Trotz Wirtschaftsflaute: Bedarf bleibt in zahlreichen Bereichen hoch.
25.03.2026 – Trotz gedämpfter Konjunktur und globaler Unsicherheiten bleibt der Bedarf an qualifizierten Beschäftigten in Mittelfranken hoch. Bis 2029 dürfte er in einigen Branchen sogar weiter zunehmen. Zu diesem Ergebnis kommt der „IHK Arbeitsmarkt-Radar 2026“, den die bayerischen IHKs zusammen mit dem Wirtschaftsinstitut IW erarbeitet haben.
In Mittelfranken registrierte der Arbeitsmarkt-Radar im Jahr 2024 rund 20.000 fehlende Fachkräfte, im Jahr 2029 sollen es bereits rund 34.000 sein (plus 71 Prozent). Durch ihr Fehlen geht im IHK-Bezirk bis 2029 eine Wertschöpfung von rund 3,6 Mrd. Euro verloren.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden in Mittelfranken vor allem in diesen Bereichen gesucht:
Bei IT Experten wird der Engpass in Mittelfranken besonders deutlich wachsen, obwohl die Studie in Gesamt-Bayern eine Entspannung im IT Bereich voraussagt.
Kritisch auf Infrastruktur-Ausbau und Klimaschutz-Projekte auswirken dürften sich Personalengpässe auf Feldern wie Bauelektrik sowie Bauplanung und Bauüberwachung.
Dass sich der Mangel an Mitarbeitern nicht nur auf höherqualifizierte Fachkräfte beschränkt, zeigt das Hotel und Gaststättengewerbe: Die Branche sucht in hohem Maße Helferinnen und Helfer. In diesem Bereich diagnostiziert der „Radar“ den größten relativen Zuwachs aller Branchen, bis 2029 dürften rund 2.100 Kräfte fehlen.
Auch beim Personal für Verkaufstätigkeiten sieht die Studie einen wachsenden Mangel – und zwar sowohl bei Fachkräften als auch bei Mitarbeitern ohne Fachkenntnisse in bestimmten Produktgruppen.
„Trotz weltwirtschaftlichen Gegenwinds kommt niemand an der Demografie vorbei: Unsere Unternehmen schaffen Beschäftigung, aber sie stoßen immer häufiger an die Grenzen des Arbeitskräfteangebots“, so IHK-Chefvolkswirt Dr. Udo Raab. „Wir werden alle Hebel nutzen – von Aus und Weiterbildung über bessere Vereinbarkeit bis zur gezielten Zuwanderung, damit die Wertschöpfung in der Region nicht an fehlendem Personal scheitert.“
Bayern im Überblick
Auch der gesamtbayerische Arbeitsmarkt bleibt eng: Für rund jede zweite offene Stelle gibt es keine passend qualifizierten Arbeitslosen. Besonders knapp bleiben beruflich qualifizierte Fachkräfte (2029: rund 130.000 fehlende Mitarbeiter). Insgesamt rechnet die Studie für das Jahr 2029 mit einer Lücke von rund 220.000 Personen über alle Qualifikationen hinweg. Sollte es dazu kommen, entspräche dies einem Verlust an Wertschöpfung im gesamten Freistaat von rund 25 Mrd. Euro. Beim Beschäftigungsaufbau sieht der Arbeitsmarkt-Radar innerhalb der kommenden drei Jahre diese Branchen vorne: IT und Informationsdienstleistungen (plus 65.000 Beschäftigte), Gesundheitswesen (plus 39.000) und öffentliche Verwaltung (plus 34.000). Rückgänge dürfte es u. a. in Gastronomie, Fahrzeugbau und Metall geben.
Nach Auffassung der IHK Nürnberg für Mittelfranken müssen die Beschäftigungspotenziale sowohl im Inland und als auch durch Zuwanderung ausgeschöpft werden:
Das inländische Potenzial sollte u.a. durch diese Maßnahmen besser genutzt werden: ältere Mitarbeitende länger im Erwerbsleben halten, Qualifizierung beschleunigen und durch mehr und flexiblere Kinderbetreuungsangebote die Erwerbsbeteiligung erhöhen (in Bayern arbeiten rund 50 Prozent der Frauen und elf Prozent der Männer in Teilzeit).
Durch gezielte Zuwanderung und Integration könnte der Anteil ausländischer Beschäftigter bis 2029 auf rund 22 Prozent steigen (2024: 19 Prozent).
Die IHK Nürnberg für Mittelfranken engagiert sich mit einer Vielzahl von Aktivitäten für Fachkräftesicherung und -einwanderung. Einige Beispiele: vielfältiges Angebot an Aus- und Weiterbildung, Netzwerke für moderne Personalpolitik sowie „Welcome Desk“ und „Firmenservice Internationale Fachkräfte“ als zentrale Anlaufstelle für Betriebe und ausländische Beschäftigte. Seit kurzem gibt es das Projekt „Integrations Mentoring“ von IHK und Senior Expert Service (SES), bei dem ehrenamtliche Mentorinnen und Mentoren neu zugewanderte Fachkräfte im Alltag begleiten, um ihnen das Ankommen und die Integration in Deutschland zu erleichtern. Im Aufbau ist das Work & Stay Center in Nürnberg, das die IHK gemeinsam mit Partnern als zentrale Anlaufstelle in Nürnberg vorantreibt.
detaillierter „IHK-Arbeitsmarkt-Radar“ mit Online-Tool: https://arbeitsmarktradar.bihk.de
IHK Nürnberg für Mittelfranken | Frauke Wille | Hauptmarkt 25/27 | 90403 Nürnberg
IHK, Geschäftsbereich Standortpolitik und Unternehmensförderung
Über die IHK Nürnberg für Mittelfranken
Die IHK Nürnberg für Mittelfranken ist eine unternehmerische Organisation zur Wirtschaftsförderung. Als unabhängige Selbstverwaltung der Wirtschaft erbringt sie Dienstleistungen für ihre Mitgliedsunternehmen, den Staat und die Region. Organisiert als Körperschaft des öffentlichen Rechts vertritt die IHK ausgleichend die Anliegen der gesamten Wirtschaft.
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