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Mittwoch, 30. September 2026

Arbeitslosenquote verharrt auf hohem Niveau - Brossardt: „Bundesregierung muss jetzt Handlungswillen beweisen“

 




vbw sieht noch keinen Grund zur Entwarnung.

30.09.2026. Im September ist die Zahl der Arbeitslosen in Bayern um 3.237 gegenüber dem Vormonat auf nun 330.844 gesunken. Aus Sicht der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. bleibt die Lage aber angespannt. „Sinkende Arbeitslosenzahlen sind grundsätzlich eine gute Nachricht. Von einer positiven Entwicklung sind wir aber weit entfernt. Große Teile des Rückgangs sind auf Saisoneffekte zurückzuführen und das Niveau der Arbeitslosigkeit ist insgesamt zu hoch. Damit verhält sich der Arbeitsmarkt zurzeit ähnlich, wie die wirtschaftliche Lage in Bayern insgesamt. Nach Jahren der Stagnation ist es erfreulich, dass die bayerische Wirtschaft im ersten Halbjahr des laufenden Jahres wieder um ein Prozent gewachsen ist. Von einer nachhaltigen Aufwärtsbewegung kann jedoch auch hier nicht die Rede sein. Sorge bereitet vor allem die unverändert rückläufige Investitionstätigkeit der Privatwirtschaft. Sie ist Ausdruck der schwierigen Standortbedingungen in Deutschland, insbesondere der hohen Kostenbelastung und der überbordenden Bürokratie. Hier muss die Politik nun endlich die richtigen Rahmenbedingungen für ein dauerhaftes Wachstum schaffen“, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt anlässlich der Vorstellung der Arbeitsmarktzahlen für September durch die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit.

Die Arbeitslosenquote im Freistaat beträgt im September 4,2 Prozent, das ist die gleiche Quote wie im Vorjahr. „Die Arbeitslosenquote in Bayern ist mit über 4 Prozent wie im Vorjahr auf hohem Niveau und bleibt für einen September im Zehnjahreshoch. Dies ist nicht akzeptabel. Die Bunderegierung muss vom Reden ins Handeln kommen und jetzt für die richtigen Rahmenbedingungen sorgen. Nur so kommen wir weg von der schleichenden Deindustrialisierung und dem damit verbundenen Verlust von Wirtschaftlichkeit, hin zu einer Reindustrialisierung. So bleiben Arbeitsplätze erhalten und neue entstehen“, fasst Brossardt die Lage zusammen.

Laut vbw sind die Handlungsfelder klar: „Die notwendigen Sozialreformen dürfen nicht weiter aus parteipolitischem Kalkül heraus zerredet werden. Die Bundesregierung muss hier Handlungswillen und Umsetzungskompetenz beweisen. Dabei muss klar sein, dass eine Erhöhung von Beitragssätzen unter allen Umständen zu vermeiden ist. Diese führen für die Arbeitnehmer nur zu weniger Netto vom Brutto und für die Unternehmen zu noch höheren Arbeitskosten. Das lehnen wir entschieden ab. Darüber hinaus muss der stagnierende Bürokratieabbau wieder beschleunigt werden. Das Arbeitszeitrecht muss entsprechend den EU-rechtlichen Möglichkeiten flexibilisiert werden“, erklärt Brossardt. Zur Eindämmung der Kostenbelastung müssen laut Brossardt auch die Sozialpartner ihren Beitrag leisten. Mit Blick auf die M+E Tarifrunde 2026 sagt er: „Die aktuelle Forderung der IG Metall ist überzogen und nicht nachvollziehbar. Wir erwarten konstruktive Verhandlungen über einen moderaten Abschluss, der für jeden Betrieb verkraftbar ist. Gefragt sind ausgewogene Lösungen, die sowohl die Beschäftigten als auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen im Blick behalten.“

vbw im hbw | Haus der Bayerischen Wirtschaft
Max-Joseph-Straße 5
80333 München

Mittwoch, 5. August 2026

Rente mit 63 - Kein Klammern an Frühverrentungsanreizen




05.08.2026 - Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.: „Die nun aufkommenden Diskussionen, die ‚Rente mit 63‘ beizubehalten sind irritierend und gefährden die nötigen Reformen. Mit der Abschaffung von Frühverrentungsanreizen und der geplanten Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung erkennt die Alterssicherungskommission die demografische Realität und arbeitsmarktpolitische Notwendigkeiten an. Das war überfällig. Wir raten daher der Bundesregierung dringend dazu, in diesem Punkt nicht von den Vorschlägen der Rentenkommission abzuweichen. Aus Sicht der vbw wäre sogar eine noch deutlichere Anhebung des Renteneintrittsalters vorstellbar.

