), Baugewerbe sowie Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (je 4 %), Gastgewerbe (3 %), Tourismuswirtschaft (2 %), IT (2 %) sowie Verkehr und Lagerei (1 %).

Nach Unternehmensgrößen verteilen sich die Antworten wie folgt: Soloselbständige (20 %), 1-5 Beschäftigte (34 %), 6-19 Beschäftigte (20 %), 20-99 Beschäftigte (20 %), 100-249 Beschäftigte (4 %), mehr als 250 Beschäftigte (2 %).

 

Über den VdU - Im Verband deutscher Unternehmerinnen e.V. (VdU) sind rund 1.800 Unternehmerinnen organisiert. Die Unternehmerinnen erwirtschaften zusammen einen Jahresumsatz von 85 Milliarden EUR und beschäftigen über 500.000 Mitarbeiterin*innen in Deutschland. Seit über 65 Jahren setzt der VdU sich erfolgreich dafür ein, dass die Stimme der Unternehmerinnen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft angemessen Gehör findet.

Verband deutscher Unternehmerinnen e.V.
Glinkastraße 32
10117 Berlin