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Mittwoch, 5. August 2026

Rente mit 63 - Kein Klammern an Frühverrentungsanreizen




05.08.2026 - Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.: „Die nun aufkommenden Diskussionen, die ‚Rente mit 63‘ beizubehalten sind irritierend und gefährden die nötigen Reformen. Mit der Abschaffung von Frühverrentungsanreizen und der geplanten Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung erkennt die Alterssicherungskommission die demografische Realität und arbeitsmarktpolitische Notwendigkeiten an. Das war überfällig. Wir raten daher der Bundesregierung dringend dazu, in diesem Punkt nicht von den Vorschlägen der Rentenkommission abzuweichen. Aus Sicht der vbw wäre sogar eine noch deutlichere Anhebung des Renteneintrittsalters vorstellbar.

Wenn die Bezugsdauer der Rente aufgrund der längeren Lebenszeit steigt, ist es nur konsequent, auch die Arbeitszeit entsprechend zu verlängern. Hier ist der Reformentwurf sogar zu zögerlich. Wir brauchen jetzt die Rente ab 68 Jahren. Beachtet werden muss auch: Die Diskussion berücksichtigt nicht die Erwerbsminderungsrente. Diese ist genau für die Arbeitnehmer da, die nach langen Arbeitsjahren nicht mehr ihrem Beruf nachgehen können. Diese Härtefälle sind also bereits im System berücksichtigt.

Fakt ist: An einer längeren Lebensarbeitszeit führt kein Weg vorbei! Sowohl zur finanziellen Stabilisierung der Rentenversicherung als auch aus arbeitsmarktpolitischen Gründen.“




bayme – Bayerischer Unternehmens-
verband Metall und Elektro e. V.
vbm – Verband der Bayerischen Metall-
und Elektro-Industrie e. V.
Max-Joseph-Str. 5
80333 München

Internet: www.baymevbm.de

Lage am M+E Ausbildungsmarkt: Strukturkrise hinterlässt deutliche Spuren

 



Strukturkrise hinterlässt am M+E Ausbildungsmarkt deutliche Spuren – Prognose für 2027 leicht optimistisch

05.08.2026. Die Zahl der abgeschlossenen M+E Ausbildungsverträge in Bayern ist 2026 im Vergleich zum Vorjahr erneut deutlich gesunken. Mit 12.000 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen erwartet die bayerische Metall- und Elektroindustrie als Schlüsselbranche in Bayern für den Ausbildungsstart im September einen deutlichen Rückgang um 10,4 Prozent. Damit fällt das Minus nach 10,9 Prozent im Jahr 2025 das zweite Mal in Folge zweistellig aus. Geschuldet ist das negative Stimmungsbild der anhaltenden Struktur- und Konjunkturkrise, die sich massiv auf den sonst so stabilen Ausbildungsmarkt und insbesondere die M+E Industrie niederschlägt. Gleichzeitig finden die Unternehmen weiterhin nur schwer qualitativ geeignete Bewerber. Die Prognose für 2027 fällt trotz der angespannten Lage etwas optimistischer aus, die Betriebe rechnen mit einer Stabilisierung der Ausbildungsverhältnisse. Das geht aus der aktuellen Sommerumfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm zur Ausbildungslage in den Mitgliedsunternehmen hervor.Ausbildungszahlen in Bund und Freistaat branchenübergreifend rückläufig – Lage in Bayern etwas besser
Ausbildungsverträge in der bayerischen M+E Industrie sinken 2026 um 10,4 Prozent auf 12.000 – 2027 Stabilisierung erwartet
Übernahmesituation mit fast 90 Prozent weiter auf sehr hohem Niveau
Praktikumsangebot weiter hoch – Gewinnung von Nachwuchskräften bleibt wichtige Zukunftsaufgabe