Wenn die Bezugsdauer der Rente aufgrund der längeren Lebenszeit steigt, ist es nur konsequent, auch die Arbeitszeit entsprechend zu verlängern. Hier ist der Reformentwurf sogar zu zögerlich. Wir brauchen jetzt die Rente ab 68 Jahren. Beachtet werden muss auch: Die Diskussion berücksichtigt nicht die Erwerbsminderungsrente. Diese ist genau für die Arbeitnehmer da, die nach langen Arbeitsjahren nicht mehr ihrem Beruf nachgehen können. Diese Härtefälle sind also bereits im System berücksichtigt.

Fakt ist: An einer längeren Lebensarbeitszeit führt kein Weg vorbei! Sowohl zur finanziellen Stabilisierung der Rentenversicherung als auch aus arbeitsmarktpolitischen Gründen.“




bayme – Bayerischer Unternehmens-
verband Metall und Elektro e. V.
vbm – Verband der Bayerischen Metall-
und Elektro-Industrie e. V.
Max-Joseph-Str. 5
80333 München

Internet: www.baymevbm.de

Lage am M+E Ausbildungsmarkt: Strukturkrise hinterlässt deutliche Spuren

 



Strukturkrise hinterlässt am M+E Ausbildungsmarkt deutliche Spuren – Prognose für 2027 leicht optimistisch

05.08.2026. Die Zahl der abgeschlossenen M+E Ausbildungsverträge in Bayern ist 2026 im Vergleich zum Vorjahr erneut deutlich gesunken. Mit 12.000 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen erwartet die bayerische Metall- und Elektroindustrie als Schlüsselbranche in Bayern für den Ausbildungsstart im September einen deutlichen Rückgang um 10,4 Prozent. Damit fällt das Minus nach 10,9 Prozent im Jahr 2025 das zweite Mal in Folge zweistellig aus. Geschuldet ist das negative Stimmungsbild der anhaltenden Struktur- und Konjunkturkrise, die sich massiv auf den sonst so stabilen Ausbildungsmarkt und insbesondere die M+E Industrie niederschlägt. Gleichzeitig finden die Unternehmen weiterhin nur schwer qualitativ geeignete Bewerber. Die Prognose für 2027 fällt trotz der angespannten Lage etwas optimistischer aus, die Betriebe rechnen mit einer Stabilisierung der Ausbildungsverhältnisse. Das geht aus der aktuellen Sommerumfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm zur Ausbildungslage in den Mitgliedsunternehmen hervor.Ausbildungszahlen in Bund und Freistaat branchenübergreifend rückläufig – Lage in Bayern etwas besser
Ausbildungsverträge in der bayerischen M+E Industrie sinken 2026 um 10,4 Prozent auf 12.000 – 2027 Stabilisierung erwartet
Übernahmesituation mit fast 90 Prozent weiter auf sehr hohem Niveau
Praktikumsangebot weiter hoch – Gewinnung von Nachwuchskräften bleibt wichtige Zukunftsaufgabe


bayme vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt ( i.Bild ) erläutert die Umfrageergebnisse: „Das hohe Niveau aus den Vorjahren konnte bereits 2025 nicht gehalten werden und auch 2026 macht sich die Struktur- und Konjunkturkrise in der Industrie bemerkbar. Dennoch ist die Lage in Bayern insgesamt aus Sicht der Jugendlichen branchenübergreifend deutlich besser als im Bund. So stehen bei uns im Freistaat jeder Bewerberin und jedem Bewerber branchenübergreifend etwa 1,4 gemeldete Ausbildungsplätze zur Verfügung, auf Bundesebene sind es nur 1,05 Ausbildungsplätze. Aber auch für Bayern gilt: Wäre die wirtschaftliche Lage besser, würden die Unternehmen insbesondere im M+E Bereich mehr ausbilden. So gibt in der Umfrage mit 32,1 Prozent rund ein Drittel der Unternehmen an, dass sich die wirtschaftliche Lage maßgeblich auf den Rückgang der abgeschlossenen Verträge auswirkt, weitere 35,8 Prozent geben an, bereits über genug personelle Ressourcen zu verfügen – der Bedarf an Azubis hat also eine Sättigung erreicht. Angesichts der angespannten Lage ist das Reformpaket der Bundesregierung ein wichtiges Signal, dass sich in Deutschland wieder etwas bewegt. Wir brauchen jetzt eine zügige Umsetzung der Pläne. Gelingt der Umschwung, könnten auch die Ausbildungszahlen wieder steigen.“

Neben der wirtschaftlichen Lage bleibt die Suche nach passenden Azubis für die M+E Unternehmen bei der Besetzung ihrer offenen Ausbildungsplätze mittel- und langfristig eine zentrale Herausforderung. Von den Betrieben, die einen Rückgang verzeichnen, nannte mit 46,9 Prozent weiterhin die Mehrheit das Fehlen geeigneter Bewerberinnen und Bewerber als stärkste Ursache für den Rückgang an abgeschlossenen Verträgen. 25,9 Prozent gaben an, dass zu wenig Bewerbungen eingingen. Brossardt ergänzt: „Das Matching zwischen Unternehmen und Azubis bleibt eine Herausforderung.“