bayme vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt ( i.Bild ) erläutert die Umfrageergebnisse: „Das hohe Niveau aus den Vorjahren konnte bereits 2025 nicht gehalten werden und auch 2026 macht sich die Struktur- und Konjunkturkrise in der Industrie bemerkbar. Dennoch ist die Lage in Bayern insgesamt aus Sicht der Jugendlichen branchenübergreifend deutlich besser als im Bund. So stehen bei uns im Freistaat jeder Bewerberin und jedem Bewerber branchenübergreifend etwa 1,4 gemeldete Ausbildungsplätze zur Verfügung, auf Bundesebene sind es nur 1,05 Ausbildungsplätze. Aber auch für Bayern gilt: Wäre die wirtschaftliche Lage besser, würden die Unternehmen insbesondere im M+E Bereich mehr ausbilden. So gibt in der Umfrage mit 32,1 Prozent rund ein Drittel der Unternehmen an, dass sich die wirtschaftliche Lage maßgeblich auf den Rückgang der abgeschlossenen Verträge auswirkt, weitere 35,8 Prozent geben an, bereits über genug personelle Ressourcen zu verfügen – der Bedarf an Azubis hat also eine Sättigung erreicht. Angesichts der angespannten Lage ist das Reformpaket der Bundesregierung ein wichtiges Signal, dass sich in Deutschland wieder etwas bewegt. Wir brauchen jetzt eine zügige Umsetzung der Pläne. Gelingt der Umschwung, könnten auch die Ausbildungszahlen wieder steigen.“

Neben der wirtschaftlichen Lage bleibt die Suche nach passenden Azubis für die M+E Unternehmen bei der Besetzung ihrer offenen Ausbildungsplätze mittel- und langfristig eine zentrale Herausforderung. Von den Betrieben, die einen Rückgang verzeichnen, nannte mit 46,9 Prozent weiterhin die Mehrheit das Fehlen geeigneter Bewerberinnen und Bewerber als stärkste Ursache für den Rückgang an abgeschlossenen Verträgen. 25,9 Prozent gaben an, dass zu wenig Bewerbungen eingingen. Brossardt ergänzt: „Das Matching zwischen Unternehmen und Azubis bleibt eine Herausforderung.“

Die Übernahmesituation in der bayerischen M+E Industrie ist indes ungeachtet der äußeren Umstände weiter gut. Die Unternehmen planen für das laufende Jahr, fast 90 Prozent der Azubis befristet oder unbefristet zu übernehmen. Erfolgt keine Übernahme, geschieht dies meist auf Wunsch des Azubis. Für 2027 verbessert sich die Übernahmequote noch einmal auf voraussichtlich knapp 96 Prozent. Brossardt macht klar: „Die Übernahmequote ist kontinuierlich hoch. Das zeigt den Willen der Unternehmen, ihre ausgelernten Azubis langfristig an sich zu binden. Gleichzeitig bemühen sie sich auch weiterhin, die Azubis früh auf sich aufmerksam zu machen und für eine Ausbildung zu begeistern. So geben 89,8 Prozent der befragten Unternehmen an, dass sie ihr Praktikumsangebot auch 2026 stabil halten können.“

Die Vergütung in der bayerischen M+E Industrie ist für Jugendliche traditionell sehr attraktiv. Das Durchschnittsgehalt über alle Ausbildungsjahre hinweg ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und liegt seit dem 01. April 2026 nun bei 1.389 Euro. Brossardt fasst zusammen: „Langfristig bleibt die Nachwuchsgewinnung für die Unternehmen eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben. Wir unterstützen sie dabei mit Initiativen wie dem Projekt ‚come with(me)‘ zur praxisnahen Berufsorientierung in enger Kooperation zwischen den Unternehmen, Mittel- sowie Berufsschulen. Im Projekt erhalten Jugendliche spannende Einblicke in die Welt der M+E Industrie und werden dabei von einem Azubi aus dem Unternehmen eng begleitet. Mit bayernweit 166 beteiligten Schulen und 108 Unternehmen ist ‚come with(me)‘ ein Erfolgsmodell.“

bayme – Bayerischer Unternehmens-
verband Metall und Elektro e. V.
vbm – Verband der Bayerischen Metall-
und Elektro-Industrie e. V.
Max-Joseph-Str. 5
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Internet: www.baymevbm.de

Finanzierungsklima in der Druckindustrie relativ stabil.



Ersatzinvestitionen und Kostensenkung sind die wichtigsten Investitionsziele bei den Betrieben der Druck- und Medienwirtschaft


Berlin, 05.08.2026. Die Investitionstätigkeit in der Druckindustrie ist hoch, zeigt die Unternehmensbefragung zum Finanzierungsklima, die der Bundesverband Druck und Medien (BVDM) in Zusammenarbeit mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und 19 weiteren Branchen- und Wirtschaftsverbänden von März bis April 2026 durchgeführt hat. Das Finanzierungsklima entwickelte sich seit der letzten Umfrage im Jahr 2024 relativ stabil, doch der Fokus der Investitionstätigkeit liegt auf Ersatzinvestitionen und Kostensenkungen.


In der diesjährigen Erhebung stuften die Druck- und Medienunternehmen ihren Zugang zu Krediten ähnlich wie in der Umfrage von 2024 insgesamt eher positiv ein. Unternehmen mit einem Jahresumsatz von weniger als 1 Mio. Euro haben es jedoch deutlich schwerer als große Unternehmen an Kredite zu gelangen. Die Eigenkapitalquote der Unternehmen entwickelte sich stabil, bei den Ratingnoten deutete sich dagegen eine Verschlechterung an. Die Investitionstätigkeit ist weiterhin hoch, der Fokus liegt dabei auf Ersatzinvestitionen und Kostensenkungen. Damit dominierte klar das Ziel, vorhandene Anlagen, Maschinen oder technische Infrastruktur funktionsfähig zu halten, während wachstumsorientierte Motive etwas nachgeordnet waren. Dies geht aus dem aktuellen Bericht des Bundesverbandes Druck und Medien (BVDM) zur Unternehmensbefragung zum Finanzierungsklima hervor.



Über den BVDM

Der Bundesverband Druck und Medien e. V. (BVDM) ist der Spitzenverband der deutschen Druck- und Medienwirtschaft. Als Arbeitgeberverband, politischer Wirtschaftsverband und technischer Fachverband vertritt er die Positionen und Ziele der Druckindustrie gegenüber Politik, Verwaltung, Gewerkschaften und der Zulieferindustrie. Getragen wird der BVDM von acht regionalen Verbänden. International ist er über seine Mitgliedschaft bei Intergraf und FESPA organisiert. Zur Druckindustrie gehören aktuell rund 6.000 überwiegend kleine und mittelständische Betriebe mit mehr als 95.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.



Bundesverband Druck und Medien e.V. (BVDM)
German Printing and Media Industries Federation (BVDM)

Markgrafenstraße 15
D-10969 Berlin


Internet: www.bvdm-online.de

TÜV-Verband fordert moderne Verfahren für sicherheitsrelevante Steuerungs-, Kommunikations- und Elektrotechnik der Bahn.




TÜV-Verband e.V. / Tobias Koch

Europäische Verfahren stärken und Prüfkapazitäten für die digitale Schiene besser nutzen.


Berlin, 5. August 2026 – Die Modernisierung des Bahnsystems ist eine der zentralen infrastrukturpolitischen Aufgaben der kommenden Jahre. Der Ausbau digitaler Leit- und Sicherungssysteme, insbesondere von ETCS und digitalen Stellwerken, ist Voraussetzung für mehr Kapazität, Effizienz und Sicherheit im Schienenverkehr. Ihr Ausbau erfordert nicht nur Investitionen in Technik und Infrastruktur, sondern auch in zeitgemäße Prüf-, Anerkennungs- und Zulassungsverfahren. In einem aktuellen Positionspapier fordert der TÜV-Verband, die Rahmenbedingungen für Prüfung, Anerkennung und Zulassung von sicherheitsrelevanter Signal-, Telekommunikations- und elektrotechnischer Anlagen (STE-Anlagen) grundlegend zu modernisieren. Ziel sind leistungsfähige, skalierbare und europäisch anschlussfähige Verfahren, die ein hohes Sicherheitsniveau gewährleisten und die Umsetzung von Infrastrukturprojekten beschleunigen. „Vernetzte und softwarebasierte Bahnsysteme verändern den Prüfgegenstand grundlegend und stellen höhere Anforderungen an die Bewertung von STE-Anlagen ", sagt Richard Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug & Mobilität beim TÜV-Verband. „Die regulatorischen und administrativen Rahmenbedingungen stammen noch aus einer Zeit, in der einzelne Komponenten bewertet wurden. Um digitale Systeme zuverlässig zu bewerten, brauchen wir Prüfstrukturen, die interdisziplinäre Kompetenzen zusammenführen und europäische Verfahren konsequent einbeziehen."

Bestehende Anerkennungsstrukturen sind nicht mehr zeitgemäß

Nach Einschätzung des TÜV-Verbands stoßen die bestehenden Anerkennungsstrukturen zunehmend an ihre Grenzen. Das System ist stark auf einzelne Prüfsachverständige zugeschnitten, während sicherheitsrelevante Signal-, Telekommunikations- und elektrotechnische Anlagen der Bahn die Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachdisziplinen erfordern. Personenbezogene Anerkennungsmodelle erschweren den flexiblen Einsatz von Sachverständigen. Nationale Sonderregelungen und parallele Bewertungsverfahren binden zusätzliche Prüfkapazitäten und verlängern Genehmigungsprozesse. Der TÜV-Verband empfiehlt deshalb organisationsbasierte Kompetenzstrukturen und eine stärkere Ausrichtung an europäischen Verfahren. „Sicherheit entsteht durch nachvollziehbare Anforderungen, qualifizierte Prüforganisationen und klare Verantwortlichkeiten", sagt Goebelt. „Doppelbewertungen und nationale Sonderverfahren binden Prüfkapazitäten und verlängern Verfahren. Ein modernes Prüfsystem nutzt vorhandene Expertise effizient und orientiert sich konsequent an europäischen Standards."