Die Übernahmesituation in der bayerischen M+E Industrie ist indes ungeachtet der äußeren Umstände weiter gut. Die Unternehmen planen für das laufende Jahr, fast 90 Prozent der Azubis befristet oder unbefristet zu übernehmen. Erfolgt keine Übernahme, geschieht dies meist auf Wunsch des Azubis. Für 2027 verbessert sich die Übernahmequote noch einmal auf voraussichtlich knapp 96 Prozent. Brossardt macht klar: „Die Übernahmequote ist kontinuierlich hoch. Das zeigt den Willen der Unternehmen, ihre ausgelernten Azubis langfristig an sich zu binden. Gleichzeitig bemühen sie sich auch weiterhin, die Azubis früh auf sich aufmerksam zu machen und für eine Ausbildung zu begeistern. So geben 89,8 Prozent der befragten Unternehmen an, dass sie ihr Praktikumsangebot auch 2026 stabil halten können.“

Die Vergütung in der bayerischen M+E Industrie ist für Jugendliche traditionell sehr attraktiv. Das Durchschnittsgehalt über alle Ausbildungsjahre hinweg ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und liegt seit dem 01. April 2026 nun bei 1.389 Euro. Brossardt fasst zusammen: „Langfristig bleibt die Nachwuchsgewinnung für die Unternehmen eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben. Wir unterstützen sie dabei mit Initiativen wie dem Projekt ‚come with(me)‘ zur praxisnahen Berufsorientierung in enger Kooperation zwischen den Unternehmen, Mittel- sowie Berufsschulen. Im Projekt erhalten Jugendliche spannende Einblicke in die Welt der M+E Industrie und werden dabei von einem Azubi aus dem Unternehmen eng begleitet. Mit bayernweit 166 beteiligten Schulen und 108 Unternehmen ist ‚come with(me)‘ ein Erfolgsmodell.“

bayme – Bayerischer Unternehmens-
verband Metall und Elektro e. V.
vbm – Verband der Bayerischen Metall-
und Elektro-Industrie e. V.
Max-Joseph-Str. 5
80333 München

Internet: www.baymevbm.de

Finanzierungsklima in der Druckindustrie relativ stabil.



Ersatzinvestitionen und Kostensenkung sind die wichtigsten Investitionsziele bei den Betrieben der Druck- und Medienwirtschaft


Berlin, 05.08.2026. Die Investitionstätigkeit in der Druckindustrie ist hoch, zeigt die Unternehmensbefragung zum Finanzierungsklima, die der Bundesverband Druck und Medien (BVDM) in Zusammenarbeit mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und 19 weiteren Branchen- und Wirtschaftsverbänden von März bis April 2026 durchgeführt hat. Das Finanzierungsklima entwickelte sich seit der letzten Umfrage im Jahr 2024 relativ stabil, doch der Fokus der Investitionstätigkeit liegt auf Ersatzinvestitionen und Kostensenkungen.


In der diesjährigen Erhebung stuften die Druck- und Medienunternehmen ihren Zugang zu Krediten ähnlich wie in der Umfrage von 2024 insgesamt eher positiv ein. Unternehmen mit einem Jahresumsatz von weniger als 1 Mio. Euro haben es jedoch deutlich schwerer als große Unternehmen an Kredite zu gelangen. Die Eigenkapitalquote der Unternehmen entwickelte sich stabil, bei den Ratingnoten deutete sich dagegen eine Verschlechterung an. Die Investitionstätigkeit ist weiterhin hoch, der Fokus liegt dabei auf Ersatzinvestitionen und Kostensenkungen. Damit dominierte klar das Ziel, vorhandene Anlagen, Maschinen oder technische Infrastruktur funktionsfähig zu halten, während wachstumsorientierte Motive etwas nachgeordnet waren. Dies geht aus dem aktuellen Bericht des Bundesverbandes Druck und Medien (BVDM) zur Unternehmensbefragung zum Finanzierungsklima hervor.



Über den BVDM

Der Bundesverband Druck und Medien e. V. (BVDM) ist der Spitzenverband der deutschen Druck- und Medienwirtschaft. Als Arbeitgeberverband, politischer Wirtschaftsverband und technischer Fachverband vertritt er die Positionen und Ziele der Druckindustrie gegenüber Politik, Verwaltung, Gewerkschaften und der Zulieferindustrie. Getragen wird der BVDM von acht regionalen Verbänden. International ist er über seine Mitgliedschaft bei Intergraf und FESPA organisiert. Zur Druckindustrie gehören aktuell rund 6.000 überwiegend kleine und mittelständische Betriebe mit mehr als 95.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.



Bundesverband Druck und Medien e.V. (BVDM)
German Printing and Media Industries Federation (BVDM)

Markgrafenstraße 15
D-10969 Berlin


Internet: www.bvdm-online.de

Termine

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