Neugestaltung der Zulassungsverfahren notwendig

Mit dem Memorandum of Understanding über die Neugestaltung der Zulassungsverfahren für Eisenbahnfahrzeuge wurde bereits im Jahr 2013 ein entsprechender Systemwechsel eingeleitet: Unabhängige Organisationen übernehmen die fachlich-technische Bewertung, während die hoheitliche Zulassungsentscheidung bei der zuständigen Behörde verbleibt. Dieses europäisch ausgerichtete Prinzip sollte nun auch auf die bislang national und personenbezogen geprägten Verfahren bei sicherheitsrelevanten Signal-, Telekommunikations- und elektrotechnischen Anlagen übertragen werden.

Der TÜV-Verband empfiehlt, dass eine Anerkennung durch das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) auf einer Akkreditierung durch eine Akkreditierungsstelle aufbauen kann, um Doppelprüfungen zu vermeiden, die Eisenbahn-Prüfsachverständigenverordnung (EPSV) an die Anforderungen digitaler Bahnsysteme anzupassen und deren Qualifikationsanforderungen stärker an interdisziplinären Kompetenzen auszurichten. Darüber hinaus sollten europäische Bewertungsstrukturen – etwa im Zusammenspiel von Benannten Stellen, Bestimmten Stellen und unabhängigen Sicherheitsbewertungsstellen – konsequent genutzt und nationale Sonderregelungen überprüft werden. Zugleich muss das EBA als zentrale behördliche Entscheidungs-, Notifizierung- und Anerkennungsinstanz eindeutig verankert werden. So lassen sich Prüfkapazitäten besser nutzen, Genehmigungsverfahren beschleunigen und die Inbetriebnahme neuer STE-Anlagen unterstützen.

Die Empfehlungen des TÜV-Verbands im Überblick:
Rahmenbedingungen für das Prüf-, Anerkennungs- und Zulassungssystem von STE-Anlagen modernisieren
Zuständigkeiten von DAkkS und EBA klar definieren und Doppelstrukturen abbauen
Die Eisenbahn-Prüfsachverständigenverordnung (EPSV) modernisieren.
Qualifikationsanforderungen weiterentwickeln und organisationsbasierte Prüfstrukturen stärken.
Nationale Sonderregelungen abbauen und europäische Verfahren konsequent nutzen.

Das Positionspapier „Digitale Schiene ermöglichen: Nationale Sonderwege abbauen, Prüfsystem stärken“ steht ab sofort auf der Website des TÜV-Verbands zum Download bereit.

Über den TÜV-Verband: Als TÜV-Verband e.V. vertreten wir die politischen Interessen der TÜV-Prüforganisationen und fördern den fachlichen Austausch unserer Mitglieder. Wir setzen uns für die technische und digitale Sicherheit sowie die Nachhaltigkeit von Fahrzeugen, Produkten, Anlagen und Dienstleistungen ein. Grundlage dafür sind allgemeingültige Standards, unabhängige Prüfungen und qualifizierte Weiterbildung. Unser Ziel ist es, das hohe Niveau der technischen Sicherheit zu wahren, Vertrauen in die digitale Welt zu schaffen und unsere Lebensgrundlagen zu erhalten. Dafür sind wir im regelmäßigen Austausch mit Politik, Behörden, Medien, Unternehmen und Verbraucher:innen.


TÜV-Verband e. V.
Friedrichstraße 136 | 10117 Berlin

www.tuev-verband.de

Termine

ISMMA 2025 Kommen Sie zum Community Event 2025 im Saarland! Am 8. und 9. März 2025 geht die ISMMA (Innung Saarland Mode Messe Award) im E-Werk in Saarbrücken in die zweite Runde. --------- Vom 13. bis 17. Januar 2025 öffnet die BAU, die Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme, in München ihre Türen. https://www.rkw-kompetenzzentrum.de/innovation/blog-1/ausblick-auf-die-bau-2025-die-zukunft-des-bauens-aktiv-gestalten